LDL-Cholesterin gefährlicher als gedacht

LDL-Cholesterin gefährlicher als gedacht

Immer mal wieder gibt es Versuche, die Gefahren von gesättigten Fetten aus Tierprodukten und auch des schädlichen LDL-Cholesterins kleinzureden oder zu relativieren. Am bekanntesten ist hier die sogenannte Paläo-Ernährung (angebliche Steinzeit-Diät), die eine hohe Zufuhr tierischer Produkte und von gesättigten Fetten empfiehlt. Dem stehen aktuelle wissenschaftliche Befunde entgegen, die eine erheblich gesteigerte Sterblichkeit bei Personen, die viele gesättigten Fette aufnehmen, beobachteten. Zudem hat eine neue Studie ebenfalls gezeigt, dass das als Alzheimer-Risiko und das allgemeine Demenz-Risiko ansteigen, wenn vermehrt gesättigte Fette konsumiert werden.

Bezüglich des LDL-Cholesterin gelangt nunmehr eine neue großangelegte Längsschnitt-Untersuchung zu dem Ergebnis, dass dieses selbst bei relativ jungen und kein vorher erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen aufweisenden Personen zu einer starken Erhöhung der Wahrscheinlichkeit eines späteren Herztodes führt.

Die Wissenschaftler beobachteten 36.375 relativ junge und gesunde Erwachsene, die zu Beginn der Studie nicht an Diabetes oder Herzerkrankung litten, mit einem durchschnittlichen Alter von 42 Jahren für die Dauer von 27 Jahren. Ausgewertet wurde die Anzahl an Todesfällen aufgrund von Herzerkrankungen innerhalb dieser 27 Jahre.

Es zeigten sich folgende Resultate:

Personen mit niedrigem LDL-Cholesterinspiegel (<100 mg/dL) wiesen ein 30-40 % geringeres Risiko für den Herztod auf als Personen mit Werten von 100-159 mg/dL.

Personen mit Werten von 160 mg/dL oder höher hatten sogar ein 70 % bis 90 % erhöhtes Risiko als die Gruppe mit geringem LDL-Cholesterinspiegel.

Diese Befunde blieben voll aufrechterhalten, wenn für vielfältige Kontrollfaktoren, einschließlich Geschlecht, Alter und vorherige Risikofaktoren für Herz-und Kreislauferkrankungen statistisch kontrolliert wurde.

Die gute Nachricht lautet:

Studien (z.b. Artikel bei vegan.eu hier und hier) zeigen, dass eine vegane, rein pflanzenbezogene Ernährung das schädliche LDL-Cholesterin stark reduzieren kann. Der Wechsel zu einer veganen Ernährung ermöglicht es so, erhöhte Risiken aufgrund von erhöhtem LDL-Cholesterin substantiell abzusenken. Für viele Menschen der untersuchten Stichprobe, die am Herztod verstarben, wäre nach allen vorliegenden Informationen und Befunden der Wechsel zu einer veganen Ernährung vermutlich ihre Rettung gewesen.

Dabei kann die vegane Ernährung sogar bei fortgeschrittenen Herz Erkrankungen zu einer Rückentwicklung des Erkrankungsprozesses führen, wie die Untersuchungen von Esselstyn zeigen. Unklar ist allerdings derzeit noch, ob eine vegane Ernährung wirklich fettarm sein muss, wie von Esselstyn empfohlen. Es liegen Einzelfall-Beobachtungen vor, dass womöglich auch eine fettreiche vegane Ernährung vergleichbare Effekte haben könnte. Trtozdem ist sicherlich gerade bei Kokosfett (gesättigtes Fett) Vorsicht geboten. Zudem liegen bei bereits Herzerkrankten verlässliche, über Einzelfalldokumentationen hinausgehende, Beobachtungen bisher nur für die fettarme Variante der veganen Ernährung nach Esselstyn vor.

Es gibt also keinerlei Grund für Entwarnung vor gesättigten Fettsäuren aus tierischen Produkten und vor LDL-Cholesterin. Beides sind Risikofaktoren für eine erhöhte Sterblichkeit. Die vegane Ernährung ist glücklicherweise in der Lage, diesem Problem effektiv gegenzusteuern.

Umso bedenklicher ist es, dass Vertreter der unethischen, ungesunden und gefährlichen Paläo-Ernährung noch immer in der Öffentlichkeit viel zu oft ernst genommen werden. Dabei bestehen keine Zweifel daran, dass die Lösung für viele Gesundheitsprobleme - und ebenso für die enormen ökologischen Herausforderungen - eben nicht in einer Ernährung auf der Basis von Tierprodukten, sondern einem gesamtgesellschaftlichen Wechsel zu einer veganen Ernährungsweise liegt.

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1 Kommentar auf "LDL-Cholesterin gefährlicher als gedacht"

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Drawida
Gast
Auch bei Pflanzenölen gibt es ein Zuviel, denn das sind immerhin konzentrierte Fette, die in der Natur so nicht vorkommen. Außer vielleicht bei Avocados. Auch im gesunden Olivenöl sind nicht wenig gesättigte Fettsäuren und im Kokosöl fast 100%. Aber es ist immer noch ein entscheidender Unterschied, ob das Fett von Tieren oder von Pflanzen stammt. Ich weiß aus eigener Erfahrung schon lange genau, wie ich mit konzentrierten pflanzlichen Fetten umgehen muss. Und das merkt vermutlich jeder, der noch Kontakt zum eigenen Körper hat. Mit einem “Zuviel” kann man sich mit allem möglichen schaden, was sonst durchaus gesund ist. Man kann… Read more »
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