Milchkonsum geht mit mehr Prostatakrebs einher

Milchkonsum geht mit mehr Prostatakrebs einher

Aktuelle Studie zeigt höheres Prostatakrebs-Risiko durch Milchkonsum

Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Milchkonsum, Kalzium-Aufnahme und dem Risiko von Männern, an Prostatakrebs zu erkranken?

Dieser Frage ist eine soeben im Fachjournal The American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie mit 28.737 männlichen Sieben-Tages-Adventisten aus den USA und Kanada, unter ihnen 6389 Afroamerikaner:innen und viele Personen, die keine oder nur sehr wenig Milch konsumierten, nachgegangen:

  • Die Ernährung der Teilnehmenden wurde über einen validierten Ernährungsfragebogen erhoben.
  • Krebserkrankungen in der durchschnittlich 7,8 Jahre umfassenden Nachuntersuchungs-Zeit wurden vorwiegend über das Krebsregister erfasst.
  • In der Nachuntersuchungs-Zeit traten bei 1254 Personen Prostatakrebs auf, der bei 190 Personen als fortgeschritten klassifiziert wurde.

Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

  • Männer mit hohem Milchkonsum hatten ein um 27 % höheres Prostatakrebsrisiko als Männer mit geringem oder keinem Milchkonsum.
  • Das Risiko für fortgeschrittenen Prostatakrebs war sogar um 38 % erhöht.
  • Die Erhöhung des Risikos für Prostatakrebs mit wachsendem Milchkonsum zeigte sich ebenfalls bei Afroamerikaner:innen, wo Personen mit hohem Milchkonsum ein um 24 % geringeres Prostatakrebs-Risiko aufwiesen als Personen mit hohem Milchkonsum.
  • Auch wenn vegane Teilnehmende ausgeschlossen wurden, zeigte sich in der Gesamtstichprobe ein um 22 % höheres Prostatakrebs-Risiko in der Gruppe mit hohem Milchkonsum im Vergleich zur Gruppe mit niedrigem Milchkonsum.
  • Der Vergleich der Gruppe mit dem höchsten Konsum mit der Gruppe, die gar keine Milch konsumierte, wies auf eine Risikosteigerung von 62 % hin.
  • Die Analysen legten einen nicht-linearen Zusammenhang zwischen dem Prostatakrebs-Risiko und dem Milchkonsum nahe, was bedeutete, dass noch bei niedriger Milchmenge das Risiko mit steigendem Konsum besonders stark anstieg. Zwar nahm das Risiko mit weiter wachsendem Milchkonsum nach wie vor zu, aber nicht mehr so stark.
  • Während sich ein klarer Zusammenhang zwischen Milchkonsum und Prostatakrebs zeigte, gab es keinen Zusammenhang zwischen der Menge des aus Nicht-Milchprodukten aufgenommenen Kalziums und dem Prostatakrebs-Risiko.

Die Autor:innen fassen die Ergebnisse folgendermaßen zusammen:

  • Männer mit einem höheren Verzehr von Milchprodukten, aber nicht von milchfreiem Kalzium, hatten ein höheres Prostatakrebs-Risiko als Männer mit einem niedrigeren Verzehr. Die Zusammenhänge waren nicht linear, was darauf hindeutet, dass das Risiko bei relativ niedrigen Dosen am stärksten ansteigt.

Der Befundstand zu Milch und Gesundheit ist komplex, die Ergebnisse zum Prostatakrebs-Risiko machen aber deutlich, dass die weltweite Werbe- und Marketingkampagne, die Milch als ein gesundes und geradezu notwendiges Lebensmittel darstellt, inkorrekte Glaubenssätze in den betreffenden Bevölkerungen verankert.

Zum Thema der Milch ist aktuell auch ein guter Artikel beim Mythen-Check von Geo erschienen unter der Überschrift Fünf populäre Irrtümer über Milch
Wie munter macht Milch wirklich? Ist sie überhaupt gesund? Das beliebte Nahrungsmittel im Mythen-Check.

Widerlegt werden hier die vier von der Milchlobby verbreiteten Mythen, dass Milch ein natürliches Lebensmittel sei, munter mache, gesund und tierschonend sei. Dass Milch zu einer Verschleimung der Atemwege führe, sei allerdings auch nicht belegt, äußert Geo zu einem fünften Mythos.

Die aktuellen Ergebnisse zum Prostatakrebs geben zu denken:

  • Prostatakrebs ist die mit Abstand häufigste Krebsart beim Mann. Die klare Assoziation dieser Krebsart und ihrer Prognose mit Milchkonsum, wie sie in der aktuellen Studie gefunden wurde, sollte Anlass geben, den Milchkonsum kritisch zu hinterfragen.
  • Die Befunde weisen zudem darauf hin, dass ein moderater Milchkonsum offenbar keine Lösung für die sich in den Daten zeigende Problematik sein würde, da bereits ein solcher moderater Milchkonsum mit einer erheblichen Risikosteigerung in den Daten assoziiert war.
  • Ein kritisches Nachdenken über Milch ist umso wichtiger, weil ökologische und tierrechtliche Gründe ohnehin gegen den Konsum von Tiermilch und für eine vegane Ernährungsweise sprechen.

Letztlich stellt sich die Frage:

  • Warum sollten Menschen ein umweltschädigendes und mit Tierleid einhergehendes Lebensmittel wählen, für welches es hervorragende pflanzliche Alternativen gibt und welches darüber hinaus sogar noch mit einem erhöhten Prostatakrebs-Risiko assoziiert ist?

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