Krebs: Nur Fleischverzicht hilft, Fleischreduktion ist wirkungslos

Krebs: Nur Fleischverzicht hilft, Fleischreduktion ist wirkungslos

Eine Studie zeigt, dass Menschen, die auf Fleisch verzichten, ihr Krebsrisiko reduzieren. Flexitarier:innen erkranken demgegenüber genauso oft Krebs wie andere Fleischesser:innen

Eine umfangreiche Längsschnittstudie mit 472377 Teilnehmenden, die im Durchschnitt 11,4 Jahre beobachtet wurden, zeigt, dass Fleischverzicht das Krebsrisiko senkt, die reine Reduktion des Fleischkonsums durch sogenannte Flexitarier:innen aber unwirksam ist.

Die Autor:innen untersuchten das Risiko für alle Krebsarten, Darmkrebs, postmenopausalem Brustkrebs und Prostatakrebs für normale Fleischesser:innen, Flexitarier:innen, die wenig Fleisch aßen, Pescetarier:innen (Fischesser:innen), sowie Vegetarier:innen.

Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 11,4 Jahren lagen Daten vor über 247571 Fleischesser:innen, 205385 Flexitarier:innen, 10696 Fischesser:innen, sowie 8685 Vegetarier:innen, von denen 446 vegan lebten.

Ergebnisse

In der für zahlreiche mögliche Störfaktoren kontrollierten Analyse zeigte sich für alle untersuchten Krebsarten das geringste Risiko bei den Vegetarier:innen und das höchste Risiko bei den normalen Fleischesser:innen, wobei die Gruppe der Flexitarier:innen sich allerdings statistisch nur beim Darmkrebs geringfügig von der Gruppe der Fleischesser:innen unterschied:

  • Gesamtkrebs-Häufigkeit: Flexitarier:innen zeigten ein 2 % geringeres Risiko für die Gesamt-Krebshäufigkeit (nicht signifikant), Fischesser:innen ein 10 % geringeres Risiko (signifikant) und Vegetarier:innen ein 14 % geringeres Risiko (signifikant).
  • Darmkrebshäufigkeit: Flexitarier:innen zeigten ein 9 % geringeres Risiko für die Gesamt-Krebshäufigkeit (signifikant), Fischesser:innen ein 16 % geringeres Risiko (nicht signifikant) und Vegetarier:innen ein 22 % geringeres Risiko (nicht signifikant).
  • Postmenopausaler Brustkrebs: Flexitarierinnen zeigten ein 4 % geringeres Risiko für die Gesamt-Krebshäufigkeit (nicht signifikant), Fischesserinnen ein 8 % geringeres Risiko (nicht signifikant) und Vegetarierinnen ein 18 % geringeres Risiko (signifikant).
  • Prostatakrebs: Flexitarier zeigten keinerlei Risikoreduktion. Fischesser zeigten eine 20 % Reduktion des Risikos (signifikant) und Vegetarier eine Reduktion des Prostatakrebsrisikos um 33 % (signifikant).

Beim Darmkrebs fällt auf, dass Vegetarier:innen eine wesentlich größere Risikoreduktion zeigten als Flexitarier:innen, aber dennoch das Ergebnis hier bei den Vegetarier:innen nicht signifikant war. Dies begründet sich statistisch allein mit der geringeren Anzahl an Vegetarier:innen. Das deskriptiv bessere Abschneiden von Vegetarier:innen in allen Maßen lässt keinen Zweifle daran entstehen, dass bei größerer Anzahl an Probanden dieser Effekt statistisch signifikant gewesen wäre.

Resümee

Fleischverzicht geht mit einer klaren Reduktion des Krebsrisikos einher. Demgegenüber führt eine flexitarische Lebensweise mit Fleischreduktion zu keinen positiven Auswirkungen.

Pescetarier:innen essen typischerweise weitgehend pflanzenbasiert, nehmen aber noch Fisch zu sich und konsumieren grundsätzlich auch weiterhin in unterschiedlichem Ausmaß Milch oder Eier. Es zeigte sich auch bei den Pescetariern eine Risikoreduktion, die aber deskriptiv geringer ausfiel als bei den Vegetarier:innen.

Daten zur veganen Lebensweise fehlen in dieser Studie. Leider veröffentlichten die Autor:innen wegen der sehr wenigen Fälle keine Angaben zur Krebshäufigkeit bei Veganer:innen. Selbst wenn diese statistisch nicht aussagekräftig sind, wären sie interessant gewesen. Auch auf Nachfrage von vegan.eu waren die Autor:innen aber nicht bereit, diese Daten offenzulegen.

In gemeinsamer Betrachtung mit anderen Studien-Befunden, einschließlich Studien, die Milch in Verbindung mit Prostatakrebs und Brustkrebs, sowie Fisch in Verbindung mit dem malignen Melanom bringen, sprechen diese Befunde aber für einen Wechsel zu einer komplett pflanzenbasierten, veganen Lebensweise.

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