Vegan für das Klima: Warum vegan wichtiger ist als weniger zu fliegen

Vegan für das Klima: Warum vegan wichtiger ist als weniger zu fliegen

Bei vegan.eu berichteten wir bereits über die Oxford-Studie, die die bisher umfassendste Studie zu den Auswirkungen der Ernährung auf das Klima und die Umwelt darstellt.

  • Ergebnis der Studie ist, dass der Wechsel zu einer veganen Ernährung der größten Schritt ist, den ein individueller Mensch tun kann, um die Umwelt und das Klima zu schützen.

Der Studienleiter Professor Poore wechselte im Verlauf seiner Studie selbst zur veganen Lebensweise, als er aufgrund der Daten erkannte, wie dramatisch die umweltbezogenen Auswirkungen eines solchen Wechsel zur veganen Lebensweise tatsächlich sind.

Nun wurde auch Spiegel-Online auf diese Studie und ihre enormen Implikationen aufmerksam. Allerdings enthält der Spiegel-Bericht einen beliebten Irrtum, der zwar grundsätzlich zunächst nachvollziehbar erscheint, aber zu falschen Schlussfolgerungen führen und den Wechsel zur veganen Lebensweise gefährden kann.

Spiegel-Online schreibt:

  • Langstreckenflüge oder Pendeln mit dem Auto über längere Strecken kann auch eine vegane Ernährung nicht ausgleichen. Schon ein Flug von Hamburg nach New York produziert laut Umweltbundesamt hin und zurück 3,7 Tonnen CO2.

Im Ergebnis könnte man meinen, wir sollten uns wohl doch lieber auf den Flugverkehr und dessen Reduktion konzentrieren als auf die vegane Lebensweise. Oder wir finden einen Kompromiss, essen einfach etwas weniger Fleisch und fliegen etwas weniger, was demnach genauso gut für das Klima wäre.

Weniger Fliegen kann vegan nicht ersetzen

Vegan wirkt breiter

Der Schluss von Spiegel-Online  ist bereits deshalb falsch, weil die Umweltauswirkungen der veganen Ernährung sich eben nicht nur auf die Reduktion der Freisetzung klimaschädlicher Substanzen beziehen.

Vielmehr fördert bereits die vegane Ernährung allein zusätzlich die Artenvielfalt, reduziert den Landverbrauch, wirkt der Entwaldung und der Wüstenbildung entgegen, schont die Wasserqualität, vermindert die Zerstörung von Meeren, Seen und Flüssen und vermindert die Verwendung von Pestiziden und anderen Chemikalien - und zwar in einem Ausmaß, wie dies Veränderungen beim gesamten Verkehr nicht einmal im Ansatz erreichen können.

All diese Auswirkungen haben auch unabhängig vom Klimawandel wichtig. Vegan schützt also generalisiert die Umwelt und hilft in allen Bereichen, das bedrohte ökologische System unseres Planetens mit seiner Artenvielfalt und Biodiversität aufrechtzuerhalten.

Demgegenüber hätte allein eine Reduktion des Flugverkehrs auf all diese Faktoren keine oder eine nur geringe Auswirkung.

Entsprechend sollte aus veganer Sichtweise die Diskussion nicht darum gehen, ob vegan auch dann sinnvoll ist, wenn man viel fliegt, sondern ob wir zusätzlich zur veganen Lebensweise auch den Flugverkehr reduzieren sollten.

Ein Beispiel mag dies verdeutlichen:

  • Der Flug über den Amazonas mag sich sogar am Ende für die Umwelt günstiger auswirken, als wenn der Wald gerodet und zahlreiche Straßen gebaut werden würden. Natürlich kommt es hier sehr auf die besonderen Bedingungen und Kontexte an.

Flugverkehr verursacht minimalen Anteil klimaschädlicher Emissionen

Ein weiterer Faktor, der in der Diskussion oft übersehen wird, ist, dass der Passagier-Flug-Verkehr nur einen sehr geringen Anteil an der Gesamtfreisetzung von klimaschädlichen Gasen einnimmt:

Der aktuelle Anteil des Passagier-Flugverkehrs an der Freisetzung klimaschädlicher Emissionen liegt bei ca. 2 %, wobei es auch hier Kontroversen gibt, die maximal zur guten Verdoppelung des Wertes führen. Diese Maximalannahmen berücksichtigen aber wiederum nicht ebenfalls vorhandene abkühlende Effekte von einigen Emissionen und unterscheiden auch nicht zwischen kurzfristigen und langfristigen Auswirkungen.

Berechnungen weisen darauf hin, dass im Falle der Fortdauer des Wachstums des Passagier-Flugverkehrs, dieser im Jahr 2050 zwischen fünf bis maximal 15 % der Gesamtemissionen verursachen könnte. Dabei handelt es sich bei den 15 % um eine wohl unrealistische maximale Schätzung ohne Berücksichtigung von Möglichkeiten zur Reduktion von Emissionen durch technische Veränderungen. Wohl gemerkt ist in diesen Rechnungen bereits das weitere Wachstum des Passagier-Flugverkehrs einbezogen.

Eine neue Studie  berücksichtigt die Auswirkungen aufheizender und abkühlender Emissionen durch Verkehrsmittel im kurzfristigen und im langfristigen Zeitverlauf, wobei der langfristige Zeitverlauf für das Klima wesentlich bedeutsamer ist. Die Studie gelangt zu folgenden Ergebnissen:

  • Die Klimaauswirkungen der verschiedenen Verkehrsmittel sind sehr komplex und fallen tatsächlich zwischen kurzfristigen und langfristigen Effekten unterschiedlich aus.
  • Reisen mit dem Zug und dem Schiff weisen die klimagünstigste Bilanz auf, während Reisen mit Autos und Flugzeugen klimaschädlicher sind.
  • Kurzfristig betrachtet sind Flugreisen schädlicher als Autofahrten. Die vorrangig relevanten langfristigen Auswirkungen von Flugreisen unterscheiden sich jedoch von den Auswirkungen von Autofahrten nicht mehr, oder sogar umgekehrt: pro gereistem Kilometer zeigt sich langfristig das Fahren mit dem individuellen Auto aufgrund der Auswirkungen der freigesetzten Emissionen als schädlicher für das Klima als das Fliegen. Andererseits legt man mit dem Flugzeug üblicherweise längere Strecken zurück.

Nicht von vegan ablenken lassen

Es geht nicht darum, sich um einzelne Zahlen zu streiten, die etwas höher oder niedriger liegen mögen. Sachlage ist aber, dass selbst dann, wenn wir alle sofort aufhören würden, zu fliegen, dies nur einen minimalen Schutzeffekt für das Klima hätte, wobei andere Aspekte des Umweltschutzes sogar gar nicht oder nur minimalst verbessert werden würden.

Ich möchte in diesem Artikel keineswegs dafür plädieren, möglichst viel zu fliegen oder den Flugverkehr nicht zu reduzieren. Ich möchte vielmehr dafür plädieren, dass jeder Einzelne die Prioritäten richtig setzt, den Fokus auf die vegane Lebensweise legt und dann zusätzlich weitere Verbesserungen umzusetzt.

Tatsächlich gibt es technisch zahlreiche Möglichkeiten, um Flugzeuge Klima schonender auszustatten und freigesetzte Emissionen zu vermindern. Es liegt an jedem Einzelnen, sich dafür einzusetzen, dass Politik und Gesellschaft die Fluglinien zu derartigen Maßnahmen verpflichten.

Wie immer die genauen Auswirkungen sein mögen, die Situation ist also komplex. Es werden zahlreiche Substanzen mit Klimaauswirkungen durch die verschiedenen Verkehrsmittel freigesetzt. Die Substanzen wirken sich auf das Klima teilweise kurzfristig und langfristig unterschiedlich aus. Neben aufheizenden Auswirkungen gibt es auch abkühlende Auswirkungen, die übrigens nach der zitierten Studie besonders stark im Schiffsverkehr zum Tragen kommen.

Ohne dies im einzelnen bewerten zu wollen oder zu können (dazu fehlt mir fraglos der Sachverstand), lässt sich doch bei Lektüre der Studien schnell erkennen, dass die Reduktion des Flugverkehrs sicher kein Allheilmittel gegen den Klimawandel sein kann und nicht einmal ein größerer Schritt wäre.

Wichtiger für das Klima und für die Umwelt ist die Umstellung auf eine vegane Ernährung. Dies ist der Schritt, den wir alle gehen können und der nicht nur die Umwelt in einem generalisiertem Ausmaß schützen, sondern ebenfalls milliardenfaches Tierleid abschaffen und zudem die weltweite Ernährungssicherheit fördern würde.

Eine andere Studie, über die vegan.eu bereits berichtete, zeigte die dramatischen Auswirkungen, die eine Umstellung auf eine vegane Welternährung hätte. Bis 2050 würde eine solche Umstellung auf vegan demnach nicht nur zahlreiche Verbesserungen im Umweltschutz bewirken würde, sondern auch Millionen Menschenleben retten könnte. Das Ergebnis dieser Studie ist spezifisch:

  • der Wechsel zu einer veganen Ernährung würde bis zum Jahr 2050 8,1 Millionen Menschleben pro Jahr retten. Die Freisetzung von Klimagasen durch die Ernärung könnte durch eine vegane Ernährung um 70% reduziert werden. Jedes Jahr ließen sich so bis zu 1000 Milliarden Dollar einsparen.

Aus veganer Perspektive müssen wir den Fehler vermeiden, durch eine übermäßige Fokussierung auf den Flugverkehr von der Notwendigkeit der veganen Ernährung abzulenken. Genau diese Ablenkung ist bereits jetzt weitverbreitet und zeigt sich beispielsweise darin, wenn Veganer durch Fleischesser auf ihre Flugreisen angesprochen werden.

Psychologisch wird so durch den Verweis auf ein kleineres Übel ein größeres Übel ausgeblendet und dadurch nicht mehr handlungswirksam angegangen. Durch den Verweis auf die umweltschädigenden Auswirkungen von Flugreisen entlasten sich Fleischesser von der viel dringlicheren Notwendigkeit, ihren Fleischkonsum zu beenden.

Natürlich ist auch vegan nicht genug. Neben dem Fokus auf der veganen Ernährung muss der zweite Fokus darauf liegen, die Nutzung fossiler Energien so schnell als möglich abzuschaffen und weltweit nur noch regenerative Energien zu verwenden, die insbesondere aus Sonne, Wasser und Wind gewonnen werden. Technisch ist dies innerhalb einer begrenzten Zeit möglich, wenn der politische Wille besteht.

Je mehr Menschen vegan leben, desto wahrscheinlicher wird ein solches Szenarium übrigens. Denn vegan lebende Menschen denken bereits stärker als andere an die Auswirkungen ihres Handelns auf die Umwelt, die Tiere und ihre Mitmenschen. Je mehr es gelingt, Menschen von der veganen Lebensweise zu überzeugen, desto mehr werden Menschen auch ihr Verhalten in vielen anderen Bereichen infrage stellen und ändern.

Bezüglich des Verkehrs ist bei Weitem wichtiger als die Reduktion des Flugverkehrs die Legung des Hauptfokus auf die weltweite Umstellung auf regenralitive Energien sowie die Nutzung aller technischen Möglichkeiten, um vorhandene Verkehrsmittel auch bereits kurzfristig klimaschonender zu machen.

Gefährlicher gesellschaftlicher Rückschritt

Aktuell befinden wir uns jedoch gesellschaftlich in einer Phase des Rückfalls in kurzzeitiges Denken, Egoismus und Appell an primitivste menschliche Bestrebungen, der in Europa und in Amerika mit dem Aufschwung rechtspopulistischer Bewegungen und Leugnung des Klimawandels einhergeht.

In den USA bestreitet der offensichtlich an einer schwerwiegenden narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidende Präsident Donald Trump den Klimawandel und unternimmt zahlreiche Maßnahmen, um der Begrenzung des Klimawandels entgegenzuwirken.

In Brasilien hat ein rechtsradikaler Präsident die Macht ergriffen, der es sich zum Programm gemacht hat, den für die ganze Welt wichtigen Schutzraum des Amazonas weiter zu zerstören. Soeben haben in einem offenen Brief hunderte Wissenschaftler vor diesem Handeln gewarnt.

In Europa leugnen die rechtspopulistischen Parteien den Klimawandel und kämpfen, wie beispielsweise die AfD in Deutschland, gegen die vegane Ernährung.

Anstatt alle Ressourcen auf den Schutz unserer Umwelt und das Aufhalten oder wenigstens die Begrenzung des Klimawandels zu konzentrieren, appelliert der Rechtspopulismus tatsächlich an die schlechtesten möglichen Bestrebungen des Menschens und lenkt durch die Verbreitung von Hass gegen Minderheiten und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit die Aufmerksamkeit vom Klimawandel und der Notwendigkeit zum Wechsel zu einer veganen Ernährung ab.

Der aktuelle Rechtspopulismus schickt sich an, ein Bollwerk gegen die Ausbreitung der veganen Lebensweise zu bilden. Die Äußerung des jetzigen US-Präsidenten Trump 2016 in einem CNN Interview, dass Personen, die kein Fleisch, Milch oder Eier äßen, ins Gefängnis gehörten, sollte uns allen eine Warnung sein. Wortwörtlich Donald Trump:

  • We’re a Christian country, a pro-life country, and a meat-and-potatoes country. We’re supposed to go forth and multiply and eat our meat. That’s how it’s done in America.

Anstatt für die Notwendigkeit einer veganen Ernährung einzutreten, machen sich Rechtspopulisten auch in Europa darüber Sorgen, dass in öffentlichen Kantinen zu wenig Schweinefleisch serviert werde.

Oder sie erklären die Vervielfachung des Fleischkonsums zur nationalen Aufgabe wie in Ungarn, wo die Steuer auf Schweinefleisch von 27 % auf 5 % abgesenkt wurde, um den Fleischkonsum anzukurbeln.

Auch die im rechtspopulistischen Fahrwasser fischende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer lässt es sich nicht nehmen, ausgerechnet dem Veganismus vorzuwerfen, diese Welt in eine Hölle verwandeln zu wollen, obgleich es die fleischessende Gesellschaft ist, die diese Welt bereits längst in eine Hölle für Milliarden Nutztiere verwandelt hat.

Das Einstehen gegen den menschenverachtenden, tierverachtenden und umweltverachtenden Rechtspopulismus ist für alle vegan lebenden Menschen und den Veganismus als Gesamtheit oberstes Gebot. Denn setzen sich diese Kreise dauerhaft durch, wird die Klimakatastrophe nicht mehr aufzuhalten sein, der Veganismus wird verlieren, milliardenfaches Tierleid wird fortbestehen und weiter ausufern und hunderte Millionen oder sogar mehrere Milliarden Menschen werden sich womöglich klimabedingt auf die Flucht begeben müssen, um an den geschlossenen Grenzen der Reichen und Privilegierten zu sterben.

Es droht ein Ende des veganen Trendes und ein erneutes Menschheitsverbrechen.

Dieser enormen Bedrohung, der wir aktuell als gesamte Menschheit ausgesetzt sind, kann sicher nicht dadurch abgeholfen werden, dass wir unsere Flugreisen reduzieren. Die Reduktion des Flugverkehrs kann an diesen Problemen tatsächlich nichts oder nur marginal etwas ändern.

Abgeholfen werden kann dieser Bedrohung vielmehr nur dadurch, dass wir zur veganen Lebensweise wechseln und die Werte des Veganismus, nämlich Empathie und Mitmenschlichkeit, aktiv den Verheerungen von primitivstem menschlichem Egoismus und Rechtspopulismus entgegenhalten. Dann wird die Weltgemeinschaft auch alles in ihren Möglichkeiten stehende unternehmen, um auf regenerative Ernergien umzustellen. Denn das diesbezüglich Versagen der Weltgemeinschaft beruht auf der gleichen Kurzsichtigkeit und dem gleichen Egoismus, auf dem auch der Fleischkonsum beruht.

Fleischkonsum ist immer schlecht

Übrigens gibt es noch einen wesentlichen Unterschied zwischen Fleisch essen und Verreisen, ob mit dem Auto oder dem Flugzeug:

  • Fleischessen ist derzeit immer zerstörerisch. Es ist nur dadurch möglich, dass wir ein Leben vernichten, welches wir niemals zurückgeben können. Fleischessen ist nur möglich über die Leichen der Tiere, die wir uns einverleiben. Fleischessen ist daher immer Lebensverachtung und Grausamkeit, eine Grausamkeit, die schnell auch auf den zwischenmenschlichen Umgang untereinander generalisieren kann.

Fleischessen ist daher derzeit in sich und ausnahmslos etwas Schlechtes, etwas, dass den niedrigsten Motiven, zu denen Menschen fähig sind, entspringt. Fleischessen entspringt tatsächlich ähnlich niedrigen Motiven wie die "Absaufen lassen-Rufe" der Pegida-Demonstranten, nur dass die wenigsten darüber nachdenken.

Fleischessen hat nichts ethisch und moralisch Wertvolles an sich, ist nicht Ergebnis von Empathie und Mitgefühl, sondern ist der Akt der Zerstörung anderen leidensfähigen Lebens für das eigene Geschmackserleben.

Warum sagte ich derzeit?

Weil die Entwicklung der Biotechnologie die Hoffnung birgt, dass wir in nicht allzu ferner Zeit Fleisch zur Verfügung haben, welches nicht mehr durch die Tötung von Tieren gewonnen wird.

Zugegebenerweise habe ich persönlich als Veganer nicht das geringste Interesse, dieses Fleisch zu essen.

Als Veganer setze ich aber meine Hoffnung in dieses Fleisch, weil ich die Realität zur Kenntnis nehmen muss, dass es ein äußerst schwerer, zäher und langwieriger Prozess ist, Menschen von der Aufgabe ihrer schlechten Gewohnheiten zu überzeugen.

Ähnliches wie über das Fleischessen kann  nicht über das Verreisen gesagt werden

Verreisen und Tourismus mögen viele negative Auswirkungen haben, können aber auch zum Positiven dienen. Sie können zu wechselseitigem Kennenlernen, Völkerverständigung, Frieden und auch der Verbreitung von Maßnahmen des Umweltschutzes, einschließlich der veganen Lebensweise, beitragen.

  • Verkehr an sich ist entsprechend - anders als das Fleischessen - nicht immer etwas Schlechtes. Mit Verkehrsmitteln werden Leben gerettet - Tiere und Menschen. Verkehrsmittel ermöglichen es uns, unseren Horizont zu erweitern, nicht nur an einem Fleck zu verharren. Moderne Verkehrsmittel sorgten auch dafür, dass keine Tiere nicht mehr für den Zweck des Verkehrs des Menschen missbraucht werden. Verkehrsmittel brauchen wir, um Hungersnöte zu bekämpfen. Verkehrsmittel sind notwendig, um Saatgut zu transportieren.

Sicherlich mag jeder Mensch seine eigenen Träume und Vorstellungen haben, aber eine Welt ohne Verkehr ist nach meiner festen Überzeugung nicht vorstellbar - eine Welt ohne Fleischkonsum aber sehr wohl.

Deshalb sollten wir als Veganer achtsam sein, nicht selbst der Strategie der Ablenkung derjenigen zu unterliegen, die in Wirklichkeit gar nichts ändern wollen und deshalb unter Verweis auf den Flugverkehr den Sinn der veganen Lebensweise bezweifeln.

Vegan ist nicht alles, aber unverzichtbar

Der Flugverkehr sollte umweltfreundlicher gestaltet werden. Wir sollten immer überlegen, ob wir nicht lieber Bahn oder Schiff fahren können. Wir sollten es nicht nur überlegen, sondern es auch tun.

Wir brauchen nicht alle ein Auto, sondern können uns Verkehrsmittel teilen. Die Benutzung von Bussen, Straßenbahnen und Zügen ist fraglos klimaeffizienter als das Reisen im eigenen Fahrzeug. Gesetzliche Auflagen sollten Flugzeuge weitaus umwelteffizienter machen, auch wenn die Kosten ansteigen.

Vor allem aber sollten und müssen wir aus Gründen des Umweltschutzes und der Menschlichkeit auf Fleischkonsum und die Nutzung anderer Tierprodukte verzichten und andere Menschen für diesen Verzicht gewinnen. Nur so können wir die Voraussetzungen für eine menschenwürdige und tierwürdige Welt zu schaffen, in der wir nicht auf dem Rücken des Leidens anderer leben und diese milliardenfach vernichten.

Der erste Schritt ist der Wechsel zur veganen Lebensweise. Ist dieser Schritt getan, der bei vielen über einen Zwischenschritt der vegetarischen Lebensweise ablaufen mag, sollten weitere Verbesserungen folgen.

Übrigens lebt die von den Rechtspopulisten verleumdete und lächerlich gemachte Greta Thunberg vegan. Sie hat sich entschlossen, vegan zu leben und nicht mehr zu fliegen. Beides zusammen ist hervorragend - nur nicht mehr zu fliegen, wäre demgegenüber wirkungslos.

Greta Thunberg wurde mittlerweile für den Friedens-Nobelpreis  nominiert. Völlig zurecht, denn ohne das Aufhalten des Klimawandels und bei Fortsetzung der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planetens ist Frieden nicht möglich.

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7 Kommentare auf "Vegan für das Klima: Warum vegan wichtiger ist als weniger zu fliegen"

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Sascha Gröhling
Gast
Sascha Gröhling

Ich habe selten so einen guten Artikel gelesen! So habe ich das mit den Flugreisen noch nicht betrachtet.

David
Gast
David
ich habe nichts gegen die vegane ernärhung und bin kein fleisch fan, wenn aber die, klima-wandel gefahr, (ist nicht einfach erfunden, sonder ein rissen betrug, auch wird das militär mit ihren möglichkeit völlig unerwähnt gelassen), gebraucht wird, um leute veganer zu machen, habe ich mühe die vegane ernährung als sinn-voll anzusehen. unnötiges tier-leid ist das eine, (nicht gut), aber statt – die massen-tier-haltungen ganz anders aufzubauen /neu organisieren, was möglich ist, – umwelt – schmutzung lösen, z.b. plastik zurück zu öl umwandeln, seit vielen jahren möglich – und auch ein ganz anderer motor für autos anzuwenden, welcher auch seit vielen… Read more »
Klaus Grünseich
Gast

Ebenfalls ein überragend guter Artikel! Auch dafür kann an Guido Gebauer nicht oft genug ‘vielen Dank’ gesagt werden!

trackback

[…] So gelangte eine großangelegte und weit in den Medien publizierte Studie der Universität Oxford vor Kurzem zu dem Ergebnis, dass der Wechsel zu einer pflanzenbasierten, veganen Ernährung der größte Schritt ist, den ein einzelner Mensch tun kann, um die Umwelt zu schützen. Vegan zu leben, ist bei weitem wichtiger, als beispielsweise weniger zu fliegen. […]

steffen
Gast
steffen

hallo Guido

du hast die vegane Brille auf

trackback

[…] besteht die Gefahr, dass sich die Klimaschutzbewegung in Scheindiskussionen verwickeln lässt, wie die aktuelle Diskussion um den Flugverkehr, der tatsächlich aktuell nur zu 2 % der weltweiten Treibhausgasemissionen […]

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