Was denken Omnivoren über Veganer?

Was denken Omnivoren über Veganer?

Wir haben einmal die zahlreichen Diskussionen auf unseren Facebook-Seiten ausgewertet, um die Frage beantworten zu können, was eigentlich Omnivoren (Fleischesser/Mischköstler) über die vegane Lebensweise denken bzw. welche Argumente sie gegen die vegane Lebensweise anführen.

Diese Auswertung ist nur als ein Ansatz zu bewerten, erhebt also nicht den Anspruch der Repräsentativität. Dennoch denken wir, dass dieseinhaltliche Kategorisierung hilfreich sein kann für vegan lebende Menschen, um sich mit der sie umgebenen nicht-vegan lebenden Welt konstruktiv auseinanderzusetzen. Denn wenn Veganer die gegen den Veganismusvorgebrachten Argumente und Denkweisen kennen, können sie ihnen kompetenter begegnen und dadurch noch effektiver die lebensfreundliche und friedfertige Philosophie und Praxis der veganen Lebensweise vertreten.

Meinungen von Omnivoren zur veganen Ernährung

Veganer ziehen die Tiere den Menschen vor

Vegan lebende Menschen ziehen nicht die Tiere den Menschen vor, sondern verweisen lediglich darauf, dass nicht nur Menschen, sondern auch Tiere leiden. In der veganen Betrachtung wird eine Minimierung von Leiden angestrebt, des menschlichen Leidens, aber auch des tierischen Leidens. Dabei gehen Veganer auch davon aus, dass ein friedfertiger Umgang des Menschen mit den Tieren, die positiven menschlichen Verhaltenspotentiale fördert, dadurch die Schwelle für Leidzufügung und Tötung auch allgemein erhöht und damit letztlich ebenso den Menschen zu Gute kommt. Nach dem Motto: „Wer einer Fliege nichts zu leide tut, vor dem brauchen wir keine Angst zu haben“. Veganer setzen so auf Tugenden von Weichheit und Mitgefühl, statt Brutalität und Grausamkeit.

Veganer vermenschlichen die Tiere

Veganer stellen das im Verhalten erkennbare Streben nach Leben wie auch die Leidensfähigkeit von Mensch und Tier in den Vordergrund. Auf dieser Grundlage treten sie für die Achtung des Lebens von Menschen und Tieren sowie für die Unterlassung von Praktiken, die Leid erzeugen, ein.

Vegan ist zu schwer

Mit der veganen Lebensweise ist eine Verhaltensumstellung verbunden, die Abermillionen Menschen weltweit bereits umgesetzt haben. Auch nach jahrzehntelangem Konsum von Tierprodukten, ist der Wechsel zu einer veganen Lebensweise ohne weiteres möglich. Es ist viel leichter, vegan zu leben, als die meisten denken und wird im Regelfall als ein großer persönlicher Gewinn erlebt. Viele beschreiben es als angenehm, sich ohne Butvergießen zu ernähren und auch bei der Bekleidung auf Produkte der Tierausbeutungsindustrie zu verzichten.

Vegan ist ungesund und führt zu Mangelerscheinungen

Eine abwechslungsreiche und gut zusammengesetzte vegane Kost ist gesund und führt zu keinen Mangelerscheinungen. Alle Untersuchungen, die vorliegen, zeigen, dass vegan lebende Menschen mindestens ebenso gesundoder gesünder sind als fleischessende oder andere nicht vegan lebende Menschen. Neuste Studien zeigen, dass eine vegane Ernährung offenbar vor Krebs schützen kann. Ebenfalls kann eine vegane Ernährung vor Herz-/Kreislauferkrankungen schützen. Umfangreiche Auswertungen wissenschaftlicher Befunde durch die „Academy of Nutrition and Diatetics“ der Vereinigten Staaten gelangen zu der Schlussfolgerung, dass eine gut geplante Ernährung für Menschen aller Altersstufen und auch für Schwangerschaft und Stillzeit geeignet ist. Vegan lebende Menschen müssen neben einer abwechselungsreichen pflanzlichen Kost mit Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, einschließlich Sojaprodukten, Vollkorn, Nüssen und Sämereien lediglich auf die Aufnahme von Vitamin B12 achten, was aber leicht herstellbar ist.

Vegan ist global nicht praktizierbar, die Menschen würden hungern

Die Nutztierhaltung stellt eine enorme Verschwendung unserer weltweiten Ressourcen dar. 70% der landwirtschaftlichen Flächen werden für die Nutztierhaltung belegt. Nutztiere müssen viele Kilogramm pflanzliches Eiweiß verzehren, um nur ein Kilogramm tierisches Eiweiß zu produzieren. Verarbeitung, Transport und Lagerung von Tierprodukten sind weitaus komplizierter, kostspieliger und energieaufwändiger alsLagerung, Transport und Verteilung pflanzlicher Produkte. Zudem wird ein erheblicher Anteil der weltweiten Ernten an Nutztiere verfüttert. Dies führt zu einer Verteuerung von Getreide und anderen Pflanzenprodukten, die sich daher die ärmeren Menschen in der Welt oft nicht mehr leisten können. Nutztierhaltung trägt so zum Hunger in der Welt bei, während eine Umstellung der Ernährung auf vegan am besten geeignet wäre, den Welthunger zu überwinden.

Ich kaufe Öko-Fleisch

Das Gerede von den glücklichen Tieren ist ein Märchen. Öko-Legeghennen werden ebenso über die Zermatschung oder Vergasung der männlichen Küken gewonnen wie konventionelle Legehennen. Öko-Legehennen oder Kühe, die nicht mehr ausreichend produzieren, werden ebenso getötet wie konventionelle Tiere. Das Leben der Öko-Tiere ist ebenfalls nur ein Bruchteil ihres ihres natürlichen Lebenspotentiales. Es werden außerdem die gleichen Schlachtmethoden angewandt, wobei bei Öko-Haltung aber mit eher mehr Betäubungsfehlern zu rechnen ist, weil kleinere Schlachthöfe ohne automatische Betäubungsführung hier präferiert werden, von denen aufgezeigt ist, dass sie besonders häufig zu Fehlbetäubungen mit qualvollem Tod als Resultat führen. Das Öko-Tier ist ebenso wie das konventionelle Tier ein reines Objekt im Interesse der Profiterzielung, sein einziger Lebenswert ist es, dass seine Körperbestandteile oder Körperflüssigkeiten entnommen und verkauft werden. Zudem zeigen Untersuchungen, dass Öko-Nutztierhaltung mit ebenso vielen oder manchmal sogar mit größeren Umweltschädenverbunden ist wie die Massentierhaltung, weil mehr Land und mehr Energie verbraucht werden. Nutztierhaltung ist immer unökologisch, auch wenn sie sich anders nennt. Ein ökologisch verträgliches Leben ist daher nur bei veganer Lebensweise möglich. Die Chance für die ökologische Landwirtschaft liegt in der Annahme des bio-veganen Landbaus. Ein tierechtlich und ökologisch verantwortbarer, humaner Fleischkonsum ist nicht möglich.

Konsum von Milch und Eiern schadet den Tieren nicht

Vegetarier möchten zu einer Achtung des Lebens von Tieren beitragen, indem sie nichts konsumieren, was vom getöteten Tier stammt. Sie konsumieren aber Eier und Milch, weil hierfür keine Tiere getötet werden. Tatsächlich sind Eier-, Milch- und Fleischproduktion untrennbar miteinander verbunden. Hühnerund Kühe leben nur solange wie sie genug Eier und Milch geben. Danach werden sie geschlachtet. Für die Züchtung von Legehennen, müssen Küken ausgebrütet werden, wobei die 50% männlichen Küken umgehend zermatscht oder vergast werden. Damit die Kühe Milch geben, müssen sie regelmäßig geschwängert werden, wobei ihre männlichen Nachkommen rasch getötet werden und zum menschlichen Fleischkonsum beitragen. Konsum von Milch und Eiern ist so ohne Tierleid nicht möglich. Nur durch eine komplett vegane Lebensweise kann menschenerzeugtes Tierleid effektiv beseitigt werden. Vegetarier haben den ersten Schritt getan, der nächste Schritt ist der Wechsel zu einer veganen Lebensweise.

Veganer sind extrem

Die Züchtung, Haltung, Transportierung und Tötung eines leidensfähigen Wesens, um es zu essen, ist aus veganer Sichtweise ein extremer und brutaler Akt. Veganer setzen sich für eine weniger extreme Welt ein, indem sie sich gegen das Blutvergießen zu Zwecken der Ernährung und Bekleidung wenden. Sie möchten eine mildere, weichherzigere und friedfertigere Welt.

Veganer wollen anderen ihre Meinung aufzwingen, spielen sich als die besseren Menschen auf

Veganer möchten das Leid der Tiere sowie die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planetens und die Förderung des Welthungers beenden, die mit der Nutztierhaltung einhergehen. Vegan lebende Menschen halten die Tötung von Tieren zum Zwecke des menschlichen Konsums für ein moralisches Unrecht, welches sie beseitigen möchten. Der Veganismus verurteilt dabei nicht die fleischessenden oder vegetarisch lebenden Menschen, sondern wendet sich lediglich gegen das Verhalten des Konsums von Tierprodukten, welches mit Leid, Umweltzerstörung und Ausbeutung einhergeht. Veganer informieren über die Zusammenhänge und versuchen andere Menschen für die vegane Lebensweise zu gewinnen, um Leid von Tier und Mensch zu mindern.

Veganer sollen selbst vegan essen, aber nicht missionieren

Weil Veganer das Leid der Tiere mindern und die Zerstörung unserer Umwelt stoppen möchten, müssen sie sich für die Ausbreitung der veganen Lebensweise einsetzen. Denn nur dann wird die vegane Lebensweise zu merklichen Fortschritten für Tiere, Mensch und Umwelt führen können, wenn sie sich im Vergleich zu heute erheblich weiter ausgebreitet haben wird. Eine Abschaffung des durch die Nutztierhaltung bedingten Tierleides ist nur möglich, wenn die vegane Lebensweise sich weltweit durchsetzt. Veganer treten daher für ihre ethische Überzeugung ein, um zu einer friedfertigeren und besseren Welt zu gelangen.

Veganes Essen ist voller Zusatzstoffe und umweltschädlich

Veganes Essen sind Pflanzen und ihre Bestandteile. Die meisten vegan lebenden Menchen legen besonderen Wert auf eine möglichst naturbelassene Ernährung und vermeiden möglichst künstliche Zusatzstoffe und Chemikalien. Auch in sogenannten veganen Ersatzprodukten, die manche Veganer sehr gerne und andere weniger gern essen, befinden sich typischerweise keine oder nur wenige chemische Zusatzstoffe, jedenfalls deutlich weniger als in den herkömmlichen nicht veganen Produkten der Supermärkte. Als Veganer kann man auf solche Zusatzstoffe aber auch ohne weiteres gänzlich verzichten. Demgegenüber erhalten unsere Nutztiere unzählige Zusatzstoffe, die so von nicht vegan lebenden Personen über verzehrte Eier, Milch und Fleisch aufgenommen werden. Aufgrund des Zusammenhanges zwischen Nutztierhaltung und der Verfütterung von Zusatzstoffen ist die nicht-vegane Ernährung typischerweise in erheblich geringerem Ausmaß naturbelassen als die vegane Ernährung. Derweil zeigen alle Berechungen und Studien zusätzlich, dass die vegane Ernährung die Umwelt schützt, indem sie der weltweiten Waldrodung, der Zerstörung von Böden durch Verwendung als Weiden, der Verschmutzung des Trinkwassers,sowie auch der Freisetzung klimaschädlicher Gase effektiv entgegenwirkt. Die Ernährung ist dabei für den Umweltschutz wichtiger als der Verkehr, wobei eine vegane Ernährung umweltschonender ist als eine vegetarische Ernährung und eine fleischbasierte Ernährung. Der Verzicht auf Tierprodukte trägt deutlich mehr zum Umweltschutz bei als die Wahl von Produkten aus ökologischem Landbau, wobei die vegane Ernährung mit Bio-Produkten und am besten mit Produkten aus dem bio-veganen Landbau die umweltbezogen optimalste Möglichkeit ist.

Fleischreduktion genügt, Fleischverzicht ist nicht notwendig

Fleischreduktion ist ein Fortschritt, weil dadurch weniger Schaden angerichtet wird. Aber auch für weniger Fleisch müssen Tiere, wenn auch weniger, sterben und es wird ihnen Leid zugefügt. Dabei ist die Annahme einer humanen Schlachtung eine Illusion, schon allein aufgrund der nicht gänzlich zu verhindernden Fehlbetäubungen, die wie bei einer Operation ohne Narkose zu einem Tod in unermesslichen Qualen führen. Außerdem verschwendet auch weniger Fleisch die Ressourcen unseres Planetens im Vergleich zu einer fleischlosen Ernährung. Fleischreduktion ist so als ein erster positiver Schritt zu bewerten, wobei aber Fleischverzicht und vor allem die vegane Ernährung einen weitaus größeren Beitrag für eine im positiven Sinne humane und die natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planetens erhaltene Lebensweise leisten.

Veganer fördern Soja-Monokulturen und Gentechnik

Über 90% des weltweit produzierten Soja wird an Nutztiere verfüttert. Weniger als 2% werden direkt durch den Menschen konsumiert. Die Nutztierhaltung ist der treibende Faktor der Sojamonokulturen und der gentechnischen Veränderung der Sojabohne. Wer direkt Sojabohnen isst, verbraucht bei weitem weniger Soja als derjenige, der Tierprodukte konsumiert. Gerade das direkt durch den Menschen konsumierte Soja kommt zudem oft aus regionaler Produktion. Unbedingt sollten vegan und nicht vegan lebende Menschen auf die Verwendung von nicht gentechnisch veränderten Soja aus ökologischem Anbau achten. Übrigens ist Soja ausgesprochen gesund und alle anderen Darstellungsweisen entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage.

Vegan ist nicht alles

Richtig, vegan ist nicht alles. Aber bei Fortsetzung des Blutvergießens und der Umweltzerstörung, welche immer mit der Nutztierhaltung verbunden sind, ist alles nichts. Eine friedfertige Welt und Menschheit, die positive Werte von Mitgefühl kultiviert, für einander solidarisch einsteht und die natürlichen Lebensgrundlagen des Planetens schützt, ist ohne eine vegane Lebensweise nicht möglich.

Raubtiere essen auch Tiere

Raubtiere essen andere Tiere, weil sie dies tun müssen und keine andere Wahl haben. Der Löwe kann nicht entscheiden, ob er töten möchte oder nicht. Der Mensch kann sich entscheiden, Blut zu vergießen, er kann sich aber ebenso entscheiden, Mitgefühl zu zeigen und auf die Tötung von Tieren zu verzichten. Dies macht d
n Menschen grundsätzlich verschieden von allen Raubtieren.

Ihr habt ja recht, aber ich schaffe es nicht

Doch du schaffst das! Lies dich ein und nimmt Kontakt zu anderen vegan lebenden Menschen auf. Denn gemeinsam sind wir Menschen stärker als allein.

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