Autoimmunhepatitis: Vegane Ernährung mag hilfreich sein

Autoimmunhepatitis: Vegane Ernährung mag hilfreich sein

Bei der Autoimmunhepatits handelt es sich um eine seltene Erkrankung, wobei 0,2–1,2 Neuerkrankungen pro 100000 Menschen in Europa und Nordamerika beobachtet werden.

Die Erkrankung kennzeichnet sich durch einen entzündlichen Prozess in der Leber, der zu Leberzirrhose und Tod führen kann. Ungefähr 80% der Betroffenen benötigen eine lebenslange medikamentöse Behandlung, die typischerweise mit dem Immunsuppressiva Azathioprin und mit Prednisolon durchgeführt wird.

Die Erkrankung ist so selten, dass ein Mangel an kontrollierten Studien besteht, so dass für die Ableitung, Erprobung und Überprüfung von therapeutischen Strategien gegenwärtig noch Einzelfallberichten eine wichtige Funktion zukommt.

Aus einem solchen Einzelfallbericht, der soeben im Fachjournal Lab Medicien durch Flamenco, Hall [&] Swann (2013) veröffentlicht wurde, ergibt sich, dass einer gesunden Lebensweise mit einer veganen Ernährung möglicherweise eine entscheidende therapeutische Bedeutsamkeit zukommt.

Geschildert wird von einer Autorengruppe der Fall einer mittlerweile 28-jährigen Patientin mit Autoimmunhepatitis, die zuvor mit Azathioprin behandelt wurde und gleichzeitig mit einer veganen Ernährung bei zusätzlichem Ausschluss von raffiniertem Zucker und Gewährleistung von regelmäßigem Schlaf und körperlicher Bewegung begann. Mittlerweile zeigt diese Patientin - was nach Angaben des Autoren ungewöhnlich ist – seit Jahren völlig unauffällige Lebensfunktionstests. Entsprechend war auch eine Absetzung der immunsupressiven Medikation möglich.

Die Autoren des Einzefallberichtes nehmen in ihrer auch theoretisch fundierten Bewertung an, dass die klinisch und laborbezogenen erkennbaren gesundheitlichen Verbesserungen möglicherweise Ergebnis der strikten veganen Ernährung sind.

Eine solche Schlussfolgerung lässt sich sicherlich nicht durch einen entsprechenden Einzelfallbericht hinreichend belegen. Vor dem Hintergrund der Seltenheit und Schwere der Erkrankung sowie des Mangels an klinischen Studien und des hier geschilderten positiven Verlaufes ist aber ein Therapieversuch im Sinne einer Umstellung auf eine vegane Ernährung sicherlich auch anderen von Autoimmunhepatitis Betroffenen zu empfehlen.

Quelle:

Flamenco, G., Hall,M.,[&] Swann, A. K. (2013). Case Study and Review of Autoimmune Hepatiti, LabMedicine, 44, 79-85.

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2 Kommentare auf "Autoimmunhepatitis: Vegane Ernährung mag hilfreich sein"

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Roberto
Gast
Es stimmt zwar, dass man bei Autoimmunhepatitis sich hauptsächlich von Lebensmitteln ernähren soll, die als vegan gelten, aber nicht nur. Siehe http://www.drfalkpharma.de/fileadmin/media/broschueren/F80.pdf, Seite 40 im *.pdf Format, effektive Seite 38. Ferner gilt bei Autoimmunhepatitis von vielen Lebensmitteln, die als vegan gelten, abzusehen. Siehe gleichen Link, Seite 34 im *.pdf Format, effektive Seite 32. Eine vollkommene Information wäre willkommen. Die Lebensmittelpyramide sieht nochmals völlig anders aus, wenn man Getreide nicht erträgt. Siehe http://www.zentrum-der-gesundheit.de/weizen-gluten-uebergewicht-ia.html.Letzter Link zeigt auf, dass ab dem gleichen Zeitpunkt das gleiche wie mit den Nutztieren auch mit den pflanzlichen Nahrungsmitteln geschieht und dass sie daher, auch zum Teil biologische,… Read more »
Geronymo
Gast

Roberto@ Der Hinweis auf eine Pharmabroschüre scheint mir hier doch etwas zweifelhaft, sie ist inzwischen auch nicht mehr verlinkt. Hatte die Pharmaindustrie zwischendurch Interesse an gesunder Ernährung?
Und was für eine Geisteshaltung bzw. Seelenzustand ist es denn, der den Verzehr von Tierqualprdukten i.O. findet. Da muss man garnicht lange raten, was rauskommt aus dem Mund, der mit solchen gefüttert wird.

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