Alternativen für Milch gewinnen weiter an Fahrt

Alternativen für Milch gewinnen weiter an Fahrt

Markt für Pflanzenmilch boomt

2010 wurden 7,4 Milliarden Dollar weltweit mit Pflanzenmilch umgesetzt. 2018 wird der weltweite Umsatz gemäß der Angaben im foodinsiderjournal 16,3 Milliarden Dollar betragen.

Weitere starke Steigerungen werden erwartet, wobei insbesondere auch eine starke Zunahme des Konsums vom Pflanzenmilch in China vorhergesagt wird.

Tatsächlich stieg in China der Konsum von Pflanzenmilch bereits seit 2010 jährlich um durchschnittlich 18,7 % an, während in den USA eine jährliche Zunahme von nur 10 % zu beobachten war.

Bald Kuhmilch ohne Kühe

Die Hoffnung auf eine Ersetzung der durch Tierqual gewonnenen Kuhmilch durch tierleidfreie Alternativen beruht aber nicht nur auf dem mittlerweile großen Sortiment an traditionellen veganen Produkten, die aus Getreide, Bohnen oder Sojabohnen gewonnen werden. Vielmehr hat soeben das Start Up Unternehmen Perfect Day  eine Kooperation mit dem Lebensmittelkonzern Archer Daniels Midland geschlossen, um eine Kuhmilch ohne Kühe zu entwickeln, deren Proteine exakt der Kuhmilch entsprechen.

So unnötig eine solche Entwicklung aus veganer Sichtweise eigentlich auch ist, so wichtig ist sie dennoch, um das Tierqualprodukte Kuhmilch durch ein ethisch vertretbares Produkt zu ersetzen. Denn ebenso wie beim veganen Fleischersatz ist auch bei den traditionellen veganen Milchprodukten trotz einer positiven Entwicklung die Konsumzunahme viel zu gering und zu langsam, als dass dem aufgrund der Zunahme der Weltbevölkerung zahlenmäßig sogar weiter ansteigenden Tierleid wirksam entgegenwirken könnte.

Verbraucher klammern bei ihrem Konsum letztlich erfolgreich das Leid der Tiere aus und halten ihre eigenen Geschmacksempfindungen und Gewohnheiten für wichtiger als die Überwindung der durch die Fleisch- und Milchindustrie Milliarden Tieren zugefügten Schmerzen und des Leids, welches sie mit verursachen. Diese aus veganer Sichtweise fraglos zu beklagende extreme Oberflächlichkeit und dieser extremer Egoismus, der für einen schnellen Cappuccino bereit ist, Tieren Leid zuzufügen, ist eine gesellschaftliche Realität, die wir als Veganer nicht leugnen können.

Je ähnlicher desto besser

Konfrontiert mit dem Egoismus und der Unmenschlichkeit des täglichen Konsums von Tieren, ist die Förderung und Entwicklung von Fleisch aus dem Reagenzglas oder eben Kuhmilch ohne Kühe der einzige hoffnungsreiche Weg, um die Überwindung milliardenfachen Tierleid trotz der Insensitivität der Verbraucher in vorhersehbarer Zeit erreichen zu können.

Denn wenn der Geschmack erst 100 % gleich ist und der Preis geringer oder wenigstens nicht höher ist, werden wohl auch die Fleisch- und Milch-Konsumenten bereit sein, das Produkt zu wechseln und auf das Tierleid-Produkt zu verzichten.

Milchindustrie will gegensteuern

Die Milchindustrie hat im Übrigen die Gefahr bereits erkannt und ist aktuell dabei, in den USA massive Lobbyarbeit für ein Verbot der Bezeichnung Milch für pflanzliche Produkte zu erreichen. Vor zwei Jahren schrieben parteiübergreifend 30 US-amerikanische Kongressabgeordnete an die Food and Drug Administration (FAO)  mit der Forderung, gegen pflanzliche Milchalternativen entsprechend vorzugehen. Diese Entwicklung in USA entspricht in Europa bereits durchgesetzten und durch den Europäischen Gerichtshof bestätigten Verboten der Verwendung von Bezeichnungen, wie Milch oder Käse, für vegane Alternativen.

Ebenso gibt es politische Forderungen, diese Verbotspolitik nicht nur auf Milchalternativen, sondern ebenfalls auf Fleischalternativen zu übertragen, wobei Frankreich unter Macron diesen Weg bereits gegangen ist. Aber auch in Deutschland wird Lobbyarbeit für das Verbot von Fleischbezeichnungen für vegane Fleischalternativen geleistet.

Alternativen sind für Tiere einzige Hoffnung

Der Kooperation zwischen Perfect Day und Archer Daniels Midland ist aus veganer Sichtweise viel Erfolg zu wünschen, so bitter es fraglos auch ist, dass am Ende auch solche Konzerne, die derzeit vom Tierleid profitieren, auf diese Art und Weise ihre Gewinne machen werden.

Ohne die Tierqual Firmen und großen Lebensmittelkonzerne im Boot, wird aber eine Beendigung des menschenunwürdigen und tierunwürdigen Konsums von Körperbestandteilen und Körperflüssigkeiten von Tieren nicht zu überwinden sein.

Bei einem seit Jahren bestehenden veganen Trend und einem Anteil von Veganern von nach wie vor nur ca. 1 % an der Bevölkerung in den Industrienationen scheint ein anderer Schluss nicht möglich.

Der veganen Bewegung kommt die entscheidende Rolle zu, durch den konsequenten Kampf gegen das milliardenfache Tierleid die Motivation und den Anreiz zu erhöhen, preiswerte Alternativen so schnell wie möglich zu schaffen und weltweit zur Verfügung zu stellen.

Erforderlich sind diese Alternativen weniger für Veganer selbst als für Fleischesser und Vegetarier, die einfach ohne entsprechend leichte Verfügbarkeit der Alternativen ihr Verhalten nicht ändern werden.

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1 Kommentar auf "Alternativen für Milch gewinnen weiter an Fahrt"

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Dignitas animalis
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Tierleichenschmaus ist angesichts der Treibhausgase, der Resistenzen und er globalen Ernährungsunsicherheit ein irrationales Verhalten, ganz abgesehen von dem Tierleid.

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