Afd warnt vor militanten Veganern und Öko-Terroristen

Afd warnt vor militanten Veganern und Öko-Terroristen

AfD Beatrix von Storch twitterte vor Kurzem ihre Leugnung des Klimawandels mit den Worten: Ja. Es ist warm. Sehr sogar. Aber dieses hysterische #Klimakrisen- Gekreische der Klimanazis ist wirklich unerträglich. Auch wenn wir alle zu Fuß gehen, statt Autos zu bauen nun alle Gendergagaisten werden u nur noch Brokkoli essen: der Sonne ist das egal.

Zuvor fiel die AfD bereits aggressiv-antivean auf durch Forderungen, die Behörden müssten vor einer veganen Kinderernährung warnen. Außerdem postuliert die AfD gemeinsam mit der CDU/CSU, es müsse in Kantinen ordentlich Schweinefleisch gegessen werden. Für den Moslem-Hass der AfD sollen also die Schweine büßen.

Nunmehr stellte der Christian Blex, Landtagsabgeordneter der AfD in Nordrhein-Westfalen, eine parlamentarische Anfrag zu militanten Veganern und Terroristen. Unter dem Titel „Militante Veganer verwüsten Metzgereien - Metzger fordern Polizeischutz“ verweist der Abgeordnete auf Vorgänge in Frankreich, wo sich der Metzgerverbandspräsident schon hilfesuchend an den französischen Innenminister gewandt und zunehmende physische, verbale und moralische Gewalt durch Veganer beklagt habe.

Auf seiner Facebook-Seite wird Blex noch deutlicher:

Die Landesregierung verdeckt das Gewaltpotenzial militanter Tierschützer in #NRW - weist aber selbst darauf hin, dass Metzgereien häufiges Opfer dieser Gruppe sind. Wobei Farbschmierereien und Aufkleber noch harmlos sind. Es kam auch mehrfach zu Sachbeschädigungen, Körperverletzungen, Diebstahl aber auch zu Brandstiftung und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion! In der Öffentlichkeit wird das Gewaltpotential sogenannter Tierschützer meist verschwiegen oder unterschätzt, da es ja ein vermeintlich hehres Ziel sei. Doch auch diese Öko-Terroristen müssen mit der gleichen Härte bekämpft werden, wie alle Extremisten.

Innerhalb der AfD gab und gibt es keinerlei Kritik an der Anfrage von Blex. Nicht ein einziger Abgeorndeter der AfD hat sich zu Wort gemeldet, um die durch Blex angegriffenen Veganer oder Tierschütz zu verteidigen und sich so an die Seite der Tiere zu stellen. Die Anfrage von Blex, die er entsprechend auch schamlos öffentlicht bewirbt, stößt in der AfD  auf Konsens.

Man mag lächeln und zur Tagesordnung übergehen, aber dies wäre ein Fehler. Tatsächlich ist die Gefahr, die von dem Aufwind der Afd in Deutschland und dem Aufwind der Rechtspopulisten in ganz Europa und den USA ausgeht, für die vegane Bewegung und Tierschützer kaum zu unterschätzen:

Die AfD hat es bereits geschafft, die etablierten Parteien zu einer menschenverachtenden Politik zu treiben, die zur de facto Abschaffung des Asylrechts, Massentötungen im Mittelmeer durch Unterlassen und Behinderung von Rettungsmaßnahmen, Verfolgung von Lebensrettern wie auch der Übertragung der schmutzigen Arbeit der Flüchtlingsabwehr an folternde Milizen in Libyen und menschenrechtsverletztende Regimen in Afrika geführt hat. Vor Kurzem noch unvorstellbar, wird mittlerweile ganz offen davon gesprochen, dass wir Menschen lieber im Meer sterben lassen sollten. Selbst eine linksliberale Zeitung, wie Die Zeit, widmet sich diesem Diskurs.

Während die Flüchtlinge als die Schwächsten unter den Schwachen die ersten waren, werden sie nicht die letzten sein, gegen die sich die Hetzmaschinerie der AfD wendet. Zudem zeigt die Geschichte, wie schnell eine solche Hetzmaschienerie zu einer Vernichtungsmaschinerie werden kann. Sollte es den Hetzern gelingen, an die Macht zu gelangen, würden sicherlich auch Tierschützer und Veganer zur Gruppe der Verfolgten und Lagerinsassen gehören. Denn dass die AfD mit Terroristen, zu denen sie auch "militante" Veganer und Tierschützer zählt, kein Erbarmen haben will, macht sie tagtäglich mehr als deutlich. Diese Einstellung teilt sie übrigens mit den wirklichen Terroristen und Fundamentalisten, zu denen sie durch den geteilten Empathie-Mangel eine große geistige Nähe aufweist.

Zudem lässt die radikale Politik des US-amerikanischen Präsidenten Trump gegen Tiere ahnen, was zu erwarten wäre, wenn in Europa gleiches oder schlimmeres an die Macht käme. Widerstand gegen Tierausbeutung und Vernichtung würde noch schneller als bereits jetzt zum Terrorismus erklärt und mit massiver Repression bekämpft werden.

Aber auch wenn die AfD nicht zur Macht gelangt, besteht die Gefahr, dass sie ähnlich wie bei den Flüchtlingen es bei Tierrechten und veganer Ernährung schafft, die Gesellschaft vor sich her zu treiben. Was Maßnahmen gegen Tierschützer betrifft, ist der Schoß ohnehin fruchtbar. So formuliert das Landwirtschaftsministerium unter Julia Klöckner: Wir wollen Einbrüche in Tierställe als Straftatbestand effektiv ahnden. Tierschützer, die massiven Tiermissbrauch in Ställen dokumentieren, sollen also kriminalisiert werden.

Tatsächlich hat die AfD mit ihrer Hetze gegen Geflüchtete bereits erreicht, dass die Gesellschaft sich mit einer imaginierten Gefahr beschäftigt, anstatt sich den wichtigen Themen, wie den Gefahren durch die Tierausbeutungs-Industrie und der Notwendigkeit des Veganismus zu widmen.  Während Studien zeigen, dass die Annahme einer veganen Lebensweise der wichtigsten Schritt zur Rettung des Planeten ist, verwendet die AfD all ihre Kraft darauf, für die Abschottung der Grenzen zu plädieren.

Je mehr eine Gesellschaft sich mit fremdenfeindlicher Hetze beschäftigt, desto weniger diskutiert sie über die vegane Lebensweise. Weltweit bedrohen die Folgen der Tierausbeutung unser alle Überleben. Dies komplett ignorierend,  trägt die AfD mit aller Kraft dazu bei, von diesem zentralen globalen Thema durch Angst- und Panikmache gegen Geflüchtete abzulenken.

Entsprechend ist es zu befürchten, dass es kein Zufall ist, dass in der gesellschaftlichen Diskussion bereits jetzt eine deutliche Abnahme der Berichterstattung über die vegane Lebensweise zu erkennen ist. Der fremdenfeindliche Diskurs erweist sich auch auf diese Weise als menschenfeindlich. Denn immerhin könnten durch die weltweite Annahme einer veganen Lebensweise, von der der fremdenfeindliche Diskurs erfolgreich ablenkt, nach wissenschaftlichen Befunden mehrere Millionen Menschenleben gerettet werden. Stattdessen warnt die AfD vor militanten Veganern und Tierschützern, Öko-Terroristen und Klima-Nazis (womit sie Klimaschützer meint).

Die Gefahren haben fraglos weit vor der AfD begonnen, die ihren Aufstieg dem Krieg in Syrien und der dadurch bedingten temporären Zunahme von Geflüchteten verdankt. Will Potter warnte schon vor Jahren in seinem Buch Green is the new red vor zunehmender staatlicher Beobachtung und Verfolgung von Tierrechtsaktivisten. Verstärkte Repression gegen Tierschützer ist dabei insbesondere verbunden mit politisch konservativen Positionen und nimmt im Regelfall umso mehr zu, je weiter rechts sich politische Akteure positionieren.

Der Versuch, Tierschutz und Tierrechte unter dem Begriff des Terrorismus abzuhandeln, ist für die Repression die rechtfertigende Strategie. Maßgeblich zusammenhängt diese Repression dabei auch mit der Lobbyarbeit der Agrarindustrie, von Pelztierzucht und -handel sowie der pharmazeutischen und Tierversuchsindustrie.

Je stärker es der AfD gelingt, mit ihrem repressiven Kurs und ihrem rückwärtsgewandtem, brutalen politischem Diskurs die Gesellschaft zu prägen, umso schneller wird sich die Repression gegen Veganer und Tierschützer verstärken. Tierschützer drohen so zunehmend zum Angriffspunkt staatlicher Gewalt zu werden. Die Tierausbeuter werden zu Opfern verklärt und die wahren Opfer - die Tiere - werden ausgeblendet.

Lassen wir die AfD durchkommen, tragen wir dazu bei, die Schleusen für einen staatlichen Angriff auf Veganismus und Tierschutz weiter zu öffnen und den noch wachsenden veganen Trend in sein Gegenteil zu verkehren.

 

 

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13 Kommentare auf "Afd warnt vor militanten Veganern und Öko-Terroristen"

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Kain
Gast
Kain

“Innerhalb der AfD gab und gibt es keinerlei Kritik an der Anfrage von Blex.”
Kritik woran denn, bitteschön? an der Idee, dass Bombenleger bestraft werden? Dass Fassadenverschandelung belangt wird? Dass rechtswidrige Aktionen Folgen haben sollen?
Es interessiert mich nicht, was meine Mitbürger auf ihren Tellern haben. Aber Metzgern die Lebensgrundlage zu sabotieren hat mit Tierschutz nichts zu tun.

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