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Algen liefern Omega-3-Fettsäure DHA

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"Algen statt Fisch" gibt DHA und schont die Meere

Immer wieder wird zum Konsum von Seefisch aufgefordert, da dieser die Omega-4-Fettsäuren DHA und EPA liefere. Diese wiederum sollen gut für die Herzgesundheit sein. Nun zeigt eine ganz aktuelle Übersichtsarbeit, dass durch den Konsum von Algen ebenfalls die Konzentrationen von DHA in Blut und Gewebe verbessert werden können.

Vor einiger Zeit war bereits eine andere Überblicksarbeit zu dem Ergebnis gekommen, dass vegan oder vegetarisch lebende Personen kein DHA oder EPA supplementieren müssen. Eine Studie aus dem Jahr 2014 fand zudem ähnliche Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren im Blut bei Veganern wie bei Omnivoren (Fleischessern). Demgegenüber berichtete allerdings eine Studie aus dem Jahr 2015 tatsächlich geringere Konzentrationen von EPA und DHA in Blut und Gewebe bei vegan lebenden Personen im Vergleich zu Omnivoren. Jedoch wiesen Veganer wiesen keine geringere, sondern eine höhere Herzschlagvariabilität auf. Eine höhere Herzschlagvariabilität ist mit einem geringeren Risiko für einen plötzlichen Herztod verbunden. Die Autoren dieser Studie nahmen daher an, dass andere Faktoren in der veganen Ernährung den – allerdings keineswegs durchgängig in Studien beobachteten – geringeren Gehalt an EPA und DHA ausgleichen können.


Die neue Überblicksarbeit gelangt nun zu dem Ergebnis, dass der Einschluss von Algen in die vegetarische oder vegane Ernährung die Versorgung mit DHA verbessern könne. Algen seien sogar die primären Produzenten für DHA in der maritimen Nahrungskette. Damit seien sie eine aussichtsreiche Alternative für Menschen, die keine Meerestiere essen.


Die Autoren analysierten vier wissenschaftliche Versuche mit randomisierter Zuweisung der Teilnehmer zu den Versuchsbedingungen. Alle vier Versuche seien zu dem eindeutigen Ergebnis gelangt, dass Algen die DHA Konzentrationen in Blut und Gewebe von vegan oder vegetarisch lebenden Personen verbesserten.


Die Fischerei führt zu enormen Verwüstungen in den Meeren und zu ebenso enormen Tierleid. Für Fische gelten dabei keinerlei Tierschutzgesetze und ihr Tod ist oft besonders qualvoll. Der Konsum von Fisch ist daher aus ethisch-veganer Perspektive inakzeptabel und kann keineswegs durch die Zuführung von DHA und EPA gerechtfertigt werden. In Anbetracht der Sachlage, dass Algen die eigentlichen Produzenten sind, ist es umso unverständlicher, warum auf Fische, anstatt auf Algen zurückgegriffen wird.


Die neue Übersichtsarbeit liefert belastbare Belege, dass der Konsum von Algen die Versorgung mit DHA verbessern kann. Bereits eine ältere Einzelstudie gelangte zu dem gleichen Ergebnis sowohl für DHA als auch für EPA
Wie ist es möglich, dass trotz der katastrophalen Auswirkungen der Fischerei auf die Meere weiterhin zum Fischkonsum aufgefordert wird? Wieso gibt es nur so wenige Studien zu Algen, aber viel mehr Studien zu Fischölen? Wieso werden die positiven Auswirkungen einer veganen Ernährung auf die Meere und die in ihren lebenden Tiere und Pflanzen kaum thematisiert?


Die Antworten liegen in der verfestigten carnistischen und tierausbeutenden internationalen gesellschaftlichen Struktur. Obwohl es sich eigentlich geradezu aufdrängt die Versorgung mit DHA, EPA oder auch Jod über Algen anstatt über Fische zu regeln, fehlt es an einem Interesse, hierfür die notwendigen wissenschaftlichen Studien durchzuführen und Angebote zur Verfügung zu stellen.


Auch wenn weitere Studien fraglos notwendig sind, ist es bereits jetzt für vegan und vegetarisch lebende Menschen ratsam, ab und zu Algen in ihre Ernährung mit einzuschließen.

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