Bayerischer Verwaltungsgerichtshof entscheidet gegen Zwangsjagd

Bayerischer Verwaltungsgerichtshof entscheidet gegen Zwangsjagd

Die Jagd ist ein Blutsport, bei dem Menschen Freude daran empfinden, Tiere zu erschießen. Die organisierte Jagd bemüht sich sogar darum, Kinder so früh als möglich an diesen Blutsport heranzuführen, offenbar um eine Abstumpfung gegenüber dem Leid der Tiere zu bewirken und ein sogenanntes Jagdfieber als Freude am Töten zu erzeugen. Kultiviert werden damit die schlechtesten Eigenschaften des Menschen. Zudem dient die Jagd der Verbreitung von Schusswaffen und ist insofern für Menschen ebenfalls eine Gefährdung, selbst wenn von den immer wieder stattfindenden und nicht ausschließbaren Jagdunfällen, bei denen Menschen durch Jäger verletzt oder sogar getötet werden, abgesehen wird.

Bis vor Kurzem bestand in der Bundesrepublik Deutschland die absurde Situation, dass Menschen, die die Tötung von Tieren ablehnen, entsprechend auch Veganer, dennoch die Jagd auf ihren Grundstücken zulassen mussten. Damit durften Veganer und Vegetarier bisher entweder kein Land besitzen oder sie mussten es bis hin zu einer Mitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft aktiv dulden, dass auf ihrem Land gegen ihre ethischen Prinzipien Tiere erschossen wurden. Für vegan und vegetarisch lebende Menschen war dieser Zustand unerträglich, da er sie zwang, entweder auf Landbesitz oder auf die Umsetzung ihrer ethischen Prinzipien zu verzichten.

Dieser Menschenrechtsverletzung bereitete der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte schließlich grundsätzlich ein Ende, indem er feststellte, dass die Jagdpflicht in der Bundesrepublik Deutschland gegen die Menschenrechte eines klagenden ethischen Jagdgegners verstieß.

Nunmehr hat auch der Verwaltungsgerichtshof Bayern dieses Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte mustergültig umgesetzt. Nicht nur sprach der Verwaltungsgerichtshof denKlägern ausdrücklich ein Recht auf jagdfreien Grundbesitz zu, sondern er stellte siezusätzlich von jedweder möglichen Schadenersatzpflicht aufgrund gegebenenfalls durch Tiere bedingter Schäden (z.B. Ernteschäden) frei!

Damit sind nunmehr die Voraussetzungen geschaffen, die Jagd nachhaltig zurückzudrängen, indem die Jagd auf eigenen Grundstücken verboten wird, wobei es zu erwarten und zu wünschen ist, dass künftig Jagdgegner zunehmend Grundstücke erwerben werden, um Jagdfreiheit gewährleisten zu können.Für vegan lebende Menschen ist der Erwerb von Grundstücken jedenfalls nunmehr attraktiv geworden, weil sie dadurch zusätzlich zu ihrer veganen Lebensweise einen weiteren effektiven Beitrag für den Tierschutz leisten können.

Aus tierrechtlicher und veganer Sichtweise handelt es sich bei der jetzigen gerichtlichen Entscheidung um eine zu begrüßende Entwicklung,deren Fortsetzung zudem für die Delegitimierung der Jagd wertvolle Dienste leisten wird. Denn nunmehr wird noch stärker als bisher unter Beweis gestellt werden können,dass die behaupteten Katastrophen ausbleiben und jagdfreie Gebiete keineswegs zu ökologischen oder relevanten ökonomischen Schäden führen.

Längst ist belegt, dass die Jagd nicht dem Naturschutz dient, sondern dass Ökologie und Artenvielfalt voneiner Jagdfreiheit profitieren (siehe Erfahrungen in italienischen Nationalparks). Ökonomische Schäden auf Feldern lassen sich vermeiden, indem Felder künftig verstärkt eingezäunt werden. Verbiss in Wäldern wird sogar eher abnehmen, da die Tiere weniger scheu sein und sich künftig mehr an den Waldrändern und auf Wiesen aufhalten werden. Die sogenannte Hege der Jäger, mit der diese systematisch die übermäßige Vermehrung von Tieren fördern, damit diese erschossen werden können, wird aufhören.

Entgegen der fehlerhaften Behauptungen der Jäger, die leider von vielen Menschen geglaubt werden, ist noch niemals ein Wald oder Öko-Gebiet durch dort lebende Tiere zerstört worden. Auch ist die Jagd kein notwendiger Ersatz für Raubtiere, da die Jäger bei weitem mehr Tiere schießen als die kleine Anzahl an Tieren, die jemals z.B. durch Wölfe erbeutet werden würden, wobei aber gegen eine Wiederansiedlung der Wölfe natürlich keinerlei Bedenken bestehen.

Das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gibt zusammenfassend Anlass zur Hoffnung, dass es im langfristigen Verlauf gelingen wird, dem Blutsport der Jagd endlich ein Ende zu bereiten. Hierzu ist ein zwar nur erster Schritt getan, dessen Bedeutung aber dennoch kaum hoch genug eingeschätzt werden kann.

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20 Kommentare auf "Bayerischer Verwaltungsgerichtshof entscheidet gegen Zwangsjagd"

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Seksan Ammawat und Guido F. Gebauer
Webmaster

Glücklicherweise hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hier ein klares Urteil gesprochen, welches hervorragend durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof umgesetzt wurde. Dies ist auch Ausdruck eine veränderte gesellschaftlichen Bewusstseins und wäre vor einigen Jahrzehnten nicht möglich gewesen. Bei wachsender Reflektion erkennen immer mehr Menschen, dass die Tötung von Tieren aus Spaß kein "ehrenwerter Sport", sondern ethisch verwerflich ist.

Thomas
Gast

Bei der Gerichtsentscheidung geht es lediglich um Eigentumsrecht. "Ethisch verwerflich" ist die Jagd deshalb noch lange nicht.

Geertruida Kupferschläger
Gast

Jäger sind bei weitem kein "Sportler". Jäger sind primitive Killer die ein riesen Spaß an töten haben um damit ihre eigene Unzulänglichkeiten und Minderwertigkeitskomplexen auszugleichen.Sie brauchen um sich als Mann zu fühlen die Macht ein Leben aus löschen zu können.Die gehören in die Psychiatrie und nicht in den Wald.Kinder diesen verwerfliche Machtspielen zu zu führen ist eine kriminelle Aktion die nie geduldet werden darf.

Thomas
Gast

Tja, das sind leider die Klischees von sehr, sehr ahnungslosen Menschen, gegen die man nicht ankommt. Gegen Vorurteile ist kein Kraut gewachsen.

Thomas
Gast
oskar
Gast

Und wenn du noch tausend handzahme Artikel anführst: Eine Beschäftigung, welche sich letzten Endes um das Töten von Lebewesen dreht, IST pathologisch.

Thomas
Gast

Nun, da haben wir wahrscheinlich ein komplett unterschiedliches Weltbild. Dass müssen wir gegenseitig akzeptieren.

oskar
Gast

Sehr interessant, dass ausgerechnet Du dich jetzt auf gegenseitige Akzeptanz berufst, ich könnt mich einpinkeln vor Lachen.

Thomas
Gast

Tu dir keinen Zwang an. 😉

Sabine Heitkemper
Gast

Der Mensch tötet nicht nur Tiere er bringt sich selbst auf bestialische Art und Weise um. Schon Pythagoras sagte : Solange Menschen Fleisch essen, werden sie sich gegenseitig umbringen. Und er sagte auch: Alles was wir den Tieren antun, fällt auf den Menschen zurück! Der Mensch ist dumm und dov!
Ich begrüße die Gerichtsentscheidung!

Jägergesundung
Gast
Einer Art Schizophrenie, welche Jäger anheim fallen, besteht aus der Liebe zum Tier, welchen er durchaus streichelt und als Kumpel oder Weggefährte wahrnimmt und der Lust am Tode eines Tieres. Zwar mag er sich die Brücke schlagen, dass das Tier mit zuerkanntem Recht auf Leben einer anderen Gattung angehört (bspw. Jagdhund) und somit aufgewertet wird, doch letztlich verkennt er, dass diese lediglich Gedankenblüten sind, die sein schlechtes Gewissen beruhigen sollen, und er doch kein blutrünstiger, empathieloser Mensch ist. Erfreulich ist, dass der Mensch sich tatsächlich weiterentwickelt. Früher waren noch dunkelpigmentierte Menschen noch Tiere, die man jagte, was man sich auch… Read more »
Michael
Gast
Hallo liebes Forum,Es ist ja wohl total bescheuert hier Jäger mit Killern gleichzusetzen.Erstens es gibt überall Jäger und Gejagte oder frisst ein Löwe Blumen?? Ich glaube nicht, kenn mich da nicht so aus.Zweitens ein Jäger schützt auch eure Speisen. Ach was das wussten sicherlich einige von euch nicht.Ihr müsst mal ein Wildschwein in einem Mais Feld sehen.Das frisst nicht mal ebend weil es nur Hunger hat,sonder zertört einen beahtlichen Prozentsatz der Ernte.Oder einen Fuchs der in einen Hühnerstahl rasst.Desweiteren haben Jäger gewisse Richtlinien wann welches Tier zu töten ist. Jäger gehen nicht mal ebend in den Wald und schiessen auf… Read more »
Th.Klaßen
Gast

Ich bin weder Jagdgegner noch Jäger. Aber es war immer schon so, das sog."Umfriedete Bezirke", ( z.T. auch Berfriedete B. )einfach gesagt, eingezäunte Bereiche, von der jagd ausgenommen werden konnten. Also: Nichts Neues, nur eine marginale Änderung.
Und Michael: Marder, vor Allem Steinmarder richten die großen Schäden in Geflügelhaltungen an, nicht Füchse. Die packen sich ein Beutetier und verschwinden damit.

W-J-L
Gast
Also, um es mal so zusagen. Bambi hat mit Walt Disney begonnen. Es gibt Jäger und Jäger. Viele dieser Veganer haben sich auch selber vom normalen leben entfernt. Entfremdet aber total, auch ein Veganer ist ein Mörder. Er ist Weizen, Reis Mais und alles was nicht Fleisch ist. Nur hat der Veganer vergessen das alles was mit Veganer Nahrung zu tun hat auch lebende Organismen und Lebenwesen sind. Zum Beispeil ein Kopfsalat, er fühlt auch so wie ein Tier. Nur alles auf verschiedenen Ebenen. Ein Tier fühlt wie der Kopfsalat. Ich habe keine Probleme mit Jägern. Denn der Jäger muss… Read more »
oskar
Gast

@W-J-L: Ihr Text ist wirr und enthält nicht ein einziges solides Argument. Kleines Experiment zum Kopfsalat-Essen-ist-Töten-Argument:
Nimm doch mal ein KIeinkind an die Hand, vor Euch zwei Tische. Links: ein Kopfsalat. Rechts: ein Hase. Schneide beide in der Mitte durch beobachte.

w-j-l
Gast

@oskar, das stimmt das alles wirr ist…Gebe ich auch zu…Weil das ganze Wirr ist…viele Reden ohne mal richtig nachzudenken…zum schluss wird man richtig verwirrt…

Ronny
Gast
@ Michael, habe gerade zur sogenannten Jagdzeit deinen Komentar gelesen und müßte mich sehr über dein Unwissen wundern. Jäger schießen nicht nur auf Vierbeiner , da bist du nicht sehr gut informiert .Mir ist es auch egal , wo sie hin ballern , solange sie kein Tier treffen und so war es voriges Wochenende bei uns , einer von diesen Blindgängern hat einen Kollegen getroffen , ihn mit einem Wilschwein verwechselt , drei Tage hat er noch gelebt und sicher hat dieser auch noch recht viel gemerkt vom Versehen des halblinden "Jagdkollegen" , also wiegesagt ,mir ist es auch egal… Read more »
Wolf
Gast
@MichaelDu hast vollkommen Recht, Jäger sind keine Killer , Jäger sind primitive Dummköpfe die keiner braucht . Was redest du hier für einen Blödsinn , redest du von Mais oder E10? Wildschweine im Mais ist doch klasse,du stehst doch auch nicht an einer Würstchenbude wo’s keine Würstchen gibt ,Depp. Jäger gehen in den Wald um ihre Minderwertigkeitskomplexe zu heilen , wie oft ballern sie daneben oder treffen ihre eigenen Kupanen weil sie einfach nur zu blöd sind . Sie sind diejenigen die das ganze Sozialgefüge der Tiere durch ihre blinde Ballerei zerstört haben , weil die Tiere sich erst dann… Read more »
Cornelia Mangold-Thiede
Gast

Hoffentlich geht es in ganz D so weiter
Ich hasse Jäger

Thomas
Gast

Jagd ist ein ehrbarer Sport, der auch der Charakterentwicklung dient. Deshalb ist es aus meiner Sicht zu begrüßen, wenn Kinder so früh wie möglich an die Jagd herangeführt werden. Propagandartikel wie dieser werden sich hoffentlich nicht verfangen, zumal hier eine extreme Einzelentscheidung dargestellt wird.

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