“Rüsselheimer Schweine”: Wir waren vor Ort

“Rüsselheimer Schweine”: Wir waren vor Ort

Hier berichten wir über unseren Besuch vom 18.05.2013 bei 126 Schweinen in einem Hof bei Luckenwalde in der Nähe von Berlin, die durch den Verein Rüsselheim e.V. vor dem sicheren Tod gerettet wurden.

Weitere 34 Schweine, die auf anderen Gnadenhöfen oder Pflegestationen leben, werden wir demnächst ebenfalls besuchen.

Seksan Ammawat beantwortet unten im Interview Fragen von Prof. Dr. Bernhard H. F. Taureck zu unserem Besuch und zur Inaugenscheinnahme der Lebensbedingungen der Tiere in Luckenwalde.

Beeindruckt von dem, was wir gesehen haben, bitten wir aber gleich zu Anfang der Artikels - damit es auch nicht überlesen wird -unsere Leserinnen und Leser herzlich, das Projekt durch die Übernahme von Patenschaften, Teilpatenschaften oder die Leistung von ehrenamtlicher Mitarbeit zu unterstützen.

Es ist bemerkenswert, dass innerhalb kürzester Zeit für 105 Tiere bereits Paten gefunden werden konnten. Aber für 55 Tiere wurden noch keine Paten gefunden. Es fehlen deshalb noch Mittel, um das Projekt und damit das Leben der Tiere langfristig abzusichern. Der kleine Verein kann die Kosten für die 55 Tiere, für die bisher keine Paten gefunden wurden, nicht aus eigenen Mitteln dauerhaft stemmen.

Eine Vollpatenschaft umfasst einen Beitrag von 45 EUR im Monat. Wer sich dies nicht leisten kann, ist eingeladen, eine Teilpatenschaft zu übernehmen oder anderweitig zu spenden. Willkommen und gesucht sind außerdem Menschen, die bereit sind, das Projekt durch ihre ehrenamtliche Mithilfe zu unterstützen.

Bitte sagt eure Unterstützung zu und setzt euch hierfür am besten jetzt gleich in Verbindung mit Rüsselheim e.V.:

ruesselheim@freenet.de

Ebenfalls wird darum gebeten, diesen Artikel durch Teilen bekannt zu machen und so noch mehr Menschen für die Unterstützung dieses in seiner Struktur einzigartigen Tierschutzprojektes zu gewinnen.

Bedeutsamkeit des Projektes

Über Hintergründe und Verlauf des Projektes hatten wir bereits mehrfach berichtet (siehe hier und hier). Festgestellt werden kann, dass durch das Engagement von Rüsselheim e.V. erstmals die Auflösung eines Mastbetriebes nicht mit der Tötung aller Tiere endete. Zuvor schien das menschengemachte Lebensende der Tiere bereits unausweichlich. Vorgesehen war für sie der Transport zum Schlachthof. Von der hier verwandten Elekrobetäubung sind Fehlfunktionen bekannt, die bei einzelnen Tieren zur Schlachtung im bewegungsunfähigen, aber voll bewussten Zustand führen (siehe hier). Dieser Tod ist mit extremen Qualen verbunden. Das Auftreten solcher Fehlfunktionen ist dabei nach wissenschaftlicher Auskunft unvermeidbar. Die weitverbreitete Annahme einer schmerzfreien Schlachtung ist eine Illusion. Sie dient dazu, den Konsumenten das schlechte Gewissen zu nehmen, welches heutzutage mit dem Fleischessen längst verbunden ist.

Der Verein Rüsselheim e.V. wollte sich in das scheinbar Unausweichliche nicht fügen und versuchte stattdessen das scheinbar Unmögliche:

Mit viel Improvisationgelang es, die Tiere provisorisch auf einem eigentlich nicht für die Schweinehaltung ausgestatteten Hof in Brandenburg unterzubringen. Von dort aus ging es nach viel Ärger mit Behörden weiter in eine auch längerfristig verfügbare Unterbringungsmöglichkeit bei Luckenwalde in der Nähe von Berlin. Hier sind die Tiere nunmehr auf dem Hof eines Bio-Landwirtes untergebracht.

Wäre eine vergleichbare Rettungsaktion für Hunde und Katzen sicherlich landesweit begrüßt worden und hätte wohl auch prominente Sponsoren gefunden, sah sich die Rüsselheimer Schweinerettung von Anfang an mit Unverständnis und Fassungslosigkeit konfrontiert. Diese Reaktionen bezogen sich jedoch nicht auf die Brutalität von Massentierhaltung und Schlachtungen, sondern auf die Rettungsaktion!

Deutlich wird anhand dieser Reaktionen erneut der Wertigkeitsunterschied, den die Gesellschaft „Haustieren“ und „Nutztieren“ zuweist. Genau hiergegen wendet sich die Schweinerettung, die den Lebenswert von „Nutztieren“ betont und sich der Reduktion dieser Tiere auf das Fleisch, welches ihnen entrissen wird, entgegenstellt. Sichtbar gemacht werden soll, dass die Beschränkung des Lebenszweckes von „Nutztieren“ auf ihre Schlachtung und ihr Fleisch nicht naturnotwendig, sondern menschengemacht und damit auch durch Menschen veränderbar ist.

In der Logik von Speziesismus und Carnismus – also der Ideologien, die die Verwertung von Tieren als Fleischlieferanten rechtfertigen – ist die Rüsselheimer Schweinerettung Geld- und Zeitverschwendung, naiv und lächerlich. Aus tierrechtlicher und veganer Sichtweise ist sie wirksamer Einsatz für individuelle Tiere, aber auch darüber hinausgehend gesellschaftliche Aufklärungsarbeit über die Möglichkeit und ethische Notwendigkeit einer fleischfreien Gesellschaft.

INTERVIEW: Prof. Dr. Bernhard H. F. Taureck befragt Seksan Ammawat über den Besuch in Luckenwalde

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Wie wurdest du auf „Rüsselheim e.V.“ und die Schweinrettung aufmerksam?

Auf Rüsselheim e.V. stieß ich erstmals durch einen Stand bei einem veganen Weihnachtsmarkt in Hannover. Außerdem schrieb uns Petra Mazur von Ethice e.V., damit wir unsere Leserinnen und Leser von vegan.eu auf ihr Projekt aufmerksam machen können, mit Bildern von „Nutztieren“ auf Taschen und Magnetfolien diesen ein Gesicht zu geben. Petra berichtete von Rüsselheim e.V. und dass sie einen Teil der über den Taschenverkauf eingenommenen Gelder an Rüsselheim e.V. spendet. Im weiteren Verlauf haben wir mit Rüsselheim e.V. Kontakt aufgenommen und haben dann auch bereits mehrfach über das Projekt berichtet.

Was hast du in Luckenwalde gesehen?

Wir waren dort zu Dritt und haben alle den gleichen Eindruck gewonnen. Ich bin sehr beeindruckt von der Entwicklung des Projektes und der Qualität der Lebensbedingungen, die den Tieren bereits jetzt zur Verfügung steht. Es wurde mir noch einmal deutlich, dass hier Tieren wirklich geholfen und gleichzeitig Pionierarbeit für eine fleischfreie Gesellschaft geleistet wird.

Kannst du die Lebensbedingungen der Tiere etwas genauer beschreiben?

In dem Stall in Luckenwalde leben insgesamt 126 Tiere, die auf zwei große Gruppen aufgeteilt sind. Die beiden Stallteile umfassen jeweils eine Länge von ca. 50m und eine Breite von ungefähr 5m. Zusätzlich steht den Tieren ein jederzeit betretbares Außengelände in gleicher Größe zur Verfügung.

Allerdings ist das Gehege der einen Gruppe derzeit noch in kleinere Unterbereiche unterteilt, so dass die Tiere nicht den ganzen Raum nutzen können, während bei der anderen Gruppe bereits die gesamte Fläche durch alle Tiere genutzt werden kann. Der Landwirt erklärte uns, dass es notwendig sei, die Tiere langsam aneinander zu gewöhnen, um Streitigkeiten entgegenzuwirken. Bei der einen Gruppe sei es bereits möglich gewesen, alle Abgrenzungen herauszunehmen, bei der zweiten Gruppe werde dies aber ebenfalls in Kürze erfolgen. Die Tiere leben im Stall auf Stroh.

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Der Außenbereich besteht aus einem teilweise mit Pflanzen, auch Bäumchen bewachsenem Erdreich. Die Schweine sind aber bereits sichtbar damit beschäftigt gewesen, die Pflanzen auszugraben und sich im Erdreich zu wühlen. Der Tag, an dem wir in Luckenwalde waren, war recht regnerisch, so dass das Außengehege zunächst von den Tieren kaum genutzt wurde. Der Landwirt berichtete aber, dass dies bei sonnigem Wetter ganz anders sei. Das konnten wir dann kurze Zeit später als das Wetter etwas aufklarte selbst in Augenschein nehmen. Immer mehr Schweine verließen zeitweilig den Stall und hielten sich im Außengehege auf.

Die Tiere werden gefüttert mit Kraftfutter aus verschiedenen Getreidearten, sowie mit Gemüse und Brot, wobei letzteres unter anderem von einer Biobäckerei gespendet wird. Das Kraftfutter vermittelte einen sehr frischen Eindruck, roch so, als ob man gleich damit backen könnte. Getränkt werden die Tiere mit frischem Trinkwasser, welches ihnen jederzeit zur Verfügung steht. Auch das Kraftfutter steht jederzeit zur Verfügung, wobei es ein automatisches Fütterungssystem gibt. Immer wenn ein Tier Hunger hat, stößt es gegen eine Hebelvorrichtung des Futterspenders und erhält sofort Nahrung. Die Schweine werden allerdings - anders als in der Mast – nicht so gefüttert, dass sie möglichst schnell und viel zunehmen.

Die Tiere vermitteln daher auch einen schlanken und sehr vitalen Eindruck. Sie wirkten freundlich und es war unmittelbar wahrzunehmen, dass sie sich wohl fühlen und gut miteinander zurecht kommen. Wenn sie ruhten, lagen sie oft in einzelnen Gruppen von 3-13 Einzeltieren beisammen. Die Tiere waren durchaus lebendig, aber wirkten überhaupt nicht unruhig. Anzeichen von Agitiertheit waren nicht zu beobachten. Gelegentlich gab es zwar kleinere Streitigkeiten, diese waren aber jeweils schnell beendet.

Die Tiere waren nicht scheu. Einige Tiere suchten den Kontakt, wirkten neugierig und ließen sich gerne streicheln, andere hielten aber lieber ein bisschen Abstand, waren aber keineswegs aggressiv und wirkten zu keinem Zeitpunkt ängstlich. Wir haben uns die Tiere knapp vier Stunden angesehen. Es wurde aber bereits beim Betreten des Stalles deutlich, dass zwischen einer typischen Schweinemasthaltung und den hier gegebenen Lebensbedingungen ein Abstand so groß, um es bildlich zu sagen, wie zwischen Himmel und Hölle liegt.

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Es war wirklich sehr erfreulich, die Tiere hier so zu sehen, gerade wenn berücksichtigt wird, unter welchen Bedingungen sie früher leben mussten und Abermillionen anderer „Nutztiere“ Tag für Tag weiterhin leben müssen.

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Wie seid ihr mit dem Landwirt ins Gespräch gekommen?

Der Landwirt war entgegen kommend und auskunftsbereit. So erklärte er uns im Detail das Fütterungssystem und die Versorgung mit Trinkwasser und beantwortete auch sonst bereitwillig alle unsere Fragen. Wir konnten uns alles ansehen und uns völlig frei bewegen. Der Landwirt war sichtlich stolz auf die Versorgung und Lebensbedingungen der 126 Schweine und wirfanden, dass er dazu auch allen Grund hat.

Der Landwirt führte uns dann auch in die stillgelegten Schweinemast-Anlagen auf dem durch ihn nach der Stillegung erworbenen Hof. Es bot sich hier ein äußerst bedrückendes Bild eines vollautomatisierten Systems der kompletten Instrumentalisierung von Tieren, denen nahezu keinerlei Bewegungsspielraum verblieb und die von der Geburt bis zum Todunvorstellbarer struktureller Brutalität ausgesetzt waren. Uns wurde noch einmal deutlich, zu welcherGrausamkeit der Mensch im Umgang mit Tieren wie auch mit Menschen fähig ist und wie notwendig der Ausstieg aus dem Carnismus, also der Ideologie der fleischessenden Gesellschaft, ist. Das Foto dieser Haltungsbedingungen spricht für sich:

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Aber nimmt der Landwirt als Landwirt nicht selbst an diesem System teil?

Der Landwirt lebt nicht vegan, er isst weiterhin Fleisch. Er berichtete allerdings, schon deutlich weniger Fleisch zu essen und auch begonnen zu haben, veganen Kuchen zu backen. Es entstand der Eindruck, dass bei ihm ein Nachdenkprozess begonnen hat und dass er durchaus die negativen Seiten des Fleischkonsums und die positiven Seiten einer Menschen und Tieren echte Wertschätzung entgegenbringenden Gesellschaft sieht.

Aber es ist richtig und ich möchte es nicht bestreiten, dass der Landwirt durchaus Teil des Systems ist, indem er nämlich selber in einem anderen Bereich Bio-Schweine hält, die geschlachtet werden. Dies sind Widersprüche, mit denen wir in dieser Gesellschaft derzeit leben und aus denen wir das Beste machen müssen.

Von oben herab gibt es nur schwarz und weiß und es wurde in der Tat kritisiert, dass die geretteten Schweine nun lediglich in einem anderen Maststall untergebracht seien. Zu dieser Unterbringung hätte es aber nur die Alternative der Schlachtung gegeben. Alle Schweine wären dann jetzt tot, oder es wäre vielleicht gelungen – so wie es andere forderten – nur eine geringe Anzahl an Tieren zu retten und diesen dann noch einmal bessere Lebensbedingungen zu gewähren. Aber nach welchen Kriterien und welchem Recht hätte Rüsselheim e.V. auswählen sollen, wer leben darf und wer sterben muss?

Der jetzige Prozess ist nicht nur für die Tiere eine Chance, sondern er regt auch Menschen, wie den beteiligten Landwirt, zum Nachdenken an. Oft führt dies nicht von einem zum anderen Tag zum gewünschten Ergebnis.Aber es würde mich nicht wundern, wenn der Landwirt in nicht allzu ferner Zukunft die gewerbliche Schweinehaltung aufgeben würde, weil durch diese Aktion und seine Beteiligung daran, die er selbst positiv sieht, auch bei ihm ein Veränderungsprozess begonnen hat. Solche Prozesse sollten wir fördern, wenn wir eine fleischfreie Gesellschaft wirklich erreichen wollen.

Es hat auch aus veganer Sichtweise Kritik an dem Projekt gegeben. Wie stehst du dazu?

Die Rüsselheimer Schweinerettung hatte sich nicht nur mit materiellen und bürokratischen Hindernissen auseinander zu setzen, sondern wurde ebenfalls mit teilweise übermäßig harsch und aggressiv vorgetragener Kritik konfrontiert. Leider haben sich hieran auch einige Veganer beteiligt, wobei die große Mehrheit der Kritiker aber keineswegs aus der Tierschutz- oder Tierrechte-Szene kam, sondern es sich im Gegenteil um Leute handelt, die beispielsweise in einem Forum, wie antivegan.com, miteinander kommunizieren. Ihre Forderung ist, dass die Tiere ihrer natürlichen Bestimmung, die der Schlachthof sei, zugeführt werden sollten. Das solche Personen eine derartige Tierrettung mit Spott und Häme verfolgen, ist nicht verwunderlich und bedarf keiner weitergehenden Kommentierung.

Bedauerlich ist aber, dass sich auch einige wenige Menschen, die selbst eigentlich für Tierschutz und Tierrechte einstehen, an der Kritik, teilweise in merkwürdiger Koalition mit antivegan.com beteiligten. Hier lassen sich verschiedene Motive erkennen: Es gibt persönliche Animositäten und Konflikte zwischen den Beteiligten, auf die ich nicht weiter eingehen möchte. Es gibt aber auch eigentlich gut gemeinte, aber nicht umsetzbare und das Leben der Tiere gefährd
nde Maximalanforderungen an die Haltung. Schließlich wurde aus veganer Sichtweise vorgebracht, dass einzelne der bei Rüsselheim e.V. beteiligten Protagonisten nicht vegan lebten oder ihre Haustiere nicht vegan ernährten.

Ich teile diese Kritiken nicht. Die Kritik an der Haltung der Tiere betraf vorwiegend ihre provisorische Unterbringung auf dem vorherigen Hof, wobei u.a. der Vorwurf erhoben wurde, die Tiere müssten vom Boden essen. Ich finde das lächerlich. Es mag Menschen stören, die Tiere störte es sicher nicht.Auch wurde der Vorwurf erhoben, man habe die Tiere einem stressigen Transport ausgesetzt. Das mag richtig sein, aber der Transport in den Schlachthof wäre sicherlich weniger schonend und zudem mit finalem und oftmals leidbesetztem Ende gewesen.

Was ich sicher sagen kann, ist, dass es den Tieren an ihrem jetzigen Unterbringungsort gut geht und dass dies nicht möglich gewesen wäre, wenn am Anfang nicht auch improvisiert worden wäre.

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Vom Schreibtisch aus lassen sich immer gut Forderungen stellen und die Fehler anderer entdecken. Leider sind es denn aber oft in unserer Gesellschaft diejenigen, die aktiv werden und sich wirklich einsetzen, die Opfer von Kritik und Vorwürfen werden.Dies ist aber nicht nur beim Tierschutz so, sondern es ist ein allgemeines Phänomen.

Aber auch die vegane Kritik an Rüsselheim e.V. finde ich verkehrt.Natürlich treten wir bei Vegan.eu für eine vegane Gesellschaft ein, die nach unserer Überzeugung dem Wohl von Mensch, Umwelt und Tier am Besten dient. Ich glaube, dass eine Gesellschaft, die aus der Grausamkeit der Nutztierhaltung und Tierschlachtung aussteigt, eine friedfertigere und mitmenschlichere Welt sein wird. Ich bin überzeugt, dass in einer veganen Gesellschaft Menschen nicht nur Tiere, sondern auch Menschen anders behandeln werden als sie es gegenwärtig in dieser durch Armut und Krieg gekennzeichneten Welt tun.

Dennoch glaube ich aber nicht, dass vegan lebende Menschen sich von der gegenwärtigen Gesellschaft abschotten und nur noch Projekte unterstützen sollten, die zu 100% von vegan lebenden Personen betrieben werden. Dies würde in letzter Konsequenz beispielsweise bedeuten, dass nahezu kein Tierschutzprojekt mehr durch vegan lebende Menschen unterstützt werden dürfte. Denn bei der überwältigenden Mehrheit der Tierschutzprojekte leben nicht alle Beteiligten vegan, nicht einmal vegetarisch.

Ich sehe nicht ein, dass die jetzt geretteten Tiere dafür hätten büßen sollen, dass einzelne Mitglieder oder Protagonisten von Rüsselheim e.V. nicht vegan leben oder ihre Haustiere nicht vegan ernähren.

Außerdem würden wir mit einer derartigen auf komplette Abschottung setzenden Position, die vegane Lebensweise sicherlich nicht ausbreiten können, sondern wir würden im Gegenteil den besten Beitrag dafür leisten, dass die Anzahl der Veganer so klein wie möglich bliebe.

Mir ist übrigens bekannt, dass mehrere Mitglieder von Rüsselheim e.V. vegan leben, während in der Gesamtbevölkerung derzeit höchstens 1% oder sogar noch weniger Veganer sind. Andere Mitglieder von Rüsselheim e.V. leben mindestens vegetarisch.

Es gibt verschiedene Wege zur veganen Lebensweise und ein Weg ist nicht selten so, dass Menschen erst Tierschutzarbeit leisten und dann erst im Verlauf erkennen, dass es ein Widerspruch ist, sich für einzelne Tiere einzusetzen und gleichzeitig das Fleisch anderer Tiere zu essen. In diesem Sinne trägt Rüsselheim e.V. über die Rettung der einzelnen Tiere hinausgehend auch zur Verbreitung der veganen Lebensweise bei, selbst wenn nicht alle Vereinsmitglieder vegan leben.

Wie wird sich das Projekt wohl künftig entwickeln?

Doris Rauh, die Vorsitzende von Rüsselheim e.V., die auch bei unserem Besuch anwesend war, erläuterte uns, dass sich gegenwärtig alle Bemühungen vor allem die Sicherung des Bestandes des Projektes beziehen. Hierfür müssen vor allem weitere Paten gefunden werden. Deshalb richte ich an dieser Stelle noch einmal die Bitte an unsere Leserinnen und Leser, sich hier helfend zu beteiligen und bitte auch ihre Verwandten, Freunde und Bekannten auf das Projekt hinzuweisen.

Langfristig soll das Projekt offenbar zu einem Bildungs- und Begegnungsprojekt werden, welches Menschen das Leben der sogenannten „Nutztiere“ im wahrsten Sinne des Wortes nahe bringen und damit gleichzeitig die Unhaltbarkeit der Einteilung der Tiere in „Haustiere“ und „Nutztiere“ deutlich machen soll. Eine Verbindung mit einer veganen Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten wäre sicherlich optimal, wobei dies aber noch in der Zukunft liegt. Auf jeden Fall soll ebenfalls nach den Darlegungen von Doris Rauh an der weiteren Verbesserung der Lebensbedingungen der Tiere gearbeitet werden im Sinne einer echten Freiland“haltung“, wobei dafür aber erst noch zahlreiche Umbaumaßnahmen durchzuführen und Auflagen zu erfüllen wären. Bei allen Planungen steht das Wohl der Tiere an oberster Stelle. Dies ist der klare Eindruck, den wir auch jetzt bei unserem Besuch der Tiere gewinnen konnten.

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32 Kommentare auf "“Rüsselheimer Schweine”: Wir waren vor Ort"

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Ziegler P.
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Einigen Aussagen hier möchte ich widersprechen. Die Aufnahme der Tiere in Stapen bei Fr. Schmutzler war keineswegs provisorisch. Es war längerfristig geplant. Oder warum wurden um die 20.000 Euro ausgegeben für eine provisorische Unterkunft? Den Ärger mit den Behörden gab es zurecht, da die Tiere bewusst in eine nicht genehmigte Haltung abgegeben wurden. Dass Schweine vom Boden bzw. aus dem Stroh fressen können ist möglich, aber nicht wenn man granuliertes oder mehliges Futter dorthinein wirft. Denn von dem wenigen finden sie dann nur noch einen Bruchteil. Das ist wie die Stecknadel im Heuhaufen. Es waren aber schwerwiegendere Verstöße z.B. Nichteinhaltung… Read more »
Patrick
Gast
Wie sieht es da mit der Öko-Bilanz aus? Diese Schweine wurden gemästet und dann nicht geschlachtet. Dafür mussten erneut andere Schweine gemästet werden. Diese Schweine haben Futter gefressen, ohne dass daraus Nutzen gezogen wurde und die gleiche Menge musste nochmals von anderen Schweinen gefressen werden. Also auch doppelte Gülleproduktion. Und diese Schweine werden bis am Ende ihres Lebens weiter Futter fressen und Gülle produzieren. Gilt da der Umweltschutz plötzlich nicht mehr? Wird dieses Argument von den Veganern in den Mund genommen, wenn es passt, und wenn nicht, wird es anders zurecht gebogen? Zudem ist es ein Schlag ins Gesicht eines… Read more »
Seksan Ammawat und Guido F. Gebauer
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1. Die Unterbringung in Stapen war selbstverständlich provisorisch. Sie diente dazu, das Leben der Tiere zu retten und ihnen das zu ermöglichen, was sie nun haben. Sonst wären alle unter großem Leid in den Schlachthof transportiert und getötet worden. 2. Unendliches Leid in Mastställen verstößt gegen keine Auflagen, weil die Auflagen in Wirklichkeit eben nicht die Interessen der Tiere betreffen. Das Veterionäramt hatte übrigens an keiner Stelle behauptet, dass es den Tieren schlecht gehe. 3. Die Behörden haben im übrigen mit dem Verein kooperiert, um eine Lösung zu finden. Das ist auch gelungen. Wenn man helfen will, kann man nicht… Read more »
Seksan Ammawat und Guido F. Gebauer
Webmaster
@ Patrick Wie sähe denn die Ökobilanz aus, wenn die Muttertiere ständig ihr ganzes Leben lang, weitere Schweine produziert hätten. Hast du darüber einmal nachgedacht? Das Hauptargument ist hier der direkte Tierschutz, dieser steht an erster Stelle. Indirekt fördert dies Projekt aber auch ein Umdenken, führt dazu, dass mehr Menschen auf Fleisch verzichten und schafft damit mit die Voraussetzungen, um die Fleischproduktion und die mit ihr einhergehende Ressourcenvergeudung zurück zu drängen. Dieses Projekt ist keinerlei Schlag in das Gesicht eines Obdachlosen. Richtig ist, dass der Fleischkonsum ein Schlag in das Gesicht von Obdachlosen und vor allem auch der hungernden Menschen… Read more »
Patrick
Gast
Ist es nicht blauäugig zu glauben, dass deshalb nicht andere Muttertiere Schweine produzieren? Was ändert sich, ob das eine oder das andere Schwein neue Schweine produziert? Diesmal wird also mit Tierschutz argumentiert und nicht mit Umweltschutz. Es ist praktisch, wenn man verschiedene Eckpfeiler hat, denn so kann man je nach Situation den einen oder den anderen rausziehen, denn sie widersprechen sich ja, wenn man alle Tiere am Leben erhalten sehen möchte. Sollte je kein Mensch mehr Fleisch essen, was illusorisch ist, wollen Sie dann weiterhin Schweine zur Schau stellen oder verschwinden die nicht ganz einfach aus unseren Augen? Ein Schlag… Read more »
Ziegler P.
Gast
1. Für ein kurzfristiges Provisorium 20.000 Euro zu investieren war ja dann wohl eine Fehlentscheidung. Damit hätte der Verein jetzt eine Freilandhaltung ermöglichen können mit allem vorstellbarem Luxus. 2. Ich habe auch nicht behauptet, dass es den Tieren schlecht ging, aber es gibt nun mal Gesetze über die sich auch TS nicht hinwegsetzen und ignorieren können um zu retten. 3. Die Behörden haben so kooperiert, dass Zwangsgelder zur Erfüllung ,der wirklich banalsten Auflagen, auferlegt wurden und es eine neue Deadline für die Tiere gab. 4. Die Tiere wurden alle von ihren Schmerzen durch Fachtierärzte erlöst. Warum wohl? Um langes Leiden… Read more »
kali
Gast

“Diese Schweine haben Futter gefressen, ohne dass daraus Nutzen gezogen wurde…”
genau das ist das Kernproblem, dieses eingefahrene Denken, das kriegt man aus den Köpfen nicht raus, traurig und beschämend, aber leider weit verbreitet und tief in viel zu vielen Menschen verwurzelt, da kommen die besten Argumente nicht dagegen an, das Herz, welches zweifellos da ist, bleibt für die sog. Nutztiere fest verschlossen 🙁

Seksan Ammawat und Guido F. Gebauer
Webmaster
@ Patrick Nein, das Wegwerfen alleine erklärt nicht den Hunger. Lies einfach einmal unseren Artikel dazu, wo die Faktoren aufgeführt sind, es ist heute unstrittig, dass die Nutztierhaltung maßgeblich mit zum Hunger beiträgt. Wenn du Fleisch isst, schadest du nicht nur Tieren enorm, sondern ebenso Menschen und der Umwelt: http://www.vegan.eu/index.php/meldung-komplett/items/hunger_vegan.html Übrigens ist es unsere Erfahrung, dass diejenigen, die Tiere verachten, sie essen und ihnen nicht einmal eine Unterkunft gönnen, auch die sind, die am meisten Menschen verachten. Die Menschen haben die Schweine gezüchtet, nun müssen auch die Menschen ihnen Obdach geben. Wenn die Welt vegan wäre, bestünde dieses Problem nicht,… Read more »
Seksan Ammawat und Guido F. Gebauer
Webmaster
@ Ziegler Es gibt bei uns in der Tat Gesetze, die Tierquälerei, wie Massentierhaltung, erlauben. Dennoch sind diese Praktiken ein Unrecht. Die Argumentation mit Gesetzen ist bei moralischen Entscheidungen selten hilfreich. Du musst doch die Transport und Ernährungs- sowie Tierarztkosten mitrechnen. Du unterschätzt bei weitem die Kosten, die hier entstehen. Ansonsten können wir dir hier allerdings keine Fragen zu den genauen Kosten beantworten, da wir uns darauf konzentriert haben, uns die Lebensbedingungen der Tiere anzusehen. Ein gemeinnütziger Verein muss allerdings zahlreiche Vorschriften erfüllen und genau dies tut Rüsselheim e.V. ganz offensichtlich, sonst wären sie nicht mehr gemeinnützig. Wenn die ganzen… Read more »
Patrick
Gast
Tut mir leid, Fakt ist, dass die Lebensmittel, die von der westlichen Welt in den Müll gekippt werden, jeden Tag jeden Menschen dieser Erde 2 Mal ernähren könnte. Dies nicht wahr haben zu wollen, stammt einzig aus dem Motiv, dass Sie Gründe für die vegane Ernährung erfinden müssen. Das Argument der Menschenverachtung ist sehr billig, da ich zumal jeden Monat 10 % meines Lohnes für Menschen in der Not einsetze. Tun Sie das auch? Die Liebe auf Nutztiere verlegen zeigt nur, dass Sie von den Menschen enttäuscht sind. Von denen kommt nämlich keine echte Liebe zurück; sie wollen nur eins… Read more »
Ziegler P.
Gast
Ob es den Tieren gut werde ich weder bejahen noch bestreiten. Nicht eher bis ich es mit eigenen Augen gesehen habe. Da das aber Kritiker dieses Desasters verboten ist wird es dazu wohl nicht kommen. Es ist auch wenig hilfreich sich anhand von Bildern eine Meinung über diese Haltung bilden zu können. Auch zum Patentag die Schweine zu begutachten ist wenig sinnvoll. Ein unangemeldeter Besuch wäre hilfreich um die Ausmaße abschätzen zu können. Aber auch das wird von Vereinsseite verhindert. Nur “Auserwählte” und Befürworter haben das Privileg. Anstatt Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen und sie vom Gegenteil… Read more »
PD V Dokulil
Gast

Ganz großen Dank für Dein sehr wertvolles Engagement, lieber Seksan, allgemein für Tiere, Menschen und unsere Mitwelt, sowie speziell für die Rüsselheimer Schweine 🙂

Seksan Ammawat und Guido F. Gebauer
Webmaster
@ Patrick Hast du denn den Artikel gelesen und z.B. die Argumente des früheren UN Beauftragten für die weltweite Ernährungssicherheit, dass nämlich kein Fleisch zu essen ein zentraler Beitrag zur Lösung des Hungerproblemes ist, den wir leisten können? Wir haben den Eindruck, du hast es nicht gelesen, deshalb fassen wir zusammen: 1. Ungefähr 90% des verfütterten pflanzlichen Proteins geht verloren, wenn wir dies indirekt über Milch oder Fleischprodukte konsumieren 2. Milch und Fleischprodukte zerstören durch die Co2 Freisetzung und Freisetzung anderer klimaschädlicher Gase die Umwelt und tragen damit zu Missernten in der dritten Welt bei. Sie verbrauchen zudem den größten… Read more »
Seksan Ammawat und Guido F. Gebauer
Webmaster
@ Ziegler Das ist uns neu, dass Patentag war. Wir konnten dort solange wir wollten uns das gesamte Gelände anschauen. Wir haben uns dort komplett frei bewegt. Die Verabredung war kurzfristig getroffen worden. Du meinst also, da habe man schnell für 126 Schweine die Ställe oder Futteranlagen erst gebaut oder wie sollen wir deine Bemerkung verstehen? Es wird nichts verschwiegen und nichts vertuscht. Die Anzahl der gestorbenen Tiere wird auf der Internetseite von Rüsselheim e.V. benannt und wird in Zeitabständen auch aktualisiert. Solche Vorwürfe denken sich Menschen vom Schreibtisch aus aus nach dem Motto ” wenn man mit Dreck wirft,… Read more »
Patrick
Gast
Sie haben auf keine Art und Weise auf das geantwortet, was ich geschrieben habe. Es scheint mehr ein Rezitieren Ihrer Argumente zu sein und Sie wollen der Wahrheit nicht ins Gesicht schauen. Warum? Die Schweine, die Sie gerettet haben, produzieren auch CO2. Warum soll das plötzlich i.O. sein? Hätte man sie geschlachtet, würden sie gar kein CO2 mehr produzieren. Da sieht man, wir Ihr Denken und Handeln jede Logik entbehrt. Meinen Sie wirklich, die einzigen guten Menschen auf diesem Planeten zu sein? Sie spendieren nämlich gar nichts für Menschen, deshalb Ihre Anmerkung. Sie wissen gar nicht, wie hoch mein Lohn… Read more »
Seksan Ammawat und Guido F. Gebauer
Webmaster
@ Patrick Es ist eher so, dass Sie auf unsere Argumente nicht eingehen. Wir wiederholen: Indem Sie Fleisch essen, unterstützen Sie eine Nutztierhaltungsindustrie, die nach wissenschaftlichen Untersuchungen stärker als der Verkehr zu Umweltzerstörung führt und vor allem die weltweite Ernährungssicherheit massiv untergräbt. Fleischkonsum ist so eine der Ursachen für den Hunger in der Welt. Wir haben bereits ausgeführt, dass bei dieser Aktion der direkte Tierschutz im Vordergrund steht, nicht der Umweltschutz. Allerdings wurde die Anzahl der gezüchteten und CO2 produzierenden Tiere durch diese Aktion ebenfalls reduziert, da die Muttertiere nicht mehr ständig neue Schweine produzieren müssen. Wenn Sie also mit… Read more »
Raphael
Gast

Für Patrick ist alles schlecht, was nicht in sein Weltbild passt und deshalb kann er nur auf dieser unsachlicher Ebene argumentieren. Für Ihn haben Tiere keine Rechte, sondern sie dürfen schamlos ausgedeutet werden. Wie Monika richtig geschrieben hat, schliessen sich Menschen- und Tierschutz nicht aus, sondern sind schlussendlich das eine und dasselbe. Wer Respekt vor alles Leben hat, kann und darf nur Vegan leben

Seksan Ammawat und Guido F. Gebauer
Webmaster
@ Michael Basler Der Patentag wird ja auf der Internetseite angekündigt. Wir wussten aber nichts von einem Patentag an dem Tag, als wir die Tiere besuchten. Wir wollten mit unserer Bemerkung lediglich auf die offensichtliche Falschmeldung des Betreffenden verweisen, der es ja – warum auch immer – anrüchig gefunden hätte, wenn wir dort am Patentag da gewesen wären. Dein Beitrag zeigt wieder einmal, dass Rüsselheim e.V. gar nichts tun kann, was dann nicht sofort kritisiert wird. Denn in der Vergangenheit war die Kritik u.a. genau, dass Personen zu den Schweinen gelassen wurden! Jetzt stellst du die Forderung auf, es solle… Read more »
Raphaela Veganlife
Gast

Patrick,wenn Du Pupst und Auto fährst,produzierst Du auch Co2.Durch Deinen Fleischkonsum erst recht.Und …hast Du mal überlegt ob sich Deine Ernährung für die Ernährung am Ende Deines Lebens “gelohnt”hat?Deine Äusserungen sind lebensverachtend.

Angel
Gast
Liebes Team von Vegan.eu! Es ist schön, mitzuverfolgen, mit welcher Ruhe aber auch mit welchem nötigen Paroli Rüsselheim e.V hier von euch unterstützt wird! Ich staune, wie gelassen ihr mit manchen haarsträubenden Argumentationen umgehen könnt. Mir platzt da doch gleich der Kragen! Die Argumentation, dass die Schweine nun weiterhin CO2 erzeugen, also was soll das denn. Hätte der Mensch diese erst gar nicht per Zucht ins “Leben entlassen”, dann hätte sie doch erst gar kein CO2 produziert. CO2 steigt durch Tierproduktion gewaltig und sinkt nicht, wenn man sie danach möglichst schnell isst, schon allein weil eh dauernd nachproduziert wird. Und… Read more »
UN-Botschafter
Gast

“Fleischkonsum ist so eine der Ursachen für den Hunger in der Welt.”

Die Hauptursache sind – auch laut UN-Bericht – nach wie vor bewaffnete Konflikte, sowie zu hohe Preise durch Nahrungsmittelspekulation etc.

Ebenfalls unumstritten: Hunger entsteht nicht dadurch, dass mengenmäßig zu wenig Nahrung vorhanden wäre.

“Laut UN werden jedes Jahr 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel in dem Müll geworfen, was rechnerisch etwa viermal so viel wie nötig wäre, um das Hungerproblem in der Welt zu lösen. Allein die in den Industrienationen weggeworfene Menge von 300 Millionen Tonnen jährlich würde reichen, um alle hungernden Menschen zu ernähren.”

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-01/un-kampagne-gegen-lebensmittelverschwendung

Was hat das alles mit Fleischkonsum zu tun?

Seksan Ammawat und Guido F. Gebauer
Webmaster
@ Un-Botschafter Am besten liest du einfach einmal unseren Artikel dazu durch und auch die Anmerkungen des früheren UN Sonderbeauftragten Zigler, alles in unserem Artikel verlinkt. Fleischkonsum und Nutztierhaltung gehören zu den größeren Faktoren, die für den Welthunger verantwortlich sind. Inhaltliche Argumente findest du hier: http://www.vegan.eu/index.php/meldung-komplett/items/schweine_luckenwalde.html In aller Kürze: Pflanzliche Lebensmittel sind besser lagerbar, leichter transportierbar und besser verteilbar. Fleisch und Milchprodukte verlangen Kühlung, verderben meistens schneller und sie beinhalten einen hohen Energieaufwand. In sehr vielen Ländern der dritten Welt gibt es genug zu kaufen, aber die Menschen können es sich nicht leisten. Grund ist, dass die pflanzlichen Lebensmittel, wie… Read more »
UN-Botschafter
Gast

Der Ziegler, der so oft verklagt wurde, weil er ständig Andersdenkende verleumdet? Der den Gaddafi-Preis für Menschenrechte mitbegründet hat? Warum eigentlich sind es stets die unseriösesten Leute, die von euch als Kronzeugen benannt werden?

In den offiziellen UN-Berichten wird Fleisch AUCH als eine der Ursachen genannt, aber mitnichten als eine der wichtigsten. Es ist v.a. insofern ein Problem, als dass aufgrund wachsenden Wohlstands in Schwellenländern wie China und Indien die Menschen dort mehr Fleisch und Milchprodukte essen. Aus eurer Sicht müsste man also eher hoffen, dass die Menschen in Entwicklungsländern weiter in Armut leben.

Angel
Gast
Mir persönlich geht es bei der “Aktion Rüsselheim” in aller erster Linie darum, dass hier arme hilflose Lebewesen aus der Hölle geholt worden und es nun zweifellos besser haben. Es ist ihnen obendrein ein gewaltsamer grausamer Tod erspart geblieben. Das ist Fakt. Das ganze Gefasel vom Welthunger, von der Co2-Bilanz, von armen Menschen allgemein und so weiter, hat für mich damit erstmal (!) nichts zu tun! Diese Schweine stehen stellvertretend für die zig Millionen, die jedes Jahr allein in Deutschland gemetzelt werden. Wenn sie nun dazu beitragen können, dass der Verbraucher sensibilisiert wird und vielleicht endlich mal am Wegschauen gehindert… Read more »
Mike aka UN-Botschafter
Gast

“Wenn sie nun dazu beitragen können, dass der Verbraucher sensibilisiert wird und vielleicht endlich mal am Wegschauen gehindert wird, “

Was genau sollte mich diese Aktion denn lehren? Dass Schweinefleisch von Schweinen kommt? Ich habe durchaus hingeschaut, werde mein Schnitzel aber wohl auch in Zukunft ohne schlechtes Gewissen genießen.

Angel
Gast
Es wäre schön, wenn die Schweine nun dazu verhelfen, den Menschen etwas “zu lehren”: sie gehören zu leidensfähigen Lebewesen, denen durch den Menschen tagtäglich jegliches lebenswertes Leben abgesprochen wird. Auch sie haben Bedürfnisse, die ihnen total aberkannt werden und ihnen deshalb nur ein dahinvegetieren möglich ist. Das ganze Leid findet zudem in einer Größenordnung statt (1 Mio Schweine/Woche gehen in die Schlachthäuser allein in Deutschland!), so dass man nur noch von totaler Perversion sprechen kann. Wenn Sie also genau hingeschaut haben und weiterhin kein schlechtes Gewissen haben, dann frage ich mich, was Sie überhaupt auf Vegan.eu machen bzw. warum Sie… Read more »
Ricarda Geiger
Gast
Sehr geehrte Damen und Herren! Wird bezüglich der Spenden auf eine absolute Transparenz geachtet? Einige verantwortliche Protagonisten sind ja bereits mehr als bekannt in der Vergangenheit massiv in Konflikt mit dem Tierschutz gelangt zu sein. Ich möchte an dieser Stelle Frau Schmutzler erwähnen, die meines Wissens in das Rüsselsheimer Projekt involviert ist. Auch habe ich den Umgang mit Schweine-“Adoptanten” live erleben dürfen. Schweine wurden in absolut unkundige Hände abgegeben, was den Haltern zb. große (berechtigte) Probleme mit Ämtern und beinahe auch mit dem Tierschutz einbrachte. Auch hörte ich davon dass Schweine immer wieder unversorgt waren bezüglich Krankheiten, ein Schwein lag… Read more »
Seksan Ammawat und Guido F. Gebauer
Webmaster
@ Richarda Geiger Wären Ihre Bedenken aufgegriffen worden (ob es sinnvoll ist, Tiere zu retten, wenn noch nicht alles Geld da ist), wären nunmehr alle Tiere bereits tot. Wir haben aber nun gesehen, wie gut es diesen Tieren geht. Wäre es Ihnen denn lieber gewesen, wenn sie geschlachtet worden wären? Wenn schnell geholfen werden muss, dann muss oft improvisiert werden. Leider neigen wir Menschen dazu, dann ausgerechnet auf diejenigen mit den Fingern zu zeigen, die helfen. Die Tiere waren zuvor provisorisch in Stapen untergebracht. Dort gab es in der Tat viel Ärger mit Behörden wegen Auflagen, aber tatsächlich bestätigte dort… Read more »
monika
Gast

Kann es sein, dass Patrick einfach die Nutztierrettung stört?? Menschen- und Tierschutz schliessen sich nicht aus im Gegenteil. Vegan bedeutet nicht nur pflanzliche Ernährung, vegan bedeutet Respekt, vor jedem Leben und vor unserer Mutter Erde. Vegan bedeutet die Ablehnung von Produkten, die Menschen, Tieren oder der Natur Schaden zufügen. Moralische und ethische Werte, die man lebt und die man käuflich nicht erwerben kann.

Michael Basler
Gast
Der Patentag fand nicht statt, sondern steht erst für da kommende Wochenende an. Erstaunlich, dass “vegan.eu” darüber nicht informiert wurde? Denn eigentlich ist das ja ein positiver Vereinsaspekt. Aber vielleicht liegt es ja daran, dass wirklich nur Paten zugelassen sind und dieser Tag komischerweise nicht für Mitgliederwerbung genutzt wird. Eine durchaus ungewöhnliche Praxis, für einen Verein, der angeblich so auf Spenden angewiesen ist. Weiterhin soll es diverse geschlossene Facebookgruppen geben, die vom Verein gesteuert werden. Auch hier hat nicht jeder Interessent ohne weiteres Zugang. Für mich trägt dieses Gesamtverhalten nicht dazu bei, ein Vertrauensverhältnis zu dem Projekt zu schaffen oder… Read more »
Elina
Gast
@Padrick, ich muß dir leider kurz mitteilen deine Kommentare hier sind unreif um nicht zu sagen kurz" dumm" . Wenn du da ganz naiv nachdenken würdest kämmest du vielleicht drauf daß es garkeine Nutztiere gibt , dieses Wort hat der Mensch erfunden , für sich. Fleisch Essen stammt aus der Steinzeit wo es keine Suppermärkte gab. Fleisch ist für einen Menschen garnicht geeignet , weil dem Menschen das entsprechende Enzymsystem fehlt um das tierische Eiweiß richtig zu verstoffwechseln. Das kannst du sehen , wenn du dir mal viele Wartezimmer ansiehst was da drin herumsitzt und jammert. Oder meinst du ,… Read more »
Cati
Gast

@ UN Botschafter
Leider hört man nicht viel gutes von euch ,vielleicht solltet ihr erstmal über euch selbst nachdenken ehe ihr hier Märchen verbreitet . Nicht das Fleisch ist das Problem , nicht der Hunger , sondern dass sich die dritte Welt unaufhörlich vermehrt , vielleicht solltet ihr dieses Volk mal lieber darüber aufklären , wenn ihr möchtet auch bei einem Cloodeckel großem Schnitzel , mal sehen was dieses Volk dazu sagt .

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