Fleischverzicht braucht Ethik

Fleischverzicht braucht Ethik

Im Fachjournal Ecology of Food and Nutrition wurde soeben eine Studie veröffentlicht, die die Motive von Personen vergleicht, die komplett auf Fleisch verzichten (vegetarische Ernährung) oder aber ihren Fleischkonsum lediglich stark oder moderat reduzieren (Flexitarier). In der Ergebnisauswertung ähnelten sich die beiden Reduktionsgruppen, während sich von diesen die vegetarische Gruppe deutlich unterschied. Der vollständige Verzicht auf Fleisch war insbesondere mit ökologischen und tierethischen Gründen verbunden, während die Fleischreduktion insbesondere mit gesundheitlichen Überlegungen begründet wurde.

Die Befunde stützen die Annahme, dass eine rein gesundheitliche Argumentation seltener zu einem tatsächlichen Fleichverzicht motiviert, als ethische und ökologische Erwägungen. Dies stimmt mit Befunden überein, dass bei Veganern sich die vorwiegend ethisch motivierten Personen stringenter an die vegane Ernährung halten und diese auch dauerhafter beibehalten. Demgegenüber scheinen rein gesundheitliche Motivationen zu weniger ausgeprägten und auch zeitlich weniger stabilen Veränderungen der Ernährung zu führen.

Was sagen diese Befunde darüber, wie sich die Ausbreitung der veganen Lebensweise am besten fördern lässt?

- Gesundheitliche Argumente sind geeignet, Verhaltensänderungen in die gewünschte Richtung anzuregen, wobei allerdings Ausmaß und Stabilität der erreichten Veränderungen dazu tendieren, begrenzt zu sein.

- Um allein aus gesundheitlicher Perspektive Verhaltensänderungen in Richtung einer veganen Ernährung zu erreichen, wird es wichtig sein, sich nicht nur auf Fleischkonsum, sondern auf tierische Produkte im Allgemeinen zu beziehen.

- Von zentraler Bedeutsamkeit für die Etablierung einer dauerhaften Änderung der Lebensgewohnheiten im Sinne einer veganen Ernährung und Lebensweise, sind ethische und ökologische Argumente.

- Die Propagierung der veganen Lebensweise sollte sich keineswegs ausschließlich auf gesundheitliche Aspekte beziehen, sondern sollte immer ebenso die wesentlichen ethischen und ökologischen Argumente benennen, um möglichst starke und andauernde Verhaltensänderungen anzuregen.

Auch eine neuerliche Befragung durch unsere Kennenlern-Community www.Gleichklang.de und vegan.eu zeigte , dass ethische und ökologische Motive für eine vegane Lebensweise bei weitem dominieren und typischerweise wichtiger sind als gesundheitliche oder fitnessbezogene Überlegungen. Ein Schmalspuransatz, der sich nur auf die Gesundheit fokussiert, wie er teilweise vertreten wird, dürfte daher wenig zielführend sein, wenn es darum geht, die Anzahl der Menschen, die vegan leben und ihre vegane Lebensweise auch dauerhaft aufrechterhalten, zu erhöhen.Gesundheitliche Argumente sollten insofern immer nur eine Ergänzung sein, können aber die tiefer gehenden ethischen und ökologischen Argumente für den Veganismus nicht ersetzen.

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1 Kommentar auf "Fleischverzicht braucht Ethik"

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iM@ryAnn
Gast

Braucht die/eine Freiheit die aus einem einvernehmlich FreiWilligen Frieden emporsteigt tatsächlich eine instrumentalisierte, Kollektiv Qual Aufsicht – Propaganda – Ideologische Parole ???

Die Erde braucht den Menschen nicht, der Mensch aber braucht die Erde.

Da versucht jemand erneut per politologische Retourkutschen PROFIT aus dem Einspannen einer Kollektivität zu erpressen.

Mann braucht es nicht nur vegan nennen, es geht auch neoNaturalismus, oder Naturalistische Renaissance – um nicht unbedingt sich von einem vorgefertigten Weltbild per Symboldefinition leiten lassen zu müssen.

Veganer/-innen sind keine (politisch zu instrumentalisierende) Kontrollgruppe.

MfG
iM@ryAnn

P.S.
Happy Vegan Day (nachträglich)

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