Langzeitvegan: Befundlage ist positiv

Langzeitvegan: Befundlage ist positiv

Soeben ist eine umfassende Überblickarbeit über die langfristigen gesundheitlichen Vorteile vegetarischer und veganer Ernährungsweisen vorgelegt worden. In der Gesamtbilanz überwiegen demnach potentielle gesundheitliche Vorteile bei weitem.

Demgegenüber bestehen die Hauptrisiken in einer zu geringen Versorgung mit Vitamin B12, dem aber durch eine Supplementierung leicht vorgebeugt werden kann.

Zudem können spezifisch bei Veganern dann höhere Knochenbruchraten auftreten, wenn die Nahrung ungenügende Mengen an Kalzium (Calcium) enthält. Wenn Veganer demgegenüber genug Kalzium zu sich nehmen, zeigen sie keinerlei erhöhtes Knochenbruchrisiko. Zitat aus einem vorherigen Artikel bei vegan.eu: "Als gute Quellen von Kalzium fungieren beispielsweise dunklegrünes Blattgemüse, Tahin und Mandeln. Sehr einfach kann die Kalziumversorgung aber auch durch Tofu, der mit Kalciumzitrat hergestellt wird, oder mit angereicherter Sojamilch gesichert werden (siehe hier weitere Informationen)".

Die Überblickarbeit gelangt zu dem Ergebnis, dass insgesamt noch keine ausreichend sicheren und umfangreichen Befunde zum Vergleich zwischen vegetarischer und veganer Ernährungsweise vorliegen. Die Daten weisen aber rein deskriptiv auf geringere Erkrankungs-Raten bei Veganern als bei Vegetariern hin bezüglich folgender Erkrankungen: Diabetes II, Krebs, Übergewicht, erhöhtem Cholesterinspiegel , Bluthochdruck, Divertikelkrankheit und Schilddrüsenunterfunktion. Jedoch sind diese Effekte noch nicht hinreichend wissenschaftlich und statistisch abgesichert und können daher nur als Tendenzen betrachtet werden.

Insgesamt gelangen die Autoren zu der Schlussfolgerung, dass vegetarische Ernährung (einschließlich veganer Ernährung) offenbar mit weniger Diabetes II, Krebserkrankungen insgesamt, ischämischer Herzerkrankung, Übergewicht, Divertikelkrankheit, grauer Star, degenerativer Arthritis und Schilddrüsenunterfunktion assoziiert ist. Alle diese Befunde müssten aber weiter repliziert werden.

Ebenfalls gibt es noch keine eindeutigen Belege für Unterschiede in der Gesamtsterblichkeit. Vegetarisch lebende Personen weisen demnach zwar eine geringere Sterblichkeit als die Allgemeinbevölkerung auf, was aber auch an anderen Faktoren eines gesunden Lebensstiles liegen könnte.

Die Autoren gelangen zur Schlussfolgerung, dass die Daten zeigten, dass die Langzeitgesundheit von vegetarisch lebenden Personen gut und teilweise bezüglich einiger Krankheiten besser sei als die Gesundheit ansonsten vergleichbar lebender Omnivoren (Mischkost mit Fleisch).

Aus den in der Studie dargelegten Daten ist zudem ersichtlich, dass sich positive Effekte bei Vegetariern in den Daten grundsätzlich auch und häufig stärker bei Veganern zeigen. Zudem wird erkennbar, dass bei ausreichender Vitamin B12-Supplementierung und Achtsamkeit bezüglich einer calciumreichen Ernährung keine Hinweise für langfristige gesundheitliche Schäden durch eine vegane Ernährung vorliegen. Der Gesamtbefundstand spricht im Gegenteil für positive Auswirkungen einer veganen Ernährung. Die Autoren betonen aber, dass starke Aussagen noch nicht möglich seien, weil die Datenbasis noch schmal sei.

Die Autoren haben die gesundheitlichen Langzeitfolgen einer vegetarischen und veganen Ernährung einer kritischen Prüfung unterzogen. Auch bei Zugrundelegung eines entsprechend skeptischen Ansatzes ergeben sich aus gesundheitlicher Sichtweise keinerlei Bedenken gegen eine vegane Ernährung, wenn Vitamin B12 supplementiert wird und die Ernährung vollwertig gestaltet wird.

Damit aber sind die Gründe für eine vegane Ernährung überwältigend, wenn berücksichtigt wird, dass durch eine vegane Ernährung jährlich mehr als eine Billionen Tiere (Fische und Landsäugetiere) gerettet werden, die Umweltzerstörung begrenzt und umgekehrt werden kann, sowie die weltweite Ernährungssicherheit gesteigert werden könnten. Menschen setzen die falschem Maßstäbe an, wenn sie auf all diese enormen Vorteile einer veganen Ernährung für Mensch, Umwelt und Tiere verzichtet wollen, nur weil bei veganer Ernährung eine Vitamin B12-Supplementierung notwendig ist.

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