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Sind Veganer die besseren Menschen? (Meinungsartikel)

(Kommentare: 30)

Veganer wollen sich Tieren und Menschen gegenüber besser verhalten

„Veganer  halten sich für bessere Menschen“, „Niemand zwingt Veganer zum Fleischessen, aber Veganer wollen allen anderen ihren Lebensstil aufzwingen“, „Jeder soll essen können, was er mag“.

 

Das sind häufige Reaktionen von Fleischessern in der Diskussionen mit Veganern. Reichlich finden wir solche Äußerungen auch in den Kommentaren von Fleischessern auf unserer Facebook-Seite.

 

Aus unserer veganen Sichtweise möchten wir uns diesen Einwänden widmen, indem wir die Fragen diskutieren, ob (1) Veganer sich für bessere Menschen halten, ob sie (2) anderen ihren Lebensstil aufzwingen möchten und ob (3) jeder essen soll, was er mag?

 

Halten sich Veganer für bessere Menschen?

 

Veganer vertreten aus ethischen Gründen die Überzeugung, dass es ein Unrecht ist, Tieren für den menschlichen Konsum Leid zuzufügen. Die Sachlage, dass Tiere Schmerzen und Leid empfinden, wird heute nicht mehr bestritten. Ebenso unstrittig ist die Sachlage, dass mit der Nutztierhaltung Leid verbunden ist. Unstrittig dürfte des weiteren sein, dass auch Tiere am Leben hängen, und deshalb mit aller Kraft versuchen, Bedingungen, die zum Verlust ihres Lebens führen, zu entgehen.

 

Die vegane Position, dass es ein Unrecht ist, einem Tier Leid zuzufügen, nur weil man es konsumieren möchte, ist eine ethische Position. Ethische Positionen lassen sich nicht beweisen und nicht aus Ist-Zuständen ableiten. Nur weil etwas in einer bestimmten Art und Weise ist oder vielleicht immer so war, bedeutet dies nicht, dass es auch so sein soll.

 

Eine ethische Forderung beschreibt ein „Soll“ und damit notwendigerweise ein „besser“. Wenn wir denken, dass aus ethischen Gründen ein bestimmtes Verhalten gezeigt oder unterlassen werden sollte, bedeutet dies, dass wir davon ausgehen, dass es besser ist, dieses Verhalten zu zeigen oder zu unterlassen.

 

Allein aus der Sachlage, dass sich Veganer aus ethischen Gründen für die vegane Lebensweise entscheiden,  folgt, dass Veganer davon ausgehen, dass die vegane Lebensweise besser ist.  Veganer gehen also in der Tat davon aus, dass ihre Lebensweise besser ist als die Lebensweise der fleischessenden Gesellschaft. In dem Ausmaß, in dem wir aus besserem Verhalten auf bessere Menschen schließen, sind Veganer bessere Menschen. Es obliegt aber jedem Einzelnen, ob er einen solchen Schluss von Verhalten auf die Person ziehen möchte oder nicht.

 

Im Diskurs  beziehen sich Veganer aus gutem Grund nicht darauf, bessere Menschen zu sein. Denn es geht Veganern nicht um die Bewertung von Menschen, sondern um Veränderung von Verhalten zum Wohle der Tiere (und Menschen). Eine vegane Lebensweise soll nicht etabliert werden, damit sich Einzelne als bessere Menschen betrachten, sondern um das enorme menschenverursachte Leid zu mindern, wozu das Leid der direkt gequälten und getöteten Tiere und ebenso das Leid der Menschen gehört, die unter anderem auch durch den ressourcenverschwendenden Charakter der Fleischgesellschaft unter Umweltzerstörung oder Hunger leiden müssen.

 

Veganer legen insofern keinen Wert darauf, sich als bessere Menschen darzustellen, sondern es geht ihnen darum, sich gegenüber den Tieren und ihren Mitmenschen durch die Vermeidung von Grausamkeit und Ressourcenverschwendung besser zu verhalten.

 

Möchten Veganer anderen ihren Lebensstil aufzwingen?

 

Veganer sind motiviert, das durch den Menschen den Tieren zugefügte Leid so weit als möglich abzuschaffen und dadurch gleichzeitig das insgesamt auf unserer Welt vorhandene Leid zu mindern. Rational ergibt sich die Begründung für den veganen Lebenswandel daraus, dass bei einer weltweit veganen Lebensweise jährlich mehreren Milliarden Tieren großes Leid erspart werden würden, wobei gleichzeitig die menschliche Nahrungsmittelsicherheit vergrößert und die CO2 Belastung gesenkt werden würden.

 

Eine individuell vegane Lebensweise leistet aber nur einen verschwindend kleinen oder sogar gar keinen Beitrag zur Verminderung der menschlichen Grausamkeit gegenüber den Tieren. Grund ist, dass durch einen individuellen Veganer kein einziges Tier weniger gequält oder getötet wird, weil die fleischessende Gesellschaft einen Überschuss an Tieren produziert, deren Körper, Körperteile oder Körperflüssigkeiten nicht weiter verwertet, sondern vernichtet werden.

 

Der leidmindernde Charakter der veganen Lebensweise ergibt sich nicht individuell, sondern ausschließlich kollektiv. Nur wenn ein große Zahl von Menschen vegan lebt, kann das Ausmaß der Grausamkeit reduziert werden. Nur wenn alle Menschen vegan leben, kann die menschliche Grausamkeit gegenüber den Tieren beendet werden.

 

Das Ziel der Minderung und letztlich der Abschaffung des durch den für seinen Konsum verursachten Tierleides beinhaltet die Notwendigkeit, sich für die Ausbreitung der veganen Lebensweise einzusetzen. Veganer streben insofern an, dass nicht nur sie selbst, sondern auch andere und als Langzeitziel alle Menschen vegan leben. Veganer setzen sich ihre Überzeugung ein, weil nur durch eine Ausbreitung des Veganismus ihr Ziel einer weniger grausamen Welt erreichbar ist.

 

Veganer befinden sich in der Fleischgesellschaft in komplett marginalisierter Position. Sie verfügen über keine Möglichkeiten, um ihren Mitmenschen den Fleischkonsum zu verbieten, sondern können nur überzeugen. Sie streben aber tatsächlich eine Gesellschaft an, in der Leidzufügung und Tötung von Tieren nicht mehr als legitim betrachtet wird.

 

Soll jeder essen, was er mag?

 

Ja und Nein. Ja, weil aus veganer Sichtweise sehr wohl grundsätzlich jeder Mensch essen können sollte, was er möchte, selbst wenn es sicherlich nicht wünschenswert ist, wenn Menschen z.B. ihre Gesundheit durch Art oder Menge der konsumierten Nahrungsmittel schädigen. Die Entscheidung liegt jedoch beim Einzelnen. Nein, weil die Beliebigkeit der Nahrungsmittelwahl dort endet, wo sie auf Kosten anderer leidensfähiger Tiere oder Menschen geht.  Über Geschmack lässt sich (nicht) streiten, aber Geschmack sollte nicht als Argument für Leidzufügung und Tötung herangezogen werden. Ethische Prinzipien sind wichtiger als rein ästhetische Empfindungen. Zusammenfassend, sollten aus veganer Sicht Menschen essen können, was sie mögen, solange dies nicht mit Leidzufügung und Tötung von Tieren einhergeht.

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Kommentar von Dennis Niedenzu |

Ich finde zwar das Veggie Lebende wesentlich Gesünder leben und auch in gewisser Art und Weise "bessere" Menschen sind aber ich denke das es eher so dargestellt wird, weil sie die Omnivore nicht mit dem leid und dem Schmerz auseinander setzen wollen und es eher eine Abwehrreaktion ist, wodurch solche Aussagen enstehen...

Ich denke aber auch, dass viele einfach nur den Omni´s zeigen wollen, unter dem Motto;,,Ey Leute guckt euch doch einfach mal an, wie die Tiere Leben ähh Gezüchtet werden!". und es dadurch relative schnell auf Abneigung umschlägt.

Jeder sollte das Essen was er für richtig hält, nur denke ich sollte man sich als Omni einfach mal anschauen, was mit den Tieren passiert, wie sie am Leben gehalten werden und wie mit ihnen umgegangen wird. Es wird danach bestimmt einige geben, die dann wesentlich bewusster mit dem Fleisch, welches sie Konsumieren umgehen.

Kommentar von christian |

Hallo!!
Ich leben nicht vegan sondern vegetarisch.
dennis du sagst, dass viele kein fleisch mehr essen würden, wenn sie wüssten, wie es produziert wird ... das traurige ist aber, die meisten wissen es ja und es ist ihnen egal, sie ignorieren es.
diejenige, die das nicht ignorieren, und deshalb vegan/vegetarisch leben, haben durchaus einen besseren charackter.

Kommentar von Angelika |

Ich finde, dass ein ethischer Umgang mit allen Lebewesen angebracht ist, wer tötet oder Tötungen unterstützt, handelt nicht ethisch...interessanter Weise gibt es Plüschtiere aller Arten, mit denen gekuschelt wird, warum also diese Doppelmoral? Wir haben mehr als genug Essbares auch ohne Leichenteile, im Gegenteil, es werden dadurch Krankheiten gefördert (Adipositas, Diabetes, Osteoporose), durch die die Pharmaindustrie verdient. Es wird Regenwald abgeholzt, damit der "Nutz" Tiere Futter angebaut werden kann und Hungersnöte sowie Dürreperioden töten wiederum Menschen auf anderen Kontinenten durch die Klimaverschiebung. Was hinterlassen wir unseren Kindern für ein Erbe, wenn wir keinen Respekt vor Natur und Tieren haben und ihnen keinen lebenswerten Planeten vermachen? Die Würde aller Geschöpfe ist unantastbar...

Kommentar von Pro Meat |

Menschen sind Fleichfresser, dass ist natur!
Veganer sind meiner meinung nach krank!

Kommentar von susane |

ich bin am weg zum veganer und halte mich nicht für was besseres aber für einen menschen der tierleid nicht hinnimmt sondern sich aktiv dafür einsetzt indem er selbst sein leben ändert. da ich tolle blutwerte und sonst keine probleme (außer denen die schon vorher waren) habe, finde ich diese ernährungsform absolut empfehlenswert und zukunftsträchtig, weil es nicht sein kann dass in armen ländern korn angebaut wird, dass unseren nutz(benutzten)tieren zu gute kommt während die leute dort verhungern_!

Kommentar von Verena |

Ich kenne EINEN Veganer, der mit seinem Verhalten seine Umwelt zum Umdenken bringt:
Er zwingt es niemanden auf und verzieht bei einem Fleischesser am Tisch nicht das Gesicht. Die Folge: einige neue Vegetarier auf der Welt mehr, die auch nicht auf "ich bin ja so toll" machen.
Und so sollte es meine Meinung nach sein!

Kommentar von Runa |

@ Pro Meat:

Nein, tatsächlich ist es so, dass sich bis zu einem gewissen Jahrhundert nur der Adel Fleisch leisten konnte (das war die Zeit, in der Kurven noch schön waren) und sich der Großteil der Menschheit vegetarisch ernährt hat. Außerdem sind die meisten Menschen gar nicht dazu gemacht, z.B. Milch zu konsumieren, deswegen haben ja auch viele eine Laktoseintoleranz.

Ich finde es traurig, dass man Leute, die eine bessere Welt und weniger Schmerz wollen, als krank bezeichnet werden. Ich glaube nicht, dass wir Veggies jeden Fleischesser so bezeichnen, nur weil er unschuldige Tiere tötet und die Umwelt schädigt.

Kommentar von sascha |

ProMeat: wenn du so auf natürliches Verhalten pochst, dann geh doch bitte auf die Weide und reiß ein Pferd. Außerdem ziehst du dann bitte in eine Höhle und verzichtest auf jegliche Technik.
Es geht doch gar nicht nicht darum, was natürlich ist, sondern was ethisch/moralisch vertretbar ist. Was ist denn an der menschlichen Lebensweise bitte noch natürlich?
Veganer sind nicht krank, sie setzen nur um, was ihr Moralempfinden ihnen sagt.
Es ist nicht nötig Fleisch zu essen, also verzichten wir darauf und sind somit nicht daran mitschuld, dass Tiere gequält und geschlachtet werden. 'Krank', wie du es bezeichnest, sind allenfalls die Leute, die in der Fleischherstellung arbeiten und dabei keinerlei Gewissensbisse haben.

Kommentar von Jeronimus Boch |

unterteilen wir jetzt wieder in klassen?
ich weiss ja, dass headlines provozieren sollen..aber bitte...bin selbst vegetarier, mein respekt an veganer die die einzige wahre konsequenz ziehen...aber "besser" deswegen zu sein wage ich zu bewzweifeln. ein mensch ist mehr als was er in sich reinschaufelt.

Kommentar von Jeronimus Boch |

und Angelika: wer das töten pauschal ablehnt, denkt nicht zu ende.

Kommentar von Susanne Hemphill |

Ich denke das Veganer auf jeden Fall aufgeklärter sind als andere Menschen und in Ihrem Rahmen versuchen den Schaden so gering wie möglich zu halten und auch andere Menschen aufzuklären. Man braucht heut zu Tage keine Fleisch bzw Tierprodukte mehr zu Essen und es ist mittlerweile ja auch nicht nur moralisch nicht mehr wirklich vertretbar sondern auch nachgewiesener weise ungesund besonders für unsere Kinder. Ich finde aber das jeder Mensch sich so ernähren sollte wie er möchte durch das Internet kann jeder alle Informationen bekommen die er möchte und wer sich nicht Informieren möchte oder seine Ernährung nicht umstellen will dann ist das auch O.K es ist sein gutes Recht, er ist deswegen nicht schlechter oder ignoranter sondern geht einfach nur einen anderen Weg und wir alle haben das Recht den Weg durchs Leben zu wählen den wir möchten.

Kommentar von helga |

@ pro meat
wenn der Mensch dazu gemacht ist Fleisch zu essen warum hat er dann (wie z.B. ein Wolf) keine Reißzähne? Warum braucht er Pflanzenteile (Ballaststoffe) um besser zu verdauen? Ich bin selber erst seit einem Jahr vegitarier und seit 2 Monaten Vegan, aber allein in diesem Jahr hab ich erstmals mitbekommen wie wir uns durch den Fleichkonsum selbst schaden. Runa schreib so schön "Als die Kurfen noch schön waren." warum ist das so? Weil unser Körper Fett was er nicht braucht und verwerten kann einlagert, und wir durch tägliche Zufur von diesem immer mehr einlagern was uns träge und zu den sogenanten Wohlstandskrankheiten führen. Nicht desto troz gibt es Profisportler die Veganer sind z.B. Patrik Baboumian (stärkster Mann Deutschlands), Jutta Müller (mehrfache Weltcup Siegerin im Windsurfen), Carl Lewis (mehrfacher Olympiasieger Leichtathletik). Vegitarier und Veganer sind nicht besser sie denken nur weiter und sind offener wie andere

Kommentar von mathes |

@ helga
der mensch hat noch reißzähne guck dir doch nur mal bitte deine eckzähne an.
Und auch fleischfresser wie Wölfe brauchen ballaststoffe die nehmen sie auf wenn sie z.B. ein reh reißen und es fressen, da die meiste beute schon vorverdautes grün im magen hat.
Und sicher kann man ohne fleisch leben doch braucht man es nicht wenn man den fleischkonsum eingränzt z.b. 1mal die woche fleisch und oder fisch. Wenn das alle machen würden hätten wir genügend platz um die tiere artgerecht zu halten und sie ohne unnötige quälerei leiden zu lassen.

Kommentar von Michael Streibel |

Aus Sicht der Tierhaltung, der Umweltzerstörung und dem Welthunger haben sich vegan lebende Menschen entschieden, etwas besser zu machen - und darüber freue ich mich sehr. Es gibt allerdings auch Menschen, die sich für Hilfsbedürftige und Notleidende einsetzen, ohne vegan zu leben - diese Menschen haben sich auch dazu entschieden, etwas Gutes zu tun. Eine pauschale Aussage ist also nicht passend. Ich freue mich über jeden Menschen, der aktiv ist für eine bessere Welt - Michael Streibel

Kommentar von Yasmin |

Ich bin der Meinung, dass Veganer ist keinster Weise bessere Menschen sind. Da ich selber Veganer(in) bin und dadurch auch genug Veganer im Freundeskreis besitze, muss ich leider gestehen, dass ein Veganer genauso ein menschliches A.Punktpunkt sein kann, wie jeder anderer auch.

Klar ist es super, dass man den Tieren helfen möchte und sich viele auch aktiv für den Tierschutz einsetzen. Nur hat das Ganze oft eine Schattenseite. Viele Veganer sind in meinen Augen sehr arrogant und selbstverliebt!

Vorallem gehen mir diese Mode.Veganer auf die Nerven, die wirklich jedem nach dem ersten Hallo auf die Nase binden müssen, dass sie Veganer sind und ja sooo toll sind. Muss das sein, das intressiert doch niemanden! Was würde die denn bitte sagen, wenn andere Leute bei erstem aufeinander treffen sagen: "Hallo, ich heiße Marie und bin Christ/Jude/Muslim." Sowas sagt man doch nicht direkt, es sei denn man WILL angeben und sowas finde ich sehr arm!

Was mir auch immer wieder auffällt, sind diese Veganer, die die "Fleischfresser" als die Wurzel alles Übels bezeichnen. Hallo? Muss das wirklich sein, so kann man Leute sicher nicht überzeugen kein Fleisch mehr zu essen!

Das schürrt doch nur Hass und sorgt für einfach mal Nichts!

Kurz um: Veganer die nett und trotzdem noch weltoffen sind, ja gerne. Modeveganer die jedem auf die Nase binden müssen, wie toll sie sind, nein danke!!

Kommentar von Tanja |

Jeder Mensch,der sich für eine bessere Welt einsetzt,ist ein besserer Mensch,als diejenigen,die nur an sich denken und das Leid anderer ignorieren.
Und arrogant/selbstverliebt sind Veganer schonmal gar nicht,sondern das sind eher die Leute, denen das Leid der Tiere egal ist und dass man mit Fleischkonsum auch die Welt schadet,ist auch schon bekannt. Und außerdem; was ist daran so schlimm,dass man zu seiner Überzeugung steht? @Yasmin .. Du klingst eher nach jemanden,der aus Unverträglichkeit/Allergie Veganerin geworden ist oder bist keine Veganerin,sondern jemand,der dem Veganismus schlechtmachen will. Schon allein dass du "deine veganen Freunde" selbstverliebt & arrogant nennst ... Und übrigens besitzt man Freunde nicht.

Kommentar von Yasmin |

@Tanja Ich muss dich leider enttäuschen. Ich bin aus Überzeugung Vegan und wenn ich sage, dass in meinem Veganen Freundeskreis auch Leute sind die Veganer sind, bedeutet das noch lange nicht, dass ich mit denen befreundet bin. Schonmal was von Freundes Freunden gehört? Sowas soll es in der Tat geben!

Bessere Welt hin oder her, ich setze mich auch aktiv für den Tierschutz ein und tue alles, damit diese Welt ein wenig besser wird. Aber das tue ich "der Welt" zu liebe und nicht um damit rumzuprallen!

Nur bekomme ich oft das Gefühl, dass sehr viele Leute es genau aus diesem Grunde tuen! Sie schreien rum, dass sie vegan sind, sich für eine bessere Welt im allgemeinen einsetzen wollen, laufen aber mit Markensachen rum, die von kleinen Kinderhänden zusammengenäht wurden, darf ich lachen?

Oder Leute die ziemlich aggressiv auf "Fleischfresser" losgehen, nach dem Motto "Du bist so ein schlechter Mensch, mach ich dich mal mitten in der Stadt zur Sau, weil du eine Bratwurst isst und schrei dabei auch gleich rum, wie super vegan ich bin!"

Ich weiß das ein Großteil der Veganer NICHT so ist! Aber irgendwie wächst diese Zahl der "Modeveganer" und wirkt für mich eher wie ein Protest gegen die Gesellschaft(den Eltern), weil man so anders sein will.

Versteh mich nicht falsch, ein Protest gegen die Gesellschaft ist gut, wenn man weiß das sie etwas falsch macht. Aber ein Protest gegen die Gesellschaft nur um sich selber cooler zu fühlen, ist einfach nur arm.

Solltest du dich deswegen immernoch angegriffen fühlen, muss ich wohl leider davon ausgehen, dass du zu diesen Modeveganern gehörst?

Kommentar von Henry |

Also die Veganer sind echt alle krank. In Fleisch sind sehr viele wichtige Vitamine und die braucht der Körper. Mir kann keiner erzählen, dass jemand, der so eine Mangelernährung betreibt zu irgendwelchen Leistungen fähig ist. Sei es physisch oder psychisch.

Kommentar von badabing |

Ein großer Teil der Veganer ist zumindest sensibler im Bezug auf das Leid, dass Tieren durch die Massentierhaltung zugefügt wird. Das macht sie scheinbar zu empathischeren Menschen. Leider habe ich bei einigen Veganern diese Empathie anderen Menschen gegenüber vermisst. Zum Beispiel ein Restaurantinhaber in Berlin, der seine Angestellten unmenschlich entlohnt und sogar bedroht. Militante Veganer, die grundsätzlich bei diesem Gesprächsthema einen verbalen Krieg anzetteln ohne ein Bewusstsein für Pädagogik oder Psychologie. Wie bereits erwähnt, solche, die sich selbst aufgrund ihres Veganismus auf ein Podest stellen, obwohl sie in anderen Konsumentscheidungen deutlich über ihren moralischen Schatten springen. Viele vergessen auch, dass sie selbst mal Fleisch aßen und das zu der Zeit auch nicht hinterfragten. Solche, die Fleischessern vorwerfen, sie wären zu faul, sich Inhaltsstoffe auf Verpackungen durchzulesen, dann aber selbst ganz überrascht gucken, wenn man ihnen erzählt wie prekär Angestellte bei der Biocompany entlohnt werden. Fazit: Sensibler vielleicht - aber oft nur als "Inselsensibilität". Wir Veganer sind eben auch nur Menschen.

Kommentar von Siusaidh |

@Henry:
Nennen Sie mir doch bitte nur ein Vitamin in Fleisch, daß man in keinem anderen nicht-tierlichen Lebensmittel findet?
Und wenn Sie das gefunden haben, dann nennen Sie doch bitte noch die kritischen Aminosäuren und Mineralstoffe.
Danach könnten wir auf Enzyme eingehen!?

Es ist schon lange mehrfach wissenschaftlich untermauert, daß eine ausgewogene vegane Ernährung keine(!) Mangelernährung ist.

Kommentar von Mike Held |

Klar sind Veganer die besseren Menschen,weil sie sich mit ihrer Flora und Fauna mehr auseinander setzen.Es gibt keinen medizinischen Grund Fleisch zu essen.Der einzigste Grund, was man immer wieder hört,ist: Es schmeckt mir halt. Dieses Argument kann man für Burger,Bolognese,
Kalbsgeschnetzeltes,Döner,Falafel und weitere mehr schnell entkräften-weils genauso schmeckt!
Und all die Argumente wie der Körper braucht Fleisch wegen Vitaminen usw.-ist Blödsinn. Und wir reden eigentlich nicht von besser sein,sondern eher von anders.

Kommentar von mike held |

Wir hatten bei einer Veranstaltung einen Tag ein sehr schlechtes catering! Dafür wurde uns am nächsten Mittag dann ein Gulasch mit einer hellen Soße mit Nudeln oder Reis und Salat vor-gesetzt.Bei der Heimfahrt sagte einer der Mitarbeiter,ein typischer Fleischesser,das das Gulasch unglaublich gut war und das Fleisch sehr zart und fein.Das Ganze war vegan!! Soviel zum Thema! Er ging sogar soweit, das er behauptete, das das nicht vegan war.Glückwunsch zu soviel Ignoranz.Das war nicht die einzigste Begebenheit in dieser Art.

Kommentar von mike held |

@Yasmin: Klar ist es nicht gut oder doof wenn dich ein Veganer in der Stadt anpöbelt,weil du eine Bratwurst isst.Aber schau dich mal in Schlachthöfen,bei Tiertransporten,bei Wiesenhof,oder in der Milchherstellung, Quelle:www.peta.de usw.um wies da tatsächlich abgeht.Da kann man schon einen Hals bekommen.Und vielleicht sorgt es ja dafür, das der eine oder andere sich mal informiert wie sein Essen hergestellt wird und wieviel Leid und Beschiss dahinter steckt.

Kommentar von mike held |

....wenn ihr wüsstet was in Lyoner alles drin ist, würdet ihr das nicht mehr essen! Absolut widerlich! Und die sogenannten Qualitätprodukte
sind oft nicht das was drauf steht.Echt mal; Vegane Ernährung ist echt einfach nur geil!
Ohne Tierleid,Ist billiger,umweltverträglicher als fleischreiche Ernährung,viel gesünder-und schmeckt wirklich unglaublich gut.

Kommentar von seppi |

ich habe ja nur darauf gewartet, dass das beispiel mit dem stärksten mann deutschlands kommt ;) yep, er ist der stärkste mann und seit ca. einem jahr (+- monate) veganer. davor hat er ca. 15 jahre trainiert und sich hauptsächlich von tierischem eiweiß ernährt...wenn ich mich also 15 jahre so ernähre und trainiere, muss ich den erfolg auch diesem zeitraum zuschreiben, nicht dem einem jahr danach! ich verstehe viele veganer, trotzdem halte ich die einstellung für überzogen, wenn nicht etwas "dumm". ich bin kein freund der massentierhaltung, trotzdem gibt es aber in der ländlichen gegend genügend möglichkeiten fleisch zu kaufen, welches aus einer ganz natürlich landwirtschaft kommt. kostet zwar das doppelte, ist aber hochwertiges fleisch! ein sehr interessanter link: http://de.wikipedia.org/wiki/Biologische_Wertigkeit
somit ist auch wissenschaftlich belegt, das tierisches eiweiß eine höhere biologische wertigkeit aufweißt als pflanzliches. somit ist für mich klar, das eine ausgewogene ernährung inkl. fleisch die bessere ist! und zu glauben, dass rießige sojaflächen kein tierleid produzieren (nehmen lebensraum weg) ist ebenso "dumm. trotzdem liebe grüße von eurem feindbild, dem fleischesser!

Kommentar von badabing |

Hi Seppi,

du hast natürlich recht, wenn du sagst, dass der stärkste Mann Deutschlands lange Zeit Fleisch gegessen hat und diese Ernährung zusammen mit intensievem Training seine Karriere förderte. Er ernährte sich allerdings seit 2006 schon immerhin vegetarisch. Es geht aber im Grunde nur darum, dass man als Veganer auch stark sein kann. Dafür gibt es vielleicht bessere Beispiele, als ihnaber er ist nunmal ein prominenterer Charakter. Im Internet findest du auch eine vegane Bodybuildingcommunity.

Du hast recht damit, dass tierische Eiweiße für den Menschen gut verwertbar sind. Brauchen tut man sie trotzdem nicht, da es genügend Pflanzliche Nahrungsmittel gibt, die den menschlichen Eiweißbedarf decken. Wenn du Mangelerscheinungen als Gegenargument heranziehen möchtest, wäre Vitamin B12 eine interessantere Thematik.

Zu den großen Sojafeldern kann ich dir noch mitteilen, dass 2011 etwa 70% des weltweit angebauten Sojas an Tiere verfüttert wurde, die du isst.

Quelle:(http://de.statista.com/statistik/daten/studie/182099/umfrage/anteil-der-ernte-fuer-tierfutter-2011/)

Für Trinkwasser gilt das gleiche. Siehe:
(http://de.statista.com/statistik/daten/studie/163215/umfrage/wasserverbrauch-fuer-getreide-und-fleisch/)

Liebe Grüße,
Badabing

Kommentar von seppi |

Hi babading,

ja, er ernährte sich vegetarisch...verputzte aber trotzdem zum großteil nur tierisches eiweiß wie zb. molkeprotein, topfen usw.! auch habe ich gelesen, dass er selbst noch nicht ganz genau weiß, wie er diesen proteinbedarf decken soll...er möchte es zb. mit kichererbsen versuchen. ich weil jetzt auch nicht die vegane lebensweise schlecht machen, ich respektiere ihre/eure einstellung natürlich. nur die argumentationen vieler veganer sind etwas mangelhaft und einfach nicht wahr. wie bereits erwähnt, kann man selbst entscheiden, woher man fleisch bezieht! fleisch sollte etwas besonderes sein, dass nicht jeden tag auf den tisch kommt. dann gibt es viele der angesprochenen probleme einfach nicht mehr ;) aber zu behaupten, dass eine vegane ernährung gegenüber einer ausgewogenen ernährung gesünder ist, ist ganz einfach nicht wahr. http://www.bag.admin.ch/themen/ernaehrung_bewegung/05207/05219/index.html?lang=de

ich mache sehr viel sport und beschäftige mich auch viel mit ernährung...auch in meinem privaten umfeld wird viel darüber gesprochen und diskutiert. aber der großteil der ernährungsberater, sportler und trainer empfehlen den konsum von fleisch! und bei fleisch spreche ich jetzt nicht von currywurst ;)

grüße, seppi

ps: wenn jetzt alle nur noch zb. soja anstelle von fleisch essen, ändert sich an der tatsache das sojafelder gebraucht werden leider auch nichts...

Kommentar von Badabing |

Hi Seppi,

ich kann zwar nur für mich sprechen, aber ich sehe selbst als Veganer die vegane Ernährung nicht als gesünder an als die omnivore. Man kann sich auf beide Weisen gesund oder ungesund ernähren. Für mich ist es eine reine moralische Entscheidung. Ich sage nur, dass die vegane Ernährung bei etwas bewusster Nahrungsmittelauswahl nicht ungesund ist. Das ist natürlich auch bei einer omnivoren Ernährung von Vorteil, dort aber nicht ganz so wichtig. Daraus folgt: Der einzige Grund nicht auf tierische Produkte zu verzichten, ist der Genuss des Geschmacks oder der Konsistenz und eine ausgeprägte Bequemlichkeit - Für mich unzureichende Argumente. Dass man sich als Veganer durchaus gesund ernähren kann, ist inzwischen auch wissenschaftlich belegt worden. Siehe: http://www.peta2.de/gesundvegan .

Ich bin deinem Link gefolgt und habe die Studie quergelesen. Sie sagt, dass Veganer ein erhöhtes Risiko für Mangelerscheinungen haben. (Nicht, dass sie per se welche haben). In erster Linie dann, wenn sie sich nicht mit der Nährstoffaufnahme auseinandersetzen und sich ein ausreichendes Wissen darüber erarbeiten. (Das gilt aber für alle, nicht nur für Veganer.) Auch vegane Kinder, Schwangere und Alte werden als kritisch gesehen, aufgrund eines anderen Nährstoffbedarfs. (Das wurde allerdings von anderen Studien schon eingeschränkt/widerlegt, Siehe Link oben) Leider wird immer wieder in der Studie nur "vermutet", weil es "keine Daten zum Auswerten gab". Vegetarier werden interessanterweise als gesünder eingestuft, als Omnivoren.

Bitte informiere dich auch noch ein wenig über die Auswirkungen der Tierhaltung auf unsere Umwelt, damit du deinen letzten Satz widerrufen kannst. Peta sagt zu deinem Argument: "“Wir verfüttern soviel Getreide an die Tiere, um sie für den Verzehr zu mästen, dass wir, wenn wir alle Vegetarier würden, genug Nahrung produzieren könnten, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren. In den USA z.B. werden 70% des Mais, Weizens und der anderen Getreide, die wir anbauen, an Tiere verfüttert. Die Tiere auf der ganzen Welt verbrauchen eine Futtermenge, die dem kalorischen Bedarf von 8,7 Milliarden Menschen entspricht - das ist mehr als die gesamte Weltbevölkerung."

Liebe Grüße,
Badabing

Kommentar von seppi |

Hi babding,

danke für die ausführliche Antwort. Natürlich habe ich mir den peta link durchgelesen, es erscheint mir auch sehr interessant. Nur erscheint mir peta nicht unbedingt als neutrale organisation, daher vertraue ich auch mehr dem schweizer link. der grund warum ich fleisch esse hat nichts mit bequemlichkeit zu tun, warum auch? einen tofu oder ein stück fleisch abzubraten erscheint mir als eine sehr ähnliche aufgabe ;) auch die tatsache, dass die massentierhaltung ein verbrechen ist, bestätigt ja nicht das fleischkonsum etwas schlechtes ist. die sollte man unabhängig betrachten, denn ich kann ja selbst entscheiden von wem ich mein fleisch beziehe. nicht das fleisch essen ist das problem, sondern die produktion und die preise. wie kann es sein, dass fleisch mittlerweile günstiger ist als gemüse oder obst? da sehe ich persönlich das problem...ich finde es sehr interessant mit dir zu diskturiere und ich habe gestern auch mit einem arbeitskollegen über dieses thema gesprochen. Er hat zb. das Problem, dass seine junge tochter (1-2 jahre) kein Fleisch essen mag und daher auch schon mangelerscheinung hat. wahrscheinlich muss das kleine ding jetzt supplemente zu sich nehmen...außerdem bin ich der ansicht, dass sich viele vegetarier oder veganer einfach von der masse absetzen möchten und sich gerne als der bessere bzw. intelligentere teil der menschheit fühlen möchten. und der grund warum vegetarier bzw. veganer ein paar jahre länger leben als der fleisch-essende durchschnitt liegt einfach nur daran, das sie insgesamt gesünder leben. es gibt aber auch viele fleisch-essende menschen die gerne sport betreiben und sich bewusst ernähren ;) wie bereits in dem link ersichtlich war, ist einem veganer die aufnahme von dem vitamin b12 nur über supplemente möglich - wie kann diese form der ernährung also gesund sein? wenn ich zusätzlich pillen schlucken mussen um die "grundversorgung" gewährleisten zu können...

wünsche einen schönen tag!

grüße,
seppi

ps: bitte keine links von pro-vegan und natürlich auch pro-fleisch, denn diese werden sich immer die passenden studien raussuchen ;)

Kommentar von Cati |

@pro Meat
Du hast in der Schule nicht aufgepasst wie die meisten Omnivoren.
Der Mensch ist vom Ursprung her ein reiner Pflanzenfresser , sie Verdauungssystem und Gebiss .
Informiere dich richtig ! und dann kannst du hier deinen Senf verteilen .