Vegan kann Klimawandel aufhalten

Vegan kann Klimawandel aufhalten

Eine neue großangelegte Studie hat die Auswirkungen von Lebensmitteln auf die Freisetzung von Treibhausgasen untersucht. Die Studie ist im Fachjournal Journal of Cleaner Production soeben unter dem Titel Systematic review of greenhouse gas emissions for different fresh food categories veröffentlicht worden.

Pflanzenkost ist klimaschonend

Die Studie stützt sich auf eine Analyse von 369 vorliegenden unabhängiger Untersuchungen, die insgesamt 169 einzelne Lebensmittel betrafen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Konsum pflanzlicher Lebensmittel im Durchschnitt bei weitem weniger Treibhausgase freisetzt als der Konsum tierischer Lebensmittel. Bei den verarbeiteten Produkten sind Mandel- und Sojamilch deutlich klimaschonender als Kuhmilch. Käse und Butter weisen eine hohe klimabezogene Belastung auf. Geradezu katastrophal ist die durch Fleisch von Wiederkäuern, wie Büffeln, Rindern oder Schafen, aber auch durch den Konsum von Hummern resultierende Freisetzung von Treibhausgasen. Aber auch alle anderen Fleisch- und Fischprodukte sind deutlich klimabelastender als Gemüse, Obst oder Hülsenfrüchte, einschließlich deren verarbeiteter Varianten.

Umfassende Analyse

Die Untersuchung hat eine besonders hohe Relevanz, weil sie alle bisher vorliegenden Untersuchungen berücksichtigte und statistisch zusammenfassend auswertete. Dabei legen die Autoren Daten für eine sehr hohe Anzahl an Lebensmitteln vor. Prozesse der Erzeugung, des Transports und der Verarbeitung der Lebensmittel wurden in der Auswertung berücksichtigt.

Die Auswertungen der Autoren zeigen außerdem, dass die einbezogenen verschiedenen Einzel-Studien - unabhängig von Unterschieden in der Methodik - zu im Wesentlichen vergleichbaren Ergebnissen gelangten. Dies spricht für eine hohe Generalisierbarkeit und Gültigkeit der erhaltenen Befunde.

Hauptergebnisse

Im geringsten geringsten und geringen Bereich der Belastung sind ausschließlich pflanzliche Lebensmittel zu finden. Im höchsten und hohen Belastungsbereich finden sich ausschließlich tierische Lebensmittel.

Im Hinblick auf die unterschiedlichen Lebensmittel-Kategorien weist Gemüse die günstigsten Werte auf, gefolgt von Früchten, Hülsenfrüchten und Getreide. Erst danach kommen mit zunehmend höherer Belastung der Umwelt durch Treibhausgase Milch, Fleisch von Nicht-Wiederkäuern, einschließlich Fisch, und schließlich Fleisch von Wiederkäuern.

Einige interessante Einzelergebnisse

  • Auf dem Feld angebautes Gemüse führt zu einer 162-fach geringeren Belastung mit Treibhausgasen als Büffelfleisch und zu einer 72-fach geringeren Belastung als Rindfleisch. Sehr stark ist ebenfalls die durch Hummer erzeugte Belastung, die 75-fach höher liegt als die Belastung durch auf dem Feld angebautem Gemüse.
  • Aber auch Milch ist erheblich stärker belastend als die meisten Pflanzenprodukte, u. a. 42 % stärker belastend als Sojamilch und sogar 68 % stärker belastend als Mandelmilch.
  • Pflanzliche Produkte aus Treibhäusern sind stärker für das Klima belastend als auf dem Feld angebautes Gemüse und Obst. Aber auch Treibhausprodukte sind im Durchschnitt wesentlich weniger klimablastend als tierische Produkte, einschließlich Milch.
  • Eier sind mehr als doppelt so stark belastend wie Milch. Butter und Käse sind fast achtfach belastender.
  • Zwiebeln, Sellerie, Kartoffeln und Karotten sind die vier Lebensmittel mit der geringsten durch sie erzeugten Freisetzung von Treibhausgasen. Erst an den Rangplätzen 73 und 74 treten mit Hering und Milch erstmals Lebensmittel tierischen Ursprungs auf.
  • Die zu Unrecht viel gescholtenen Sojabohnen sind mehr als 2,6 fach weniger belastend als Milch, mehr als 7-fach weniger belastend als Eier, Fisch insgesamt und Fleisch von Hühnern, sowie 54-fach weniger belastend als Rindfleisch, 57-fach weniger belastend als Hummer und 123-fach weniger belastend als Büffelfleisch.

Vegan ist die Lösung

Die Autoren zeigen auf, dass durch eine sinnvolle Lebensmittelauswahl die Freisetzung von Treibhausgasen durch die Ernährung reduziert werden kann. Allerdings verpassen es die Autoren ausgerechnet, ein veganes Szenarium zu berechnen Dies ist bedauerlich, zumal ihre Daten eindeutig und über alle Zweifel erhaben belegen, dass eine vegane Ernährung die bei weitem klimaschonenste Ernährung von allen möglichen Ernährungsformen ist.

Selbst bei Auswahl der für das Klima ungünstigsten pflanzlichen Lebensmittel wäre eine vegane Ernährung dennoch klimaschonender als eine vegetarische Ernährung und insbesondere auch als eine Mischkost mit Fleisch. Selbst eine klimabezogene optimale Fleischauswahl würde zu einer erheblich stärkeren Klimabelastung führen als eine vegane Ernährung.

Die Ergebnisse der Studie sprechen eindrucksvoll für die Überlegenheit und Notwendigkeit einer veganen Ernährung. In Anbetracht der weiterhin drohenden Klimakatastrophe erscheint der Wandel zu einer pflanzenbasierten Ernährung als geradezu zwingend erforderlich.

Die Notwendigkeit eines Wandels zu einer vegane Ernährung ergibt sich umso mehr, als dass eine vegane Ernährung zusätzlich die Weltbevölkerung besser versorgen kann (siehe hier), mit vielen weiteren Umweltvorteilen verbunden ist und zudem als einzige Ernährungsform in der Lage ist, das exzessive durch den Menschen verursachte Tierleid zu beenden.

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6 Kommentare auf "Vegan kann Klimawandel aufhalten"

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Klaus Grünseich
Gast

Hallo Seksan [&] Guido, im letzten Absatz zu „Einige interessante Einzelergebnisse“, habt Ihr wohl das „weniger“ bei Rindfleisch, Hummer und Büffelfleisch „verschluckt“! Denn, anstatt „weniger belastender“, heißt es dort immer „belastender“! Bei solch erschreckenden Zahlen, bzw. in welch gigantischem Maße OmnivorInnen auch den Klimawandel beschleunigen (und dies ist bekanntlich bei weitem nicht die einzige katastrophale Folge omnivorer Ernährung/Lebensweise), kann und darf man sich schon mal verschlucken! Ich hatte zunächst erst einmal Schnappatmung! 😉 Beste vegane Grüße nach Phnom Penh, Klaus

romolus
Gast

Hallo,
ein wesentlicher Apekt vermisse ich bei der sonst so erfreulichen Nachricht: Die Gesundheit!
Könnte man zB. die Krankenkassenbeiträge reduzieren? Gesund möchten wir doch aber alle sein.

V. Stocker
Gast

Hering und Milch sind weniger schlecht für das Klima als Wild? Gibt es eine Tabelle mit konkreten Zahlen wie viel welche Menge eines Produkts an Trinkwasser und CO2 verbraucht. Die Ergebnisse der Studie müssen ja auch irgendwo genau stehen.

Incognito
Gast

Seit ihr Dumm, oder was? In wie fern kann essen die Umwelt belasten?

Klaus Grünseich
Gast

@V. Stocker Es ist VÖLLIG irrelevant um welche Reste tierlichen Ursprungs, welche als s. g. Nahrung dienen, es sich handelt, sie sind, im Vergleich zur veganen Nahrung, IMMER umwelt- und klimaschädigender! Vielleicht den Artikel einfach nochmal etwas intensiver lesen!

@Incognito Habe schon viele Kommentare gelesen, aber dieser hier von Ihnen, ist allerdings der, sorry, intellektuell defizitärste, welchen ich jemals las! Hoffnungslos!?

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