Thailand: Amphon Tangnoppakul in Haft verstorben

Thailand: Amphon Tangnoppakul in Haft verstorben

Der Tod von Amphon Tangnoppakul in thailändischer Haft kam nicht überraschend, sondern war dem Urteil, welches ihn für den angeblichen Versand von vier SMS zu 20 Jahren Haft verurteilte vorhersehbar. Denn Amphon war bereits damals krebskrank. In Haft erhielt er keine angemessene Behandlung. Er starb unterSchmerzen, der metastasierte Leberkrebs wurde erst nach seinem Tod entdeckt. Im Gefängniskrankenhaus waren am Wochenende die Labore geschlossen, so dass zunächst auf die zuletzt auftretenden schweren Magenschmerzen nicht diagnostisch reagiert wurde.

Erschütternd am Tod von Amphon, eines einfachen und armen Mannes, der Frau, Kinder und Enkelkinder hinterlässt, ist neben dem Exzess der thailändischen Justiz, die fast völlige Untätigkeit bzw. das Schweigen der westlichen Regierungen und internationalen Medien, die offenbar nur überall dort als mutige Kämpfer für Menschenrechte auftreten, wo es ihre politischen Gegner betrifft.

Noch erschütternder ist die Untätigkeit der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, der seit Jahren begründet vorgeworfen wird, in Thailand das Schicksal der politischen Gefangenen, die wegen Majestätseleidigung verfolgt und zu jahrzehntelangen Haftstrafe verurteilt werden, weitgehend zu ignorieren.

Auch im Fall Amphon hat Amnesty International es bei einer einzigen anfänglichen kritischen Erklärung belassen, deren Wirkungslosigkeit ohne eine internationale Kampagne, mindestens eine Urgent Action, vorhersehbar war. Schon damals wurde hierzu im Gleichklang Politik-Blog geschrieben:

“Sollte Amnesty diese verfehlte Politik nicht ändern und sollte der krebskranke Ampol Tangnopakul, dessen Enkelkinder ihn weinend vor Gericht umarmten, im Gefängnis sterben, wird mannicht umhin kommen, zu sagen, dass Amnesty nichts unternommen hat, weder um seine Freiheit noch um sein Leben zu retten. Daran ändert auch eine tatsächlich kritische Erklärung von Amnesty zu diesem Fall nichts, da ohne eine internationale Kampagne eine Wirksamkeit dieser Erklärung nicht zu erwarten ist, sondern die Beteiligten an dieser Untat in Thailand weiterhin fest damit rechnen werden, dass Amnesty wie in der Vergangenheit sie wird ungestört walten lassen.”

Amnesty International verwehrte Amphon eine Kampagne für seine Freiheit, obwohl eine absolut exzessive Bestrafung vorlag, eine lebensbedrohliche Erkrankung bei unzulänglicher medizinischer Behandlung bestand und der Tod von Amphon bei Fortsetzung der Haft vorhersehbar war.

Amphon musste in Haft und getrennt von seiner Familie sterben, weil er im falschen Land geboren war.Wäre er kein Thai, sondern hätte er in China gelebt, internationale Unterstützung, auch durch Amnesty International, wäre ihm gewiss gewesen. Die Regierung hätte ihn in diesem Fallnicht unter solchen Umständen sterben lassen.

Der Fall Amphon Tangnoppakul ist ein Paradebeispiel dafür, dass längst auch große humanitäre Organisationen, wie Amnesty International, von intransparent bleibenden strategischen Überlegungen getrieben werden, aufgrund derer sie einzelne Menschen oder Menschengruppen opfern.

Amphon wurde von Amnesty International aller Wahrscheinlichkeit deshalb geopfert, weil Amnesty International Thailand als Basis für seine Aktivitäten in den Nachbarländern nutzt und daher auf den leichten Erhalt von Visa durch Thailand nicht verzichten möchte. Es scheint ein stilles Agreement zu bestehen, dass sich Amnesty Internationa bei Lese Majeste Fällen (Majestätsbeleidigung) soweit als irgend möglich zurück hält, um jeden monarchiekritischen Ruf zu vermeiden.

Hinzu kommt, dass der Präsident von Amnesty International in Thailand ein Anhänger der Gelbhemdenbewegung ist, die die weitgehende Abschaffung der parlamentarischen Demokratie und eine ernannte Regierung unter der Kontrolle des Königs fordert. Auch ist bekannt, dass der für Thailand zuständigte Amnesty International "Ermittler" Benjamin Zawacki ein Anhänger der thailändischen Monarchie ist, der in der Vergangenheit die Majestätsbeleidigungsgesetz sogar explizit verteidigte. Ausführliche Informationen zu den den Lese Majeste (LM) Gesetzen und auch den Hintergründen von Amnesty International in Thailand finden sich auch auf folgenden Seiten: hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Die politischen Gefangenen in Thailand unterstützen:

Die Leser dieses Artikels werden gebeten, sich an Amnesty International zu wenden und eine Veränderung der Politik gegenüber Thailand zu fordern, damit es nicht zu weiteren Todesfällen kommt, sondern die anderen politischen Gefangenen unmittelbar freigelassen werden. Abhängig vom Tourismus, ist Thailand gegenüber der internationalen Meinung und Berichterstattung sensitiv. Eine engagierte Kampagne von Amnesty International für das Leben und die Freiheit der thailändsichen politischen Gefangenen könnte daher einen echten Unterschied machen. Die Zeit drängt. Denn die Gesundheit und Erschöpfung der Gefangenen lässt kein weiteres Warten mehr zu.

Bitte schreibt noch heute an AI:

Bitte drückt gegenüber AI euer Entsetzen über den Tod von Amphon Tangnopakul aus. Weist auch darauf hin, dass sein Tod vorhersehbar war und AI mehrfach gebeten worden war, über die von AI verfassteStellungnahme hinausgehend eine Urgent Action für Amphon zu starten, die hätte seine Freiheit und sein Leben retten können. Drückt euer Unverständnis aus, dass in einem so extremen Fall auf jedwede Kampagne und Urgend Action verzichtet wurde, obwohl ein imminentes Sterberisiko bestand und dies AI auch bekannt war. Bittet AI, seine Haltung gegenüber Thailand zu verändern, den Tod von Amphon in aller Schärfe zu verurteilen, sich an der Aufklärung der Todesumstände (einschließlich der Umstände der unzureichenden medizinischen Behandlung zu beteiligen) und als Konsequenzund auch Zeichender eigenen Einsicht, eine Urgent Action für alle gegenwärtigen Gefangenen, die aufgrund der Majestätsbeleidungsgesetze inhaftiert sind, durchzuführen. Ebenfalls sollte Amnesty International die Gefangenen besuchen, was bisher versäumt wurde. Anrufen und eine Stellungnahme erbitten, ist ebenfalls eine gute Sache.

Adresse von Amnesty International Deutschland:

Amnesty International, E-Mail: info@amnesty.de

Büro Bonn, Heerstr. 178, 53111 Bonn,Telefon: 0228 98373,Telefax0228 / 63 00 36

Büro Berlin, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin, Telefon 030 / 420248-0

Internationale Adresse von Amnesty International:

Internationales Sekretariat von Amnesty International, E-Mail: Bitte dieses Formular benutzen!, 1 Easton Street, London, WC1X 0DW, UK, Telephone: +44-20-74135500, Fax number: +44-20-79561157, E-Mail-Fomular:http://www.amnesty.org/en/contact

MUSTER FÜR ENGLISCHEN BRIEF (natürlich nur als Vorschlag):

Dear Sir or Madam,
I am writing to you to express my sorrow and outrage about the death of the Thai political prisoner Amphon Tangnopakul. He died in prison for 4 SMS he may or may not have written. I am aware of the prior statement of AI regarding this casebut I am also aware of the fact that AI was asked by several people to support the life and freedom of Ampol with an international campaign such as an urgent action. AI was fully aware that his death may be imminent. Why did AI not do more to save the freedom and life of Amphon so that he could live or at least die together with his family instead of in prison? Times and again AI has been blamed for not supporting enough the prisoners of conscience in Thailand because of political considerations outside the specific issue in question. The death of Amphon implies that these accusations are true. A different behaviour of AI might have saved the life and freedom of Amphon. Please consider your past behaviour and correct the errors. Please show your understanding, humanity and sorrow about the death of Amphon by demanding the Thai government to independently examine his medical treatment. Please take in addition this tragic death that was completely unnecessaryalso as starting point for a revision of your politics toward Thailand by immediately starting an international campaign for the freedom of all victims of the Lese majeste law in Thailand. Please do not let this death pass by without consequences and please be so kind and let me know of the steps you are taking.

Hintergrund:

Amnesty international in Thailand ist aus strategischen und persönlichen Gründen mit der Gelbhemdenbewegung der thailändischen Oberschicht verbunden. Der Vorsitzende von Amnesty International Thailand Somchai Homla setzte sich noch vor dem Militärputsch 2006 entschieden für die Gelbhemden ein, die (um den Machterhalt der thailändischen Oberschicht zu sichern) mit illegalen Methoden den Sturz der gewählten Regierung Thailands und die Abschaffung des universalen Prinzipes Ein- Mensch = Eine Stimme forderten. Demgegenüber schwieg Somchai Homla konsequent vor und während des Massakers vom April und Mai 2010, bei dem mehr als 90 Menschen starben und ca. 2000 verletzt wurden. Amnesty International nutzt in Thailand zahlreiche Privelegien und koordiniert von Thailand aus seine Aktivitäten bezüglich Myanmar.Um seine Privilegien nicht zu gefährden,hat Amnesty International offensichtlich (im Gegensatz zu anderen Menschenrechtsorganisationen, wie der Asian Human Rights Commission) die Entscheidung getroffen, selbst extreme Fälle von Menschenrechtsverletzungen in Thailandauf (seit Jahren wirkungsloser) Low-Level-Ebene zu halten, um das gute Verhältnis zur thailändischen Machtelite und die damit verbundenen Erleichterungen für die Arbeit von Amnesty International in anderen benachbarten Ländern nicht zu gefährden. Hinzu kommt, dass die spezifisch bei Amnesty International für Thailand zuständigen Personen politische Auffassungen vertreten, die den Gelbhemden sehr nahe stehen und mit diesen persönlichen politischen Auffassungen die Arbeit von Amnesty International bezüglich Thailand maßgeblich prägen, dabei auch bereit sind, für ihre politischen Auffassungen menschenrechtsbezogene Bedenken zurück zu stellen.

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