Veganer töten keine Mäuse – Behauptungen von Steven Davis widerlegt

Veganer töten keine Mäuse – Behauptungen von Steven Davis widerlegt

Steven Davis veröffentlichte 2013 eine Studie, die eine weltweite Medienresonanz fand. Ob wohl die Tierausbeutungsindustrie hierzu beigetragen hat? Denkbar wäre es.

Wie dem auch sei, Steven Davis gelangte jedenfalls zu dem überraschenden Schluss, dass diejenigen, die sich vegan ernähren, bei weitem mehr Tiere durch ihren Konsum mittelbar töteten als diejenigen, die sich mit Fleisch ernähren. Denn durch die großen Erntemaschinen würde eine so große Anzahl an Kleinsäugern, wie Mäusen, getötet, dass es das Leben viele Tiere schonen würde, wenn statt Getreide Kühe gegessen würden.

Freilich gilt dieses Argument nur, wenn die Kühe sich ausschließlich auf der Weide ernähren und die Weiden auch nicht gemäht werden, um Heu zu gewinnen. In der Realität verzehren natürlich die meisten Nutztiere weit mehr Getreide- oder Sojakalorien als sie an Fleisch-, Milch- und Eierkalorien produzieren, so dass das Argument von Steven Davis in sich zusammen fällt.

Bereits jetzt dienen außerdem mehr als 70% aller landwirtschaftlich genutzten Flächen der Nutztierhaltung. Sollten wir Weiden weiter ausdehnen wollen, um die gesamte Menschheit über Fleisch von Weidetieren zu ernähren, müssten wir noch den letzten Wald vernichten, damit es genug Platz für unsere weidenden Tiere gäbe. Auch dies würde nicht reichen und ein Großteil der Weiden würde sich sowieso in vielen Teilen der Welt in Wüsten verwandeln.

Sind dennoch Sonderbedingungen denkbar, gemäß derer es das Leben von Tieren schonen könnte, wenn wir Tiere statt Getreide äßen?

Die Internetseite theflamingvegan.com hat sich die Mühe gemacht, die Argumente von Steven Davis näher zu beleuchten und gelangte so zu einer überzeugenden Widerlegung:

Die Argumentation von Steven Davis stützt sich auf Studien, die aufzeigen, dass die Anzahl von Kleinsäugern nach der Ernte deutlich geringer ist als vor der Ernte. Dies ist tatsächlich empirisch aufgezeigt worden.

Allerdings hat Steven Davis zwei Sachverhalte ausgelassen, die sich aber aus den Daten derjenigen Studien ergeben, aus denen er seine Schlüsse ableitet:

- Eine verschwindend geringe Anzahl der beobachteten Todesfälle bei Kleintieren war auf Erntemaschinen rückführbar, während die große Mehrzahl durch Raubtiere, wie Marder, verursacht wurde.

- Es wurde nicht nur eine Abnahme der Kleinsäuger nach der Ernte in den landwirtschaftlichen Flächen beobachtet, sondern ebenfalls eine entgegengesetzte Zunahme in angrenzenden, nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen. Offenbar verlagern also Kleinsäuger, wie Mäuse, in der Erntezeit ihren Aufenthaltsort.

Die Analyse von Steven Davis hat die Medienaufmerksamkeit nicht verdient, die sie erhalten hat. Steven Davis hat eine durchweg fehlerhafte Analyse vorgelegt, die von den realen Problemen in dieser Welt ablenkt. Diese Probleme werden zu einem guten Anteil durch Fleischkonsum und Nutztierhaltung verursacht, während die vegane Lebensweise wirksame Abhilfe schaffen kann.

Niemand sollte also aus Furcht vor den großen Erntemaschinen darauf verzichten, vegan zu leben. Im Gegenteil, ist der Wechsel zur veganen Lebensweise das Beste, was wir tun können; für die Tiere, für die Umwelt, für die anderen Menschen und für uns selbst.

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3 Kommentare auf "Veganer töten keine Mäuse – Behauptungen von Steven Davis widerlegt"

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Sonja
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Liebes Team Vegan.eu Ich bin schon lange Leserin und freu mich immer über die Beiträge. Ich erlaube mir jetzt mal etwas zu sagen, denn ich muss schon lange was von der Seele loswerden: mich stört es, dass in den meisten Beiträgen die Rede von Fleisch, Fleischessern, Tiere halten und/oder töten die Rede ist. Ob man für oder gegen etwas spricht, macht man doch nur Werbung dafür und die haben es wirklich nicht verdient. Damit gebt ihr den Leichenessern nur Kraft und Energie und sie fühlen sich noch wichtig dabei, währenddem sie es gar nicht sind. Ignoriert sie einfach und berichtet… Read more »
Geronymo
Gast
Sonja@ Ignoranz und Wegschauen ist kein Weg. Ein Süchtiger (Fleisch, Milch und Co.) wird den Teufel tun und von seiner Sucht lassen, so lange seine Suchtmittel legal und billig zu bekommen sind. Bei illegalen und teuren ist das leider auch nicht viel anders. Wenn ein Alkoholsüchtiger seine Familie und seine Arbeit ruiniert, muss man das schonungslos sagen, wenn ein Fleisch- usw. Konsument seine Gesundheit und die Lebensgrundlagen anderer ruiniert eben auch. Das" leuchtende Beispiel" anderer hat einen Süchtigen noch nie interessiert. Insofern ist die Lage ernst, aber nicht hoffnungslos."Der Fleischkonsum ist nicht nur eine Gewohnheit, sondern hat auch ähnliche Eigenschaften… Read more »
Martina Altmeyer
Gast

Ich wohne auf dem Dorf, jetzt ist wieder die Zeit gekommen, wo die Bauern ihre vollen Ställe von der Gülle befreien. Je mehr Fleischfresser, je mehr Tiere und immer mehr Gülle,

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