Fleischverzicht verbessert die Stimmungslage

Fleischverzicht verbessert die Stimmungslage

Beetzhold, Johnston [&] Daigle (2010) untersuchten, inwiefern sich die Stimmungslagen zwischen Vegetariern undMischköstlern, die Fleisch verzehrten, unterschieden. In der untersuchten Stichprobe von 138 gesunden Mitgliedern der Religionsgemeinschaft der Siebes Tages Adventisten traten bei den Vegetariernin signifikant geringerem Ausmaß negative Stimmungslagen auf als bei fleischessenden Mitgliedern der gleichen Religionsgemeinschaft.

Möglicherweise unterschieden sich Vegetarier und Fleischesser in der ersten Studie bereits zuvor, so dass Beetzhold [&] Johnston (2012) im Anschluss eine weitere experimentelle Untersuchung durchführten, bei der 39 fleischessende Personen per Zufall zu einer der drei gleichgroßen Gruppen 1. Fleisch [&] Fisch, 2. Nur Fisch und 3. Kein Fleisch und kein Fisch zugewiesen wurden. Die Untersuchungsteilnehmer wurden nunmehr instruiert, die ihnen zugewiesene Ernährungsweise für jeweils zwei Wochen einzuhalten.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die zuvor und zum Abschluss erfragte Stimmungslage der Fleischesser sowie auch der Fleisch- und Fischesser gleichgeblieben war, während bei den Vegetariern eine signifikante Verbesserung der Stimmung im Sinne eines geringeren Stress- und Belastungserleben beobachtet wurde.

Auch wenn es sich bei dem Experiment um eine Pilotstudie handelte und weitergehende Replikationen an verschiedenen und auch größeren Stichproben sicherlich erforderlich sein werden, deuten diese Studienbefunde darauf hin, dass Fleischverzicht möglicherweise nicht nur die körperliche Gesundheit verbessern kann, sondern ebenfalls das seelische Gleichgewicht fördert. Dies wiederum stimmt mit den oft von Vegetariern und Veganern berichteten Verbesserungen ihrer Stimmungslage durch ihre Ernährungsweise überein, wobei allerdings noch keinerlei Untersuchungen vorliegen, die zwischen Vegetariern und Veganern unterscheiden würden. Dennoch deutet sich an, dass die häufig durch einzelne Personen berichtete Stimmungsverbesserung durch Verzicht auf Fleisch möglicherweise mehr als eine reine Einzelfallerfahrung ist.

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8 Kommentare auf "Fleischverzicht verbessert die Stimmungslage"

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Wilhelm
Gast

Es ist doch andererseits nur ein Fakt, dass der Verzicht von Fleisch nicht naturgemäß ist, und das ist meiner Meinung nach vollkommen wertungsfrei.

Seksan Ammawat und Guido F. Gebauer
Webmaster

Wa soll denn daran wertungsfrei sein, zu behaupten,ein Verzicht auf Fleisch sei nicht naturgemäß? In der Natur des Menschen liegt, anders als bei Raubtieren, die Möglichkeit zur Entscheidung, zu töten oder nicht zu töten. Was soll denn daran nicht naturgemäß sein, wenn wir diese Entscheidungsmöglichkeit dazu nutzen, nicht zu töten?

Wilhelm
Gast

Ich meine, dass es auch nicht naturgemäß ist, dass ich mich über ein elektronisches Gerät mit anderen Leuten unterhalte. Natürlich hat der Mensch diese Entscheidungsfreiheit aber sie ist einfach eine Entdeckung der Kultur.

Horst E.
Gast

Es gibt leider auch eine neue Studie, die das Gegenteil behauptet :

" Vegetarier erfüllten, ergab Michalaks Analyse der Daten, mit höherer Wahrscheinlichkeit die Kriterien für eine psychiatrische Diagnose – darunter Depressionen, Angststörungen, somatoforme Störungen (körperliche Beschwerden wie Schmerzen oder Übelkeit, die sich nicht auf eine somatische Erkrankung zurückführen lassen) und Essstörungen – als die Nichtvegetarier aus dem Survey."

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/vegetarier-sensibel-klug-und-ausgegrenzt-11998071.html

Seksan Ammawat und Guido F. Gebauer
Webmaster

@ Horst Die Studie sagt etwas anders, sie sagt, dass Menschen, die psychisch belastet sind, öfter darüber nachdenken, was sie dagegen tun können und öfter beginnen, allgemein über ihr Leben zu reflektieren. Deshalb werden Menschen, die unter psychischen Beeinträchtigungen leiden, eher Vegetarier. Denn der Beginn der psychischen Beeinträchtigungen datierte in der Studie mehrere Jahre vor dem Beginn der vegetarischen Ernährung. Die von uns hier eingestellte Studie ist übrigens ein Experiment mit echter Bedingungsvariation und daher aussagekräftiger als so eine Querschnittsstudie, die keine Kausalschlüsse erlaubt.

Zaza Reimers
Gast

Hab ich gerade gestern einer Freundin erzählt, das ich, seit ich vegan lebe von meinen Depressionen kuriert bin die wirklich heftig waren.. ich habe keine Leichen mehr in meinem Leib. Ein Mensch, in dem keine Leichen begraben werden ist ein glücklicher(er) Mensch 🙂

Fleischfresser. :D
Gast

Natürlich. Eine nicht der Natur entsprechende Ernährung fördert die Stimmungslage? Ich habe wirklich nichts gegen einen vegetarischen oder veganen Lebensstil, aber das grenzt doch jetzt schon an Propaganda. 😀
Das hängt doch von den Menschen an sich ab. Ich fühle mich vollständig seelisch im Einklang, obwohl ich tierische Proteine zu mir nehme.
Muss man denn die anderen immer schlecht darstellen?

Team Gleichklang
Gast

Es handelt sich um wissenschaftliche Befunde, die in einem Fachjournal nach Peerreview veröffentlicht wurden (Hier zu den Reviewer Richtlinien: http://www.nutritionj.com/about/reviewers) . Offenbar stören die Befunde einfach, so dass du sie unberechtigt zur Propaganda abqualifizierst. Du hast nichts gegen eine vegetarische oder vegane Ernärhungsweise? Dein erster Satz zeigt das Gegenteil (“nicht Natur gemäß”). Möglicherweise definierst du dich als Raubtier und denkst deshalb, es sei deine Natur, Blut zu vergießen? Wir halten das nicht für unsere Natur. Es wird hier niemand schlecht gemacht, sondern es werden Fakten benannt.

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