Breaking Vegan“ – wie eine Essstörung zu einem irreführenden Buchtitel führte

Breaking Vegan“ – wie eine Essstörung zu einem irreführenden Buchtitel führte

Im Buch „Breaking Vegan“schildert Jordan Younger, wie sie die "vegane Ernährung" aufgab und so wieder zu seelisch-körperlicher Gesundheit fand. Heute engagiert sie sich für eine flexible Ernährung und Lebensweise und gehört zu den Vertretern der sogenannten Anti-Diät-Bewegung.

Die Schilderungen von Jordan Younger über eine geradezu zwanghaft-wahnhafte Bemühung, immer genau das Richtige zu essen, die immer mehr ihr Leben beherrschte, sind bewegend. Deutlich wird das Schicksal einer seelisch gestörten Frau, deren Gedanken auf dem Höhepunkt ihrer Essstörung nur noch um die Wahl der richtigen Lebensmittel kreisten.

Tagelang ernährte sich Jordan Younger nur von bestimmten Säften zur Reinigung, um sodann festzustellen, dass Unwolsein und Magenbeschwerden sofort wiederkehrten, wenn sie feste Kost zu sich nahm. Durchaus selbstkritisch kann sie einräumen, dass sie sich hinter der veganen Ernährung versteckte, um ihre - letztlich krankhaften - Essensrestriktionen sozial akzeptabler zu machen.

Schließlich stellte Jordan Younger enttäuscht fest, dass der Wechsel zur veganen Ernährung, der sie zunächst von ihren jahrelangen Nahrungsmittelunverträglichkeiten befreite, wohl doch nicht der Königsweg zu mehr Gesundheit gewesen ist – so interpretiert sie jedenfalls selbst ihren Entwicklungsweg.

Das Buch von Jordan Younger ist lesenwert. Nur sollten sich die Leser vor einem Fehlschluss bewahren:

Das Buch handelt entgegen seines Titels nicht von einer veganen Ernährung. Das Buch handelt vielmehr von einer essgestörten jungen Frau, deren Essstörung bereits vor ihrer "veganen Ernährung" bestand und deren "vegane Ernährung sich durch zahlreiche, extreme Einschränkungen kennzeichnete, so dass sie schlielich in Säften ihren Ausweg suchte.

Heute sieht Jordan Younger ihren Ausweg darin, Allesesserin zu sein. Ein anderer Ausweg wäre eine gesunde und vollwerige vegane Ernährung gewesen, die Jordan Younger noch nie kennengelernt hat.

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1 Kommentar auf "Breaking Vegan“ – wie eine Essstörung zu einem irreführenden Buchtitel führte"

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Gabriele Votava
Gast

Ich kenne das Buch nicht. Aber nachdem ich mich auf der Webseite der Autorin umgeschaut habe, interessiert es mich auch nicht mehr. Da kann ich jetzt nur noch sagen: Eine sehr gute Werbeikone!

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