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Martin Schulz: Freund oder Gegner des Veganismus?

(Kommentare: 19)

Kanzlerkandidat Martin Schulz isst Stopfleber

Ausgerechnet auf der Internetseite der Fleischwirtschaft liest man dann doch etwas vom SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz zum Thema Tierschutz:

Es gehe darum, auf lokaler Ebene für eine nachhaltige Landwirtschaft mit gesunden Lebensmitteln zu sorgen und den Landschafts- und den Tierschutz endlich ernst zu nehmen.

Seine Essenswahl lässt jedoch wenig Zweifel, in welche Richtung dies gehen würde:

 

Zum Lunch mit der Wochenendausgabe der Financial Times wählte Martin Schulz zu Mineralwasser, Tomaten- und Grapefruitsaft Foie grasStopfleber. Dies tat er mit einer „beeindruckenden Missachtung für die Befindlichkeit von Tierschützern, wie der Begleiter notiert“, berichtet mu-web.de.

 

Der Satz bedarf der Korrektur. Denn es geht nicht um die Befindlichkeit von Tierschützern, sondern um das Befinden von Tieren. Das Befinden der Vögel scheint Martin Schulz in der Tat nicht zu interessieren. Mit dem Konsum ihrer Leber legitimiert er eine fürchterliche Tortur.

So verwundert es auch nicht, dass im Greenpeace-Magazin nachzulesen ist, dass die Umweltverbände und ihre Repräsentanten auf Schulz nicht gut zu sprechen seien. Martin Schulz habe sich die ganzen Jahre für Umweltschutzpolitik kaum interessiert. Aufgefallen sei er vorwiegend für sein Eintreten für die Freihandelsabkommen TTIP und CETA. Umweltpolitische Bedenken oder Bedenken des Verbraucherschutzes hätten ihn dabei offenbar nicht interessiert.


Aus veganer Sichtweise sollten wir die Dinge betrachten, wie sie sind:

Der "Hoffnungsträger" Martin Schulz ist kein Hoffnungsträger für die Tiere. Mit der veganen Lebensweise hat er soviel zu tun wie ein Schlachter mit Mitgefühl. Es fehlt Martin Schulz an einem reifen ethischen Fundament, welches Menschlichkeit auch auf unseren Umgang mit Tieren ausdehnt und welches versteht, dass eine wahrhaft menschenwürdige Welt nur möglich ist, wenn wir alle Arten von Grausamkeit und Ausbeutung überwinden.

Veganer sind eine kleine Minderheit in der auf Tierausbeutung und Tiernutzung ausgerichteten Gesellschaft. Sie wollen sich nicht damit abfinden, dass hinter den Toren der Schlachthäuser und landwirtschaftlichen Betriebe der Mensch tagtäglich die Hölle auf Erden errichtet. Im politischen Machtspektrum sind Veganer nicht ernsthaft repräsentiert.

 

Dies wird sich nur langfristig ändern können. Voraussetzung ist, dass es dem Veganismus durch konsequente Aufklärungsarbeit und Schaffung von Anreizen zur Verhaltensänderung gelingt, erheblich mehr Menschen als derzeit für die vegane Lebensweise zu gewinnen. Hierfür wird wiederum auch die Verbeiterung und bessere Verfügbarkeit des veganen Angebots sowie der Widerstand gegen antivegane Strategien der Fleischindustrie (Verbot fleischähnlicher Bezeichnungen) von zentraler Bedeutsamkeit sein.

Der Stopfleber-Freund Martin Schulz wird für den Veganismus sicherlich keine Hilfe leisten. Er vertritt letztlich einen strukturkonservativen Standpunkt, der die Ausblendung der Interessen von Umwelt und Tieren mit einem Einsatz für die „kleinen Leute“ verwechselt. Dass in Wirklichkeit beispielsweise die Gesundheit gerade auch der weniger gut verdienenden Schichten durch das Fastfood der Tierausbeutungsindustrie besonders oft geschädigt wird, nimmt er nicht einmal zur Kenntnis. Hier für Aufklärung und Abhilfe sorgen, wäre eine sozialpolitische Maßnahme, die weit über manche nur an den Symptomen kurierende Abmilderungsvorschläge von Martin Schulz hinausgehen würde.

Übrigens befindet sich Martin Schulz mit seinem Stopfleberkonsum in bester Gesellschaft mit seinen konservativen Freunden aus CDU/CSU, die sich gemeinsam mit der AfD engagiert für den Konsum von Schweinefleisch einsetzen

Weihnachtsgans, Osterlamm, Stierkampf, Schweinefleisch- und Stopfleberkultur, sie sind alle Ausdruck der gleichen Tierverachtung. Anderswo sind es Hundefleischfestivals. Die kulturelle Prägung solcher Praktiken wird oft als Rechtfertigung angeführt. In Wirklichkeit verweist diese kulturelle Prägung aber auf den Gewaltcharakter von Kulturen, die es nicht zu bewahren, sondern zu überwinden gilt.

 

Wer meint, dafür durch Stimmabgabe bei Wahlen einen Beitrag leisten zu können, irrt, jedenfalls derzeit, wo sich die vegane Bewegung nach wie vor erst im Aufbruch befindet.

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Kommentar von Henk Mantel |

Hallo,
Mal ein bisschen über die Tellerrand schauen. Die Grenze im Westen. Schon seit Jahren etwas Neues. Partij voor de dieren, "Partei für die Tiere", jetzt mit fünf Abgeordneten im Parlament vertreten.

Kommentar von Sebastian Klatte |

"Im politischen Machtspektrum sind Veganer nicht ernsthaft repräsentiert."
Ich habe keine repräsentative Statistik, aber Mitglieder und Sympathisanten der Partei "BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN" sind Veganer. (z.B. gabs bei den Grünen einen mega Aufschrei gegen die Pläne von Schmidt wegen den Fleischnamen für Veggie-Produkte)

Persönlich bin ich nur Vegetarier und auch ist es in erster Linie nicht das Argument "Tierwohl", sondern Klimaschutz, aber es läuft (für mich) auf das Gleiche hinaus. Und auch der Kommentar vor mir hat gezeigt, dass es politische Alternativen zu CDU/CSU und AfD gibt.

Kommentar von Elke Gelzleichter |

Das habe ich befürchtet, deshalb sollten jetzt schon Petitionen an Martin Schulz gestartet werden, die die Schädlichkeit des Fleischverzehrs vor Augen führt, und zwar im Sinne des Tier- und Umweltschutzes und der Welternährung. Frau Dr. Barbara Hendricks, die vegan lebende Bundesumweltministerin (SPD) sollte im als leuchtendes Vorbild dienen.

Kommentar von Kristin Edelmann |

V-Partei³ Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer noch kein Jahr alt aber bereits 1000 Mitglieder und bereits 8 Landesverbänden steht zum ersten Mal zur Wahl auf dem Stimmzettel: 14. Mai in NRW und auch zur Bundestagswahl. Diese Partei ist in der Lage wirklich etwas zu verändern.

Kommentar von Laura Baumann |

Ja, die V-Partei ... gibt es und ...
vergesst bitte die Violetten nicht ...

http://die-violetten.de/

Mit den beiden kann (endlich) ein kompletter Wandel geschehen ...

Kommentar von Eva Ohlerth |

V-Partei, die Partei für soziale Gerechtigkeit, Schutz der Tiere usw...... DIE TUN WAS !!!

Kommentar von Dreikatz |

Schulz ist unwählbar für mich.

Kommentar von Linda |

Wer sich Foie gras servieren lässt, hat sich in jeder Hinsicht disqualifiziert: das ist dumm, brutal, vollkommen empathielos, wiederwärtig, hochgradig Tierfeindlich, arrogant, ignorant, pervers, geschmacklos und desweiteren ein Zeichen kultureller Rückständigkeit vom Schlimmsten. So ein Mensch ohne Menschlichkeit ist nicht wählbar. Wir haben schon genug Politiker aus, die aus Roheit, Ignoranz und Intelligenzmangel zusammengeschulztschustert sind. Herr, lass Hirn regnen für diesen Folterleber-Schlucker. Kann es sein, dass dort, wo sich Schulzes Hirn befinden sollte, nun Fettleber abgesetzt und verklebt hat und der Herr Krankesorganverzehrer sich mangels hieraus resultierender Funktionsstörung sich nicht einmal mehr mit den Grundregeln des Anstandes und der Vernunft zu befassen vermag?

Kommentar von clasina bergmann |

War heute auf einen Brunch eingeladen.
Mir graut es immer mehr an Feiertagen irgend zum Essen eingeladen zu werden. Was es gab? Aufschnitt,Würstchen, gebratener Speck, Käse, Rührei und Eier,Eier und nochmals Eier in allen Variationen. Bei den allermeisten Menschen ist die Botschaft noch nicht angekommen, unsereins bleibt in "normalen" Kreisen leider ein Exot! Es mag in Holland wohl ein Partei der Tiere geben (siehe o.g.Bericht) aber Veganismus ist da noch weniger verbreitet als in Deutschland. Das schreibe ich als Niederländerin!

Kommentar von Barbara |

Irgendwie hat dieser Artikel etwas Volksverdummendes oder wie soll das gerechtfertigt werden, eine Petition an Herrn Schulz, seines Zeichens erst einmal Kanzlerkandidat zu richten, wo seit Jahren dafür Zeit gewesen wäre, diese Petition an die richtige Adresse, nämlich Frau Merkel zu richten. Ich halte diesen Artikel für ein Farce und zeigt für mich den unangenehmen Trend, den ich schon auf Veganen Plattformen lesen musste. Ich selbst esse übrigens seit 34 Jahren kein Tier mehr!

Kommentar von Günter Schlotterer |

Es ist mir schon sehr wichtig, dass sich auch Politiker mehr Gedanken machen über Ethik im Umgang mit Mensch, Tier und Natur. Inzwischen sollte jeder aufgeklärt genug sein um zu wissen, was man den Tieren mit unserem Fleischkonsum antut. Wer dann trotzdem sogar noch das Tierleid mit Gänseleberkonsum verschärft, der soll wissen, dass wir das beim wählen mit in die Wagschale werfen.

Kommentar von Annabarbara Simari |

Die Partei fuer Tiere gibt es auch in Deutschland.

Kommentar von Klaus Grünseich |

@Barbara: ich halte es für eine Farce und einen unangenehmen, seit Jahrzehnten anhaltenden und unaufhörlichen Trend, das Jahr für Jahr etwa 900.000.000 (Deutschland) / 65.000.000.000 nichtmenschliche Kinder (Kuh, Schwein, Schaf, Ziege, Huhn...) und Säuglinge (Kalb, Ferkel, Lamm, Ziecklein, "Küken"...) vergewaltigt, gequält und letzlich "totgestreichelt" (oder vor lauter Freude von allein umfallen) werden! Über die Folgen dieser Farce und dieses unangenehmen Trends an dieser Stelle hier, ausnahmsweise, mal kein Wort verloren!

Kommentar von Mantel |

Hallo,
Danke , ich schau mal nach

LG Henk

Kommentar von Andrea Dr. Weyer |

!!!!!!!!!!! Die V³-Partei hat's verstanden. !!!!!!!!!!
Das sind exakt die Forderungen, an deren Umsetzung alle Vegetarier/Veganer interessiert sein müssten.
Das sehe ich auch als Verpflichtung an als vegan lebender Mensch, der noch an Politik interessiert ist, für diese Forderungen einzustehen und die Konsequenz allein schon aus diesem Grunde (es gibt noch andere) diese Partei zu unterstützen, zumindest durch ein Kreuzchen.
Die Wahlverweigerung ist keine Alternative, die im Bundestag vorhandenen Parteien sind auch keine Alternative, auch FDP/AfD nicht. Es ist wichtig, dass die nachfolgenden politischen Forderungen umgesetzt werden müssen, wollen wir als humane Wesen nicht sang- und klanglos von dieser Erde verschwinden oder als Sklaven der Mächtigen weiter deren Mamon dienen.
V³- Wahlprogramm-Auszüge zum Thema Landwirtschaft,
Unterpunkt:
>>>>> Abschaffung der Nutztierhaltung und Förderung der ökologischen veganen Landwirtschaft <<<<<<<
Im Zentrum des Ernährungssystems steht die industrielle Verwertung von Tieren, wobei allein in Deutschland pro Jahr 100 Millionen Tiere getötet werden, dieunter nicht akzeptablen Umständen aufgezogen wurden. Die Massentierhaltung verursacht ein unerträgliches Leiden der Tiere und Menschen, sie verursacht einen Großteil der klimaschädlichen Emissionen, verdrängt in Deutschland kleine und mittlere Betriebe und führt zur Vertreibung von kleinbäuerlichen Familien von ihrem Land, insbesondere auf der Südhälfte der Erde. Die Agrarindustrie trägt zu Hunger, Mangel-und Fehlernährung von ca. 2 Milliarden Menschen bei, indem 70%der Agrarflächen für den Anbau von Tierfutter verwendet werden.
DESHALB FORDERN WIR:
- das Recht der Tiere auf ein freies Leben zu respektieren und diese nicht länger als Konsumware oder Rohstoff zu betrachten,
- die Subventionen für die Massentierhaltung schrittweise abzubauen bei gleichzeitiger Förderung des Ausstiegs,
- keine neuen Betriebe und Anlagen mehr zu genehmigen,
- wissenschaftliche Forschung zur Entwicklung und Sicherung einer Ernährung auf pflanzlicher Basis zu fördern,
- in öffentlichen Einrichtungen alle Produkte aus der regionalen, bioveganen Produktion zu beziehen,
- Informationskampagnen zur Umstellung auf eine biovegane Ernährung zu fördern,
- Unterricht in Ernährungsökologie an Schulen und Bereitstellung gesunden, veganen Essens in Kindertagesstätten,
- steuerliche Begünstigung von pflanzlichen Produkten und höhere Besteuerung von tierischen Produkten,
- den Export von tierischen Produkten und Tieren zunächst schrittweise zu erschweren mit dem Ziel, ihn abzuschaffen,
- den Import von tierischen Produkten und Tieren durch Auflagen und steuerliche Maßnahmen zu reduzieren.

Kommentar von Ebelhäuser |

Von mir bekommt keine Altpartei eine Stimme. Wie meine Vorrednerin Andrea Dr. Weyer schon schrieb, werde ich einer Tier Partei meine Stimme geben, da ich diese Lügen der Politiker satt habe.Es wird nur gelabert aber passieren tut gar nichts. Und am wenigsten setzen die Herren und Damen sich für den Tierschutz ein. Es leiden so viele Tiere durch unsere Menschenhand, jetzt ganz aktuell wurden für den Eurovsion Song Contest zig 1000 Straßentiere für ein sauberes Straßenbild brutalst vergiftet,erschlagen und erschossen !!!! Und in nicht mal 3 Wochen sitzen alle da und singen von Frieden. Dabei klebt an jeder Ecke Blut.....nein Danke da spiel ich nicht mit. Ich boykottiere den ESC für die Tiere und zünde für die geschundenen Seelen eine Kerze an !! Ich stehe 100 Prozent hinter der Aussage von Andrea Dr. Weyer.

Kommentar von Jens Dancker |

Was diese Strolche von sich geben, ist eh nur Lobbygesteuert und so leben sie auch.
Daher wird es Zeit für Veränderung:
www.v-partei.de

Kommentar von Lukas Rhesa |

Liebe Leute, bitte laßt doch einfach 'mal die Kirche im Dorf! Ich selbst habe 6 Jahrzehnte Fleisch, Fisch, Milch und Eier gegessen - und nicht zu knapp - wie das im Rheinland und im Rest von Europa so üblich ist. Erst als ich mich mal ernsthaft gefragt habe, was kann ich denn selbst tun, um einerseits die Umwelt und auch meine eigene Gesundheit zu schützen, da bin ich bei gründlicher Recherche aller verfügbaren seriösen Quellen (u.a. nutritionfacts.org) auf die reine "Pflanzen-basierte Vollwerternährung" gestoßen. Die hilft beiden gleichermaßen, denn "Bier + Fritten = vegan" ist ja nicht automatisch gesund und Erdbeeren im Winter aus Neuseeland nicht automatisch umweltfreundlich. Von den individuellen Essensgewohnheiten gleich auf die Politik zu schließen halte ich für fragwürdig. Es gibt mehr als genug Vegetarier, die großes Unheil verursacht haben und Adolf Hitler war nur einer davon.

Kommentar von Klaus Grünseich |

@Lukas Rhesa: NOCHMALS, dieser Verbrecher namens Hitler war weder Vegetarier noch Veganer! Das Einzige was er war: ein SCHWERST geistesgestörter Massenmörder! Siehe auch hier: https://youtu.be/LxqpYDtu-cQ