Studie: Schneller Ausstieg aus Nutztierhaltung hält Klimawandel auf

Studie: Schneller Ausstieg aus Nutztierhaltung hält Klimawandel auf

Eine neue Studie zeigt, dass der Ausstieg aus der Nutztierhaltung allein 68 % der Treibhausgase ausgleichen könnte. Zudem würde dieser Schutzeffekt bei einem Ausstieg aus der Nutztierhaltung rapide eintreten.

Nutztierhaltung und Klimawandel

In Kansas in den USA sind ca. 10000 Rinder an den Folgen einer Hitzewelle gestorben. Sie hatten bei anhaltenden Temperaturen von mehr als 40 Grad keine Chance, sich abzukühlen.

Tierkonsum als Ursache

Während weltweit Hitzewellen zunehmen und Menschen und Tiere die Folgen tragen, setzen sich der Fleischkonsum und die Nutztierhaltung im Wesentlichen unverändert fort.

Dies ist tragisch:

Denn eine neuerliche Studie im Fachjournal PLOS Climate kommt zu dem Ergebnis, dass ein schneller Ausstieg aus der Nutztierhaltung allein die Treibhausgaswerte für 30 Jahre stabilisieren und 68 Prozent der menschlichen CO2-Emissionen in diesem Jahrhundert ausgleichen könnte.

Ein solcher Ausstieg aus der Nutztierhaltung als Einzelmaßnahme könne die Hälfte der zur Begrenzung der Erwärmung auf 2°C erforderlichen Nettoemissionsreduzierung erzeugen. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Auswirkungen eines Ausstieges aus der Nutztierhaltung seien so enorm, dass die "Verringerung oder Abschaffung der Tierhaltung an vorderster Stelle der Strategien zur Abwendung eines katastrophalen Klimawandels stünde".

Die Autor:innen gelangen nach ihren Angaben zu diesen Ergebnissen, weil sie sich anders als viele Untersuchungen nicht nur auf einen Faktor bezögen, wodurch der "gesamte potenzielle Nutzen eines radikaleren Wandels unterschätzt werde".

In ihren Kalkulationen seien demgegenüber die kombinierten und langfristigen Auswirkungen von Emissionsreduzierungen und Biomasseverwertung berücksichtigt worden, die aus einem Ausstieg aus der Tierhaltung resultieren würden.

Selbst bei Verzicht auf andere Maßnahmen würde allein durch den Ausstieg aus der Tierhaltung ein anhaltender Rückgang der Methan- und Lachgaskonzentration in der Atmosphäre und eine langsamere Kohlendioxidakkumulation bedingen. Ein solcher Ausstieg auf der Tierhaltung würde einer Reduzierung der menschenverursachten Emissionen um 25 Gigatonnen pro Jahr entsprechen.

Forschungsstand ist eindeutig

Diese Studie reiht sich eine in eine Reihe an Studien, die in zunehmenden Ausmaß die drastischen Auswirkungen der Nutztierhaltung auf das Klima beschreiben und damit einhergehend das klimaschützende Potenzial einer veganen Lebensweise:

  • So zeigte vor Kurzem bereits eine in dem Fachjournal Nature veröffentlichte Studie, dass die Nutztierhaltung der größte Einzelfaktor des Klimawandels ist.
  • Auch ergab eine vorherige Studie der Universität Oxford, dass der Wechsel zu einer veganen Lebensweise der größte Schritt ist, den eine individuelle Person für den Klimaschutz tun könne.
  • Mehr als 500 Wissenschaftler:innen haben vor Kurzem zu einer stärker pflanzenbasierten Ernährung und Landwirtschaft aufgerufen.
  • Eine andere Studie zeigte, dass kleine Schritte nicht mehr ausreichen und nur bei einer Reduktion des Konsums tierischer Produkte um 75 % in den wohlhabenden Ländern die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels, aber auch anderer Parameter der Umweltzerstörung erreicht werden können.

Bisher keine ausreichende Veränderung

Aktuell ist der Fleischkonsum der Menschen in den Industrieländern stagnierend oder minimal rückläufig, gleiches gilt für den Milchkonsum, vegane Produkte werden zunehmend produziert und konsumiert.

In den Entwicklungsländern nimmt der Fleischkonsum demgegenüber weiter zu.

Auch die angeschlagene Milchindustrie sucht in den Entwicklungsländern nach neuen Absatzmärkten:

S plant Nestle aktuell, in den erst beginnenden Milchmarkt in Kambodscha einzusteigen, übrigens einem Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung laktoseintolerant ist.

China will zwar offiziell den Fleischkonsum um 50 % reduzieren und hat erstmals im neuen Fünf-Jahresplan ein starkes Investment in pflanzenbasierten Fleischersatz und kultiviertes Fleisch festgeschrieben, aber unklar ist, ob die Veränderungen schnell genug kommen werden.

Insgesamt ist das Tempo der Veränderung weltweit bisher bei weitem zu gering und auch die neue Bundesregierung in Deutschland zeigt keine Anzeichen, wirksame Schritte für den notwendigen Klimaschutz unternehmen zu wollen, insbesondere nicht bezüglich des einen und potenziell am stärksten wirksamsten Faktors; nämlich des Ausstiegs aus der Nutztierhaltung.

So sind wir weiterhin Zeuge eines gigantischen Experimentes mit unklarem Ausgang und der schicksalhaften Frage, ob der Übergang zu pflanzenbasierter Ernährung und kultiviertem Fleisch schnell genug sein wird, um einer großen Menschheitskatastrophe noch zu entgehen.

Umso abträglicher ist in Deutschland die Position der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die weiterhin eine vegane Ernährung für Kinder nicht empfiehlt, während die weltweit größte ernährungswissenschaftliche Vereinigung in den USA, die Academy of Nutrition and Dietetics den Gesundheitswert der veganen Ernährung für alle Altersstufen der menschlichen Entwicklung längst anerkennt.

Während der Klimawandel sich verschärft, wird Kindern das Erlernen einer klimaschonenden Lebensweise erschwert und vegane Eltern haben teilweise größte Schwierigkeiten, für ihre Kinder Plätze in Kindertagesstätten zu finden.

Genau zu diesem Thema machen wir gerade eine Umfrage bei vegan.eu. Es geht um die Erfahrungen veganer Eltern und die Ernährung ihrer Kinder. Vegane Mütter und Väter sind herzlich eingeladen, sich hieran zu beteiligen:

▶ Hier zur Umfrage

Bitte um Weiterempfehlung

Wir bitten auch um Weiterempfehlung dieser Umfrage bei Freunden, Bekannten und in den sozialen Netzwerken.

Wir werden die Ergebnisse auf vegan.eu, aber auch in Form einer Presseerklärung veröffentlichen. Wir gehen aufgrund vorheriger Erfahrungen davon aus, dass dadurch auch eine Medien-Berichterstattung erfolgen wird.

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