Modeveganismus im Show-Business: Positive und negative Aspekte

Modeveganismus im Show-Business: Positive und negative Aspekte

Rollenmodelle aus dem Showbusiness werden uns immer wieder, auch durch die Tierschutzorganisation PETA, als Beispiele für Tierschutz, Vegetarismus und auch für die vegane Lebensweise nahegebracht. Ein neues Beispiel ist die US-Schauspielerin und Sängerin Lea Michele, die bekannt gibt, zwei Jahre vegan gelebt zu haben.

Das öffentliche Bekenntnis von Prominenten zur veganen Lebensweise scheint mittlerweile einen positiven Imageeffekt zu vermitteln, trägt aber sicherlich auch seinerseits grundsätzlich mit zur Ausbreitung und Popularität des Veganismus bei.Trotzdem ist der Rückgriff auf prominente Rollenmodelle, wie schon öfters ausgeführt (siehe hier) nicht unkritisch. Denn es droht sich dadurch ein in Wirklichkeit oberflächlicher Modeveganismus zu entwickeln, dem es an einem vertieften Verständnis für die tierrechtlichen, ökologischen und politischen Argumente für die vegane Lebensweise fehlt und der sich daher als wenig dauerhaft erweisen mag.

Das Beispiel von Lea Michele weist genau auf diese Gefahr hin:

Lea Michele begründet ihren Veganismus damit, dass man auf den Körper hören und dann entscheiden müsse, was das Beste für einen selber sei. Es fehlt bei dieser Art der Begründung der Bezug zu Tieren, Mitmenschen und der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planetens. Zwar spricht Lea Michele auch von einer Liebe zu Tieren, die sie aber letztlich für die Nahrungswahl-Entscheidung nicht für essentiell hält.

Geht es aber ausschließlich um die eigene Person und wird dies auch noch in Abhängigkeit von momentanen Wahrnehmungen und Bewertungen gebracht (Körpergefühl), ist keine dauerhafte vegane Lebensweise zu erwarten. Ebenso so ist es bei Lea Michele, die nach eigenen Angaben zwischen veganer, vegetarischer und nicht-vegetarischer Lebensweise wechselt. Der Modeveganismus scheint insofern eher nicht förderlich zu sein für die Etablierung tatsächlicher Einstellungs- und Verhaltensänderungen.

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1 Kommentar auf "Modeveganismus im Show-Business: Positive und negative Aspekte"

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Geraldine
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Auch der sog. Modeveganismus trägt zum Konsum von Alternativprodukten bei, stärkt dementsprechend die Nachfrage auf diesen Märkten und führt damit zu einem breiteren Angebot an Alternativen. Dieser Mechanismus ist wichtig um den Einstieg in den Veganismus zu erleichtern und aufzuzeigen, dass dieser Lebensstil nichts mehr mit Verzicht zu tun hat. Es braucht auch nicht unbedingt tiefergründige Motive um etwas Gutes zu tun. Natürlich steht beim Modeveganismus für viele Veganer die Ernsthaftigkeit zur Diskussion. Nichtsdestotrotz zeigt gerade die Pluralisierung der Veganer auf, dass das Konzept sich gesellschaftlich ausbreitet.

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