Fleisch ist eine Frage der Machtausübung

Fleisch ist eine Frage der Machtausübung

In einer →Fragebogenstudie wurden kürzlich 202 australische Männer und Frauen nach ihren moralischen Werten, ihren Ernährungs- einstellungen und ihren Ernährungs- gewohnheiten befragt. Erhoben wurden die Einstellungen zu Fleischkonsum und Fleischreduktion sowie die Menge von tatsächlich selbst konsumiertem Fleisch und Fisch. Zusätzlich wurden mithilfe des Schwarz Value Survey moralische Werte erfragt.

Als ein Hauptergebnis zeigte sich, dass das Ausmaß an Macht-Streben positiv zusammenhängt mit der Bejahung von Fleischkonsum und dem Ausmaß des tatsächlichen Konsums. Je stärker also das motivationale Streben nach Macht im Sinne von sozialem Status, Prestige und Dominanz über andere Menschen und Ressourcen ausgeprägt war, desto seltener gaben Personen an, ihren Fleischkonsum reduzieren zu wollen und desto mehr Fleisch konsumierten sie.

Das zweite Hauptergebnis war, dass die Bejahung universaler Werte mit einer Bereitschaft zur Fleischreduktion und auch reduziertem Fleischkonsum zusammenhängt. Je stärker sich also das individuelle Streben einer Person auf Verständnis, Toleranz und Schutz des Wohlergehens aller Menschen und der Natur bezieht, desto mehr ist diese Person bereit, ihren Fleischkonsum zu reduzieren und desto mehr reduziert sie ihn auch tatsächlich.

Diese Studienergebnisse unterstützen die seit jeher vorgebrachte vegane Position, dass Fleischkonsum sich aus antisozialen Motiven speist, während der Verzicht auf Fleisch prosozial ist und sich aus dem Streben ergibt, das Wohlergehen nicht nur der eigenen Person, sondern auch anderer zu sichern.

Die ausgeprägte Assoziation zwischen Fleischkonsum und Machtstreben ist dabei auch vor dem Hintergrund des brutalen Aktes ultimativer Dominanz, mit dem das Fleisch einem Tier entrissen wird, unmittelbar einleuchtend und nachvollziehbar. Fleischproduktion ist ein System der totalen Macht im Sinne einer kompletten Reduktion eines leidensfähigen Tieres auf eine ihm von außen zugedachte Funktion, Fleisch zu liefern. Die Gewinnung des Fleisches erfolgt über einen Akt der extremen Machtausübung, in dessen Verlauf dem Tier das Leben genommen wird, um so seine Körperteile für den Verzehr gebrauchsfertig zu machen. Der Konsum von Fleisch entspricht einer Bejahung dieses Aktes äußerster Dominanz.

Ebenso einleuchtend und nachvollziehbar ist der Zusammenhang zwischen universalistischen Werten des Schutzes von Mensch und Natur und der Reduktion des Fleischkonsums. Das Streben nach einem allgemeinen und alle einschließenden Wohlergehen ist einem Akt äußerster Brutalität, wie dem Akt der Schlachtung, inhärent entgegengesetzt. Die Tötung eines leidensfähigen und für sein Lebeneinstehenden Tieres zum Zwecke der Entnahme seines Fleisches für den Verzehr widerspricht diesem prosozialem Motiv.

Die Studienbefunde machen deutlich, dass Veganer nicht in einem unreflektiert oder gar überheblichem Sinne nur für sich in Anspruch nehmen, moralisch zu handeln, sondern dass Fleischkonsum tatsächlich mit gemeinhin als egoistisch und unmoralisch definierten Handlungsmotiven einhergeht. Fleisch essen bedeutet, Macht und Dominanz über andere auszuüben, ohne ihnen die Chance auf eine eigene Position und Entscheidung zu geben. Vegan zu leben, bedeutet demgegenüber, sich um Mensch, Tier und Umwelt zu sorgen und für alle nur das Beste zu wollen.

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4 Kommentare auf "Fleisch ist eine Frage der Machtausübung"

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Claudia Fischer
Gast

Schon früh kann man mit Fleischkonsum Agressivität fördern. Agressivität fördert wiederum Machtstreben. Sehr verständlich, wenn man bedenkt, was man mit dem Fleisch zu sich nimmt. Neben einen wahsinnig hohen Dosis an Adrenalin ist auch die Todesangstenergie nicht nur energetisch im Fleisch gespeichert. Daneben verleibt man sich noch – sofern man kein Biofleisch verzehrt – eine hohe Dosis an Chemiecocktail (Antibiotika, Hormone, Gifte) ein. Wie die Seele genährt und was die Körperzellen da in sich speichern, ist somit vollkommen klar.
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/fleisch.html

Rüdiger
Gast
Der Mensch funktioniert auf ganz einfache Art und Weise Jedes Tier hat seinen Machtanspruch. Männliche Tiere müssen oft unter einander bis zum bitteren Ende kämpfen, um die Gunst eines Weibchen zu erwerben. Ansonsten wird sich das weibliche nicht mit ihm paaren, und selbstverständlich duldet sie nur den Sieger. Somit übt das weibliche gar eine stärkere Macht aus, da es den Kampf der männlichen Tiere fordert. Ob es sich für das männliche Tier lohnt, sein Leben für ein weibliches allenfalls zu opfern, steht offen. Somit ist der Kampf ein irrationaler Entscheid, und doch liegt es in der Natur der Tiere.Bei den… Read more »
Carmen
Gast

@Rüdiger:
Selten so einen unfassar dämlichen Quark gelesen.

Anthropos
Gast
Bezüglich unseres Tierbezuges als Machtbezug ließe sich ergänzen, dass hier zwei Komponenten zusammenkommen, Objekt und Gewalt. Objekt ist für uns alles, was wir zwingen, manipulieren, zerlegen dürfen. Tiere sind daher in gleichem Maß Objekt wie physikalische Körper. Wenn, wie Kant wollte, Gewalt die Machtausübung gegenüber etwas ist, was selbst Macht hat, so gilt dies von den Tieren, welche nicht selten die Macht haben, uns zu bedrohen. Vor der industrieellen Fleischfabrikation war das Verhältnis zum Tier ein Gewaltverhältnis, das riskant blieb. Das Risiko verschwand, indem die Tiere als Objekte gesehen und die Gewalt zu einer Angelegenheit des Einsatzes von Maschinen wurde.… Read more »
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