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Wer Fleisch isst, denkt eher rechts

(Kommentare: 6)

Fleischkonsum ist mit rechtsgerichteter Ideologie assoziiert

Fleischesser haben mehr Vorurteile (Bild: Blake Emrys)

Die meisten Veganer haben sich für die vegane Lebensweise aus ethischen Gründen entschieden. Sie streben eine Welt mit weniger Leid und Ungerechtigkeit an. So liegt die Vermutung nahe, dass Fleischkonsums - als das Gegenteil von Veganismus - mit Merkmalen einer rechtsgerichteten Ideologie assoziiert sein könnte. Diese Fragestellung ist mittlerweile auch wissenschaftlich untersucht worden, wobei die Befunde soeben im British Food Journal veröffentlicht wurden.



In der Studie wurden Fleischesser mit omnivorer Kost, Vegetarier und vegan lebende Probanden nach ihren politisch-gesellschaftlichen Grundeinstellungen befragt. Spezifisch wurde das Ausmaß rechtsgerichteter Ideologie im Hinblick auf die drei Dimensionen Authoritarismus, Vorurteile gegenüber Minderheiten und Bejahung sozialer Dominanz untersucht.



In der Ergebnisauswertung zeigte sich, dass Fleischesser die größte Neigung zum Authoritarismus aufwiesen, gefolgt von Vegetariern und Veganern, die den deskriptiv niedrigsten Wert erreichten. Dieser Effekt war bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen, war aber auch bei Frauen vorhanden. Insbesondere bei den Männern wiesen Fleischesser zudem die größte Neigung zu Vorurteilen gegenüber Minderheiten und Bejahung sozialer Dominanz auf, gefolgt von Vegetariern und Veganern, die wiederum die geringsten Werte erreichten. Auch bei den Frauen zeigten Fleischesserinnen die höchsten Werte bei Vorurteilen und Bejahung sozialer Dominanz, wobei dies bei den Frauen aber weniger prägnant war als bei den Männern. 

 

Die Befunde weisen insgesamt darauf hin, dass vegetarisch und vegan lebende Personen gesellschaftlichen Authoritarismus eher ablehnen, weniger Vorurteile gegenüber Minderheiten haben und weniger bereit sind, soziale Dominanz zu akzeptieren. Diese Ausrichtung zeigt sich dabei bei vegan lebenden Personen noch deutlicher als bei vegetarisch lebenden Personen.


Authoritarismus, Vorurteile gegenüber Minderheiten und Bejahung sozialer Dominanz stellen wesentliche Komponenten einer rechtsgerichteten Ideologie dar, die sich bei Personen mit stark konservativer Haltung und noch stärker bei Rechtsradikalen und Rechtsextremisten findet.

 

Auf der politischen Handlungsebene zeigt sich dies beispielsweise darin, dass rechtsgerichtete Regierungen typischerweise besonders strikt gegen Flüchtlingen vorgehen, auf Law and Order Politik setzen und Eliten in erhöhtem Ausmaß Entscheidungsfindungsprozesse dominieren lassen. Interessanterweise sind es ebenfalls insbesondere, wenn auch nicht nur, konservative und rechtsgerichtete politische Kräfte, die die Nutztierhaltungsindustrie in hohem Ausmaß fördern und sich gegen eine Reduktion von Fleischkonsum und gegen die vegane Lebensweise wenden (siehe vorherigen Artikel auf vegan.eu über die niedersächsische CDU als Beispiel).


Vegan ist kein unpolitisches Konzept und lässt sich auch nicht aus dem rechts-links-Spektrum herausnehmen. Vielmehr steht der Veganismus mehrheitlich links und damit für das Streben, diese Welt gerechter, weniger leidvoll und solidarischer zu gestalten.

 

Zwar gibt es Versuche rechtsgerichteter Kreise, den Veganismus politisch zu vereinnahmen. Dies steht aber der Grundsatzidee des Veganismus entgegen, Lebensrechte und Schutzrechte sogar über die Artgrenzen hinweg auszudehen und sie keinesfalls einzuschränken. Dies unterscheidet den Veganismus im übrigen auch von der Euthanasielehre des Nicht-Veganers Peter Singer, der zwar Lebensrechte über die Arten hinweg ausdehnen, aber dafür für Individuen (Menschen wie Tiere) in Abhängigkeit von ihrer geistigen Leistungsfähigkeit beschneiden lassen will. Die Euthanasielehre Peter Singers ist insofern eine Gefahr nicht nur für Menschen mit Behinderungen, sondern für alle Menschen und Tiere, denen auf der Basis dieser Lehre nach fragwürdigen und tatsächlich wissenschaftlich nicht zu sichernden Kriterien der Personen-Status aufgrund eines (angeblich) fehlenden Bewusstseins ihrer selbst abgesprochen wird. Die fälschliche Assoziation des Lehre des Nicht-Veganers Peter Singers mit dem Veganismus fügt dem Veganismus schweren Schaden zu, indem die vegane Lebensart wider alle Fakten mit einer tatsächlich partiell faschistoiden Euthanasielehre gleichgesetzt wird. Eine stärkere und auch öffentlichtkeitswirksame Solidarisierung von Veganern mit den Behinderten und ihren Unterstützern, die sich berechtigt als Opfer der Lehre Peter Singers sehen, wäre daher wünschenswert und notwendig. Umgekehrt sollten die Gegner Peter Singers verstehen, dass die Lehre Peter Singers nichts mit dem Veganismus zu tun hat, sondern dass Peter Singer als Nicht-Veganer eine Lehre vertritt, die den Grundprinzipien des Veganismus komplett widerspricht.

 

Jeder nationale oder gar völkische Bezug, aber auch der Bezug auf soziale Dominanzhierarchien und leiderzeugende Unterdrückungsmittel, steht im Gegensatz zur veganen Sache. Veganer sind nicht nur auf der Seite der Tiere, sondern ebenso auf Seiten der Menschen, die unterdrückt und ausgebeutet werden.

 

Ergänzt am 29.05.2015

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Kommentar von IchesseFleisch |

Tach auch... Wenn ich so einen Mist lese möchte ich brechen!!!! Die Idee das Essverhalten mit politischen Idiologien zu verbinden ist schlichtweg BLÖDSINN! Ich nehme an, dass kein Vegetarier möchte dass dies als Gradmesser herhält. Denn Hitler, die widerlichste Figur unserer Geschichte war Vegetarier! Ich esse Fleisch, weil es mir schmeckt und ich danach noch in den Spiegel sehen kann. Ich bin aktiv in meiner Kirchengemeinde, die sich für Flüchtlinge engagiert und jede Form von Fremdenhass ablehnt. Diejenigen mit Vorurteilen scheinen sich eher hier zu tummeln, wenn ich so einen Quatsch lese! Ich respektiere jeden, der sich entschieden hat auf Fleisch zu verzichten und wenn jemand glauben möchte, dass man einen Apfel erst dann essen darf, wenn er von allein vom Baum gefallen ist, dann ist das sein gutes Recht. Aber mich als Fleischkonsument automatisch zu einem unmoralischen Monster der Gesellschaft zu erklären, welches Ausländer, Schwule und Lesben und Veganer diskriminiert ist an Frechheit nicht zu überbieten. Wer soetwas propagiert ist ABSCHAUM! Gegen solche Leute habe ich dann wirklich was.

Kommentar von Sabrina |

http://www.daswissensblog.de/hitler-war-vegetarier-und-andere-unwahrheiten-ueber-adolf

http://www.vegan.at/inhalt/hitler-war-nichtraucher-aber-kein-vegetarier

Herzliche Grüße!

Kommentar von MJ |

Tach auch.....an deiner Stelle würde ich lieber nicht so oft in die Kirche springen. Denn SO LANGE DU FLEISCH KONSUMIERST bist Du ein kleiner mieser Heuchler. Denn wie stehts in der heiligen Bibel geschrieben DU sollst nicht töten!.

Kommentar von IchesseFleisch |

Tach auch... Schade dass DU hier sogar den Gegenbeweis zur These des Berichtes lieferst. Ich nehme mal stark an, dass DU Veganer/in bist und lieferst hier so einen Hater-Beitrag! Ich bin also ein kleiner mieser Heuchler und Du bist perfekt und Dein Weg ist der einzig richtige. Menschen wie Du sind die Krone der Schöpfung und sollten Entscheidungsgewalt über alle Andersdenkenden haben, nicht wahr? In unserer Geschichte fällt mir sofort eine Epoche ein, in der eine Bevölkerungsgruppe Europas genauso geredet hat. Wir nennen diese Gruppe Nazis und es ist traurig, dass Du Dich mit diesen "Menschen" auf einem Niveau bewegst! Aber um Dir auch sachlich zu widersprechen, solltest Du folgende Dinge wissen: In der Bibel gibt es im Alten Testament viele Stellen in denen Tiere als Opfer dargebracht wurden oder denk mal an die Geschichte vom verlorenen Sohn, da wird ein Tier bei der Wiedersehensparty geschlachtet (und ich nehme an auch gegessen). Die Bibel ist voll von Fleischkonsum (auch wenn sie in der Sache dies weder fördert noch verurteilt, weil hier etwas ganz anderes im Vordergrund steht), das kann man gut finden oder auch nicht, aber man sollte ein Buch, dass man offensichtlich nie gelesen hat nicht zitieren um seinen Standpunkt zu untermauern oder einfach nur um jemanden anzugreifen. Wenn Menschen wie Du ein wenig toleranter wären und mit guten Argumenten versuchen würden Fleischesser zu überzeugen, wenn dann die Fleischersatzprodukte noch erschwinglich wären, dann würden viel mehr Menschen auf vegetarische oder sogar vegane Ernährung umschwenken. Du treibst die Menschen eher davon weg, als sie hinzuführen. Du tust mir leid, wie die meisten die ideologisch so engstirnig sind, dass sie lieber mit dem Finger auf andere Zeigen und sie verurteilen, als die eigene Sache sinnhaft zu unterstützen! So, wie Du Dich hier präsentierst, bist Du für die vegane Sache mehr Hindernis als hilfreich!

Kommentar von Gunny |

Sehr lustig zu lesen das ganze. Bin mit der Absicht auf die Suche gegangen, zu schauen wo sich veganer ihre abenteuerlichen Begründungen suchen. Bin fündig geworden. Essen und Politik so zu kombinieren ist total daneben. Einfach ein Versuch sich selbst schöner zu präsentieren und die wahrscheinlich die geistig und sozial Schwachen unter einem Banner zu vereinen. Mit Einzelfällen, ominösen Statistiken und Forschungsergebnissen (wo viele interessante Daten und Fakten fehlen) wird versucht unwissende in diese sekten-ähnliche Struktur zu ziehen. Das ist leider sehr schade, zeigt es doch was man von Veganern halten sollte.

Schöne Grüße an die Veganer-Propaganda-Abteilung

Gunny

Kommentar von marco gehrke |

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/politik-gesellschaft/rechts-und-vegan-100.html