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Fipronil-Skandal: Massensterben für die Eierproduktion

(Kommentare: 3)

Hühner: Lebenswert gleich Ei?

Die Huffington Post berichtet, dass mehrerere Hunderttausend Hennen in den Niederlanden wegen der Belastung mit Fipronil bereits getötet worden seien. Die Körper der Tiere würden vernichtet. Insgesamt werde die Anzahl der getöteten Tiere eine Millionen erreichen. Andere Hennen werden auf "spezielle Diät" gesetzt, was im Klarheit Hungern heißt: "Wenn sie weniger Kalorien zu sich nehmen, verlieren sie Federn und Fett und damit auch Reste des schädlichen Insektizids. Das Entgiften dauert nach Schätzung von Experten aber mindestens sechs Wochen.", informiert die Zeit.

 

Während sich alle Welt über die vergifteten Eier empört, werden die Massentötungen der Tiere kaum zur Kenntnis genommen. Die große Mehrheit der Menschen haben durchaus positive Gefühle für Tiere und sehen den Tierschutz als wichtig an. All dies scheint aber vergessen, wenn die Sorge allein der eigenen Gesundheit gilt, nicht aber Millionen betroffener Tiere.

 

Die Massentötung von Tieren mit anschließender Vernichtung ihrer Körper ist ein notwendiger Kolateralschaden der Fleisch-, Milch- und Eierproduktion.

 

Ob Tierseuchen, Zoonosen mit Übertragungsmöglichkeit auf den Menschen oder wie jetzt eine Vergiftung mit Pestiziden, solange Tiere als Nutztiere gehalten werden, werden sich derartige Szenarien wiederholen. Die Tiere werden immer die ersten sein, deren Tötung im seuchehygienischen oder gesundheitshygienischen Interesse liegt. Gerade bei solchen Vorfällen wird die völlige Verobjektivierung der Tiere durch die Nutztierhaltung noch einmal deutlich.

 

Tiere in der Nutztierhaltung sind Lieferanten von Fleisch und anderer Körperbestandtteile. Hierauf beschränkt sich ihr Lebenswert und deshalb greift sachlogisch die Tötung bei Auftreten von Seuchen oder Vergiftungen.  Allein wegen der Vogelgrippe finden derartige Massentötungen nahzezu permanent irgendwo auf der Welt statt.

 

In England haben die Massentötungen vor einiger Zeit sogar wild lebende Dachse erreicht, da diese Rinder mit der Tuberkulose anstecken würden.

 

Massentötungen mit anschließender Tierkörpervernichtung gibt es wohl bereits solange es die Nutztierhaltung gibt, auch wenn die Anzahl der betroffenen Tiere fraglos mit der Massentierhaltung angewachsen ist.

 

Massentötungen von Tieren bilden damit ein weiteres wichtiges tierethisches Argument für die vegane Lebensweise und den kompletten Ausstieg aus der Nutztierhaltung. Man mag  Massentötungen begrenzen, die eine oder andere Massentötung durch Änderung von Vorschriften umgehen, ein Ende der Massentötungen wird es aber erst geben, wenn es keine Nutztierhaltung mehr gibt.

 

Die Möglichkeit für ein menschliches Leben ohne Nutztierhaltung ist gegeben und wird durch vegan lebende Menschen Tag für Tag unter Beweis gestellt. Ein Ausstieg aus der Nutztierhaltung ist nicht nur möglich, sondern auch mit zahlreichen Vorteilen für Tier, Mensch und Umwelt verbunden.

 

So könnte durch den Ausstieg aus der Nutztierhaltung könnte milliardenfache Tiequal sicher beendet werden. Gleichzeitig würden aber auch, wie eine wissenschaftliche Studie zeigt - die Lebensbedingungen der Menschen verbessert werden können. Bei Umstellung auf vegan könnten nach diesen Befunden bis 2050 mehrere Millionen Menschenleben gerettet werden, die weltweite Ernährungssicherheit könnte entscheidend verbessert werden (Überwindung von Hunger) und der ernährungsbedingten Umweltzerstörung könnte Einhalt geboten werden.

 

Der aktuelle Fipronil-Skandal ist nur ein Skandal unter vielen vergangenen und vielen künftigen Skandalen. Er sollte zum Anlass genommen werden, auf die Zusammenhänge zur Nutztierhaltung und die bereits vorhandene Alternative der veganen Lebensweise hinzuweisen.

 

Für die jetzt betroffenen Tiere kommt freilich alle Hilfe zu spät. Sie waren bereits seit ihrer Geburt in den Fängen der Nutztierhaltung und werden jetzt ihrem durch Menschen bestimmten Schicksal zugeführt.

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Kommentar von Martin |

Danke für diesen Artikel. Jedes Jahr werden weltweit 60 Milliarden (!) Landtiere hingerichtet, und die Millionen Vernichtungen wegen Seuchen sind da nur die Spitze des Eisberges. Yourofsky hat es einmal treffend so formuliert: Es ist der größte Holocaust aller Zeiten. Wieso lässt das die meisten Menschen kalt? Selbst wenn sie egoistisch geprägt sein sollten, bzw. gerade dann, wieso ignorieren sie eigentlich die negativen Folgen auf ihre eigene Gesundheit? Dieser Eier-Skandal reiht sich in eine lange Liste von Skandalen bei Tierprodukten ein. Die Probleme kommen zudem immer erst dann ans Tageslicht, wenn bereits Hunderttausende vergiftete Produkte beim Kunden gelandet sind - während einige Verantwortliche bereits wochenlang davon wussten und geschwiegen haben. Hat schon einmal jemand etwas von einem Avocado-Skandal gehört? Ich nicht.

Kommentar von Drawida |

Irgendwann fehlen einem die Worte. Sind die immer noch tierlich essenden Massen-Menschen verrückt, verblödet, degeneriert, oder alles zusammen?

Kommentar von G.R.Wilms |

Ich habe gerade den Artikel gelesen, zuvor heute Folgendes geschrieben. Nun gehe ich nicht direkt auf den schmerzlichen Inhalt des Artikels ein, so doch passend:
Nietzsche: „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, daß er nicht dabei zum
Ungeheuer wird."
diesen Satz Friedrich Nietzsches kannte ich. Hab ihn gestern wieder einmal zu Gesicht bekommen und bald danach, heute, kamen mir folgende Assoziationen. Bewusstes und Unbewusstes knüpfen das Band zu Sinnhaftem:

Ungeheuer Mensch
Als Veganlebender sieht man die Fleischesser als Ungeheuer, denen man vielleicht selbst einmal angehört hat. Nun ethischvegan lebend, kommt mancher in die Rage, die Fleischesser in Grund und Boden zu verdammen. Wir sollten diese Carniforen jedoch aufklären darüber, warum der Tod auf ihren Tellern ihnen so gut mundet. Wir sollten und wollen aus ihnen ihre Verdrängungen hervorlocken, damit sie einsehen, wie mörderisch ihr Gaumengenuss ist. Erstens sollten wir ihnen das furchtbare Leid der Tiere in den Ställen vor Augen führen. Dann die milliardenfachen, grausamblutigen Schlachtungen in den Schlachthöfen dieser Welt. Ihnen anhand von unzähligen Beispielen, die krankmachende Fleisch- und Milchkost klarmachen. Ihnen mit einfachen Worten erklären, dass der Mensch kein Fleichesser, auch kein Mischköstler ist.
Der Mensch ist ein Pflanzenesser und kein Allesfresser!
Raubtiere haben einen kurzen Darm, mit einem bedeutend hohen Säuregehalt im Magen, nämlich für die schnelle Zersetzung des Fleisches, damit die Leichenteile schnell aus dem Raubtierleib verschwinden. Bei Menschen ist der Darm 6 bis 8 Meter lang, mit wesentlich niedrigerem Säuregehalt im Magen. Lange bleibt das mit Medikamenten verseuchte Leichenklein im langen menschlichen Darm, wodurch Krankheiten früher oder später entstehen, zumindest aber hochwahrscheinlich sind.
Ich kann schimpfen: In euren hohlen Fleischesser-Köpfen entsteht kein Widerhall, wenn ein guter Gedanke durch die Welt schwirrt. Doch wenn ein wilder Krach in eure Hohlheit lärmt, dann seid ihr die ersten die jubeln und schreien, gierig nach dem ultimativen Kick, gegen eure unerträgliche Langeweile. In euch grunzt ein saures Behagen, ihr spürt nicht euer eignes Leid, auch nicht das der anderen, nicht das der Tiere. Ihr schluckt Pillen gegen Piep und Pap. Hier laues Vergnügen, dort Wartezimmer, so seid ihr krank an Leib und Seele. Der Tiere Leid und Blut ist euch kein Thema, sie ruhen sanft in euren Mägen, bringen euren Geist, euren Körper in Not. Das aber wollt ihr nicht wahrhaben. Verdrängtes, schlechtes Gewissen, macht euch die Seele wüst und flach, legt euch an die Ketten der selbst verschuldeten Hölle. Der Tier-Mörder liegt in eurem Tun, in eurem Auftrag an die Metzger. Die Ermordeten liegen zerstückelt auf euren Tellern! Erkennt ihr nicht mehr den edlen Sinn in euch? Ihr sprecht von eigenem Willen, doch ihr seid Knechte eurer kranken Gelüste, die auf euren Tafeln den Tod servieren, nämlich Leichen von Tieren, die leben und nicht sterben wollten. Ihr seid Sklaven alter und bösartiger Gewohnheiten, die eure Vorfahren schon schuldig an der Tierwelt hat werden lassen. Ihr habt euch die Seele blind gemacht für das Böse in der Welt. Drum esst ihr noch Fleisch…
Da ich zwar gegen Ungeheures kämpfe, will ich dennoch nicht zum Ungeheuer werden. Ich will euch Fleischessern in die eingeschlafene Seele treffen, euch die faulen Hirne auf Touren bringen, doch ich will nicht gewaltsam gegen eure Körper vorgehen, (Das macht ihr mit dem Fleischessen schon selbst) denn dann würde ich selbst zum Ungeheuer. Das waren meine Assoziationen zu Nietzsches erstem Satz: „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, daß er nicht dabei zum Ungeheuer wird.“