Wandelwerte e.V.: Veganer Wandel zu Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit

Wandelwerte e.V.: Veganer Wandel zu Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit

Der Verein Wandelwerte e.V. versucht über Upcycling-Projekte, auf die Möglichkeit der Wiederverwendung von Materialien, die ansonsten oft achtlos weggeworfen oder entsorgt werden, aufmerksam zu machen. Aus scheinbarem "Müll" werden verwendbare Designprodukte geschaffen. So soll der Teufelskreis aus Verschwendung, und Umweltzerstörung durchbrochen werden.

Aus Gründen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes hat Wandelwerte e.V. die vegane Lebensweise für sich entdeckt. Denn die vegane Lebensweise ist so ressourcenschonend, dass sie ein wertvolles Instrument ist, der lokal und global grassierenden Umweltzerstörung entgegen zu wirken.

Deshalb möchte Wandelwerte e.V. das Upcycling mit der veganen Lebensweise verbinden und hat hierfür soeben einCrowdfunding-Projekt unter dem Motto „Eins mit der Welt - Upcycling-Design-Kunst für die vegane Bewegung“ gestartet.

Im Interview berichtet Gert Schmidt von Wandelwerte e.V. über den Verein und das konkret angestrebte vegane Projekt. Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Leserinnen und Leser gebeten das Projekt als Fan unterstützen und sich auch im Rahmen der Möglichkeiten am Crowdfunding beteiligen.

Gert Schmidt von Wandelweite e.V. im Interview mit Vegan.eu

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Was ist Wandelwerte e.V. und wer bist du?

Wandelwerte ist eine Upcycling-Initiative aus Hannover. Der Umweltschutz und die Wiederverwendung von Materialien stehen dabei im Mittelpunkt: Abfälle werden zu Designobjekten gewandelt, erhalten dadurch einen höheren Wert und bleiben dadurch im Wirtschaftskreislauf erhalten.

In unserer Arbeit wirkt ein weiterer Aspekt: Die Designobjekte fördern einen bewussteren Umgang mit Ressourcen, indem sie Aufmerksamkeit schaffen. Das passiert auch mit unserem Upcycling und Vegan Aktionscontainer: Zwei elementare Bereiche in der Gesellschaft vereinen sich zu einem Projekt.

Ich habe als Journalist gearbeitet und nach der Jahrtausendwende durch die Beschäftigung mit unserem Wirtschaftssystem zunehmend festgestellt, dass wir die Erde unbewohnbar machen. Der Mensch lebt auf Kosten nachfolgender Menschen-, Tier- und Pflanzengenerationen. Wir hinterlassen giftige Abfall-Lagerstätten, lebensfeindliche Regionen und existenzielle Probleme auf unserem Planeten.

Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, die Situation zu verbessern. Dabei lerne ich immer mehr Menschen kennen, die genauso denken und freue mich, dass ich Teil einer weltweit wachsenden Bewegung bin.

Wer ist noch bei Wandelwerte dabei?

Die Idee von Wandelwerte entstand 2000 auf der Expo, als die brasilianische Upcycling Designerin Aguida Zanol nach Hannover kam. Sie lernte Birgit Böhm, Silvia Hesse und Joy Lohmann kennen und begeisterte sie mit der Idee, dass wundervolle Dinge aus Abfällen hergestellt werden können.

Der Verein wurde erst zehn Jahre später gegründet, um die gemeinnützige Idee des Upcyclings stärker in den Vordergrund zu stellen. Der Wandel in Richtung einer enkeltauglichen Zukunft ist eine gesellschaftliche Aufgabe – und das lässt sich am besten mit einem Verein organisieren.

Wieso möchte Wandelwerte zur Ausbreitung der veganen Lebensweise beitragen?

Auf dem Raumschiff Erde sind die Menschen nicht die Passagiere, sondern das Personal.

Die vegane Lebensweise ist ein Teil der Lösung für die Probleme in der heutigen Zeit, speziell, was die Ernährung betrifft: Klimawandel (Häufung von Missernten), Peak Soil (Bodenzerstörung, Landraub und Ernährungskrise), Zivilisationskrankheiten und damit verbundene Kostenexplosion im Gesundheitswesen.

Wandelwerte verfügt dabei nicht über eine eigene Expertise. Deshalb begründen wir unsere veganen Aktivitäten mit den Arbeiten von Mikkel Hindhede (1862 – 1945), Arzt und naturwissenschaftlicher Ernährungsforscher, Prof. Dr. Claus Leitzmann, Ernährungsökologe, Dr. med. Klas Mildenstein aus Hannover, Erfinder der „ChipListe“.

Zu den wissenschaftlichen Fakten möchte ich meine persönliche Meinung ergänzen: Es bedeutet für einen Menschen einen großen Schritt zu verstehen, dass Tiere nicht zum „Verbrauchen“ leben, keine „Sache“ darstellen. Sie verdienen Respekt und Achtsamkeit und haben ein Recht auf unversehrtes Leben und Lebensräume.

Wenn ein Mensch diesen Zusammenhang versteht, verhält er sich auch gegenüber seinen Mitmenschen achtsamer. Zwar ist das kein Automatismus, aber die Sensibilität dafür wächst. Die vegane Lebensweise dürfte deshalb auch eine Lösung für weltweite Gewalt und Kriege sein. Ruediger Dahlke und die Albert Schweitzer Stiftung leisten zur Bewusstseinsbildung („peace food“)wertvolle Arbeit.

Was denkst du ist der beste Weg, um Menschen zum Umdenken anzuregen?

Richard Buckminster Fuller, Nachhaltigkeits-Vordenker des 20. Jahrhunderts, sagte dazu:

„You never change things by fighting the existing reality.

To change something, build a new model that makes the existing model obsolete.“

Mit Wandelwerte möchten wir gute Beispiele zeigen, wie es besser geht. Wir verwenden die Werkzeuge des Upcyclings, um auf Themen aufmerksam zu machen. Deshalb möchten wir aus der ausrangierten Papiertonne einen Themen-Kommunikationscontainer für die vegane Lebensweise gestalten.

Was steht für euch beim Veganismus im Vordergrund: Umweltschutz, Tierschutz oder soziale Fragen? Oder gehört alles zusammen und eine Reihenfolge kann nicht angegeben werden?

Weil wir ein Umweltschutz-Verein sind, steht für unsere Arbeit auch die Umwelt im Vordergrund. Gern würden wir die Bezeichnung „Mitwelt“ verwenden. Aber das sieht der Katalog der gemeinnützigen Zwecke noch nicht vor. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, dass diejenigen, die die formalrechtlichen Rahmenbedingungen vorgeben, erkennen, dass sie besser die Mitwelt schützen sollten.

Upcycling hat die Fähigkeit, Materialien, Themen und Menschen miteinander zu verbinden, Aufmerksamkeit zu schaffen. Deshalb bauen wir den Upcycling und Vegan Aktionscontainer als vernetzendes Werkzeug. So können ihn auch andere Initiativen mitnutzen, die sich fürden Tierschutz und soziale Fragen einsetzen und die vegane Lebensweise fördern möchten.

Weltweit schreitet die Umweltzerstörung voran. Glaubst du, es wird uns Menschen wirklich gelingen, diesen Trend aufzuhalten oder ist es nicht schon zu spät?

Täglich werden die Probleme größer und unsere Perspektive für die nächsten zweihundert, dreihundert Jahre ist ernüchternd – wenn wir nichts verändern. Gleichzeitig nehme ich wahr, dass die Zahl der Menschen, die etwas verbessern möchten, wächst.

In dem Buch „Das Menschen Mögliche“ von Dana Giesecke und Harald Welzer wird beschrieben, dass wir Menschen gewaltige Potenziale in uns tragen – sowohl die zerstörerischen als auch die konstruktiven Kräfte. Wir wachsen über uns hinaus, wenn wir uns das bewusst machen.

Wir können jede negative Prognose umkehren, wenn wir vernetzt und konstruktiv miteinander arbeiten. Ein solches kollektives Bewusstsein entwickelt sich gerade weltweit in vielen Graswurzel-Initiativen. Das ermutigt und mobilisiert täglich neue Kräfte mitzumachen und mitzugestalten.

Kannst du uns von einer oder zwei Aktionen berichten, die ihr unternommen habt? Wie reagierten die Menschen?

2012 wurde Wandelwerte von der Naturschutzbund Bundesgeschäftsstelle in Berlin zum „Nabu Salon“ eingeladen. Die Veranstalter thematisierten die Vermüllung der Meere auf ihrem traditionellen Jahrestreffen und benötigten eine angemessene Möblierung. Für diesen Zweck gestalteten wir zwei Upcycling Strandkörbe aus Papiercontainern.

Wir kamen darüber mit vielen Menschen schnell ins Gespräch. Unsere Strandkörbe sensibilisierten allein schon durch ihre Anwesenheit für das Thema – ohne Plakate, ohne Flyer, ohne Worte, nur durch ihr Dasein.

So ließ sich mit den Besuchern rasch eine gemeinsame Gesprächsebene herstellen. Wer sich in den Strandkorb hineinsetzte, kam anders wieder heraus. Das ist Kommunikation, Bewusstseinsbildung und gesellschaftlicher Wandel ohne Debatten und mit einer klaren Aussage – und dann noch verbunden mit guter Stimmung, wie das Bild zeigt.

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Habt ihr eigentlich auch bereits irgendwelche negativen Erfahrungen gemacht, wo der Eindruck entstand, eine konstruktive Diskussion ist nicht mehr möglich? Ist dies eine Seltenheit oder kommt es häufiger vor?

Das ist eine Frage der Strategie in der Öffentlichkeitsarbeit.

Mit unserer Arbeit stärken wir den gesellschaftlichen Wandel dort, wo er bereits stattfindet. Wir betonen die positiven Lösungen und werden dadurch Teil einer wachsenden Bewegung.Das erscheint im Sinne von Buckminster Fuller eine aussichtsreiche Strategie, weil sie unsere Energie erhält.

Debatten verschleißen führen zu nichts – allenfalls zu Stürmen im Wasserglas oder als Selbstbeweihräucherung von Alphamenschen, die so etwas für ihr Ego brauchen. Würden wir im Deutschen Bundestag die Reden auf Inhalte reduzieren und Debatten herausstreichen, wären am Ende eines Tages vermutlich nur wenige Minuten zu protokollieren.

Ihrsucht derzeit Crowd-Kapital- wofür, wie geht ihr dabei vor und was ist der aktuelle Stand?

Auf der Internet-Plattform Startnext richteten wir ein Crowdfunding-Projekt ein: „Eins mit der Welt - Upcycling-Design-Kunst für die vegane Bewegung“ ist der Titel. Crowdfunding funktioniert so: Viele Menschen geben einen kleinen Betrag, um das Projekt so zu unterstützen, dass wir es realisieren können. 3.250 Euro suchen wir.

Wir möchten damit einen Upcycling und Vegan Aktionscontainer zur Förderung der veganen Lebensweise bauen. Aus einer ausrangierten Papiertonne möchten wir einen Informationscontainer bauen, mit dem wir mit einem Fahrrad-Lastenzug und Anhänger durch Hannover fahren.

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Dabei kommen wir mit den Menschen ins Gespräch, geben Tipps für das vegane Leben, berichten über Aktionen von anderen Initiativen in Hannover, beantworten Fragen und stärken Unternehmen und Unternehmungen, die vegane Angebote im Programm haben. Insgesamt möchten wir zeigen, dass es in Hannover ein vielfältiges veganes Angebot gibt, zum Wertschätzen beim Einkaufen und Mitmachen bei den Initiativen aus der veganen Bewegung.

Ausserdem stellen wir den Aktionscontainer anderen Initiativen in Hannover und in anderen Städten zur Verfügung. Weil er so auffällig ist, eignet er sich ideal zur Öffentlichkeitsarbeit.

Dafür sammelten wir fast 60 Fans. Zurzeit befinden wir uns in der Finanzierungsphase. Unterstützer können aus sogenannten „Dankeschöns“ auswählen. Wer Geld für das Projekt zur Verfügung stellt, bekommt im Gegenzug etwas zurück, z.B. eine Original MuffinMann Muffin-Backform mit Echtheitszertifikat oder eine Einladung zu einem 4-Gänge-Menü bei mir zuhause in Hannover-Badenstedt.

Besonders freue ich mich, über die Zusammenarbeit mit dem Streetart-Künstler, Grafikdesigner und Kultur des Wandels-Netzwerker Joy Lohmann. Er hat das schöne Logo und den Namen für die „Eins mit der Welt“-Kampagne gestaltet. Wer uns mit 500 Euro unterstützt, kann das „Eins mit der Welt“-Logo als original Graffiti-Kunstwerk von Joy Lohmann deutlich sichtbar auf einer Zimmer- oder Hauswand oder Garage bekommen.

Auf dem Kultur des Wandels Fest am 15. und 16. Juni am Kröpcke wird Joy das Logo als Graffiti auf mitgebrachten T-Shirts, Schulranzen, Stofftaschen, Autos, Hosen anbringen.

Seid ihr optimistisch, dass ihr die Gründungssumme zusammenbekommt? Gibt es irgendwelche Planungen für den Fall, dass es nicht klappt?

Wandelwerte ist ein kleiner Verein, der noch in den Anfängen steckt. Uns fehlt bisher für das Crowdfunding eine größere Öffentlichkeit. Deshalb ist es möglich, dass wir die Summe nicht zusammenbekommen. „Eins mit der Welt“ könnte dann leider nicht realisiert werden.

Aber selbst wenn der erforderliche Betrag nicht zusammen kommt, haben wir schon gewonnen: Mit unserer Recherche zur Vorbereitung der Upcycling und Vegan Aktionsbox haben wir viele nette Menschen kennengelernt und Informationen gefunden, die uns auf unserem Weg in die Zukunft begleiten werden.

Was können Leser und Leserinnen von vegan.eu tun, um euer Projekt zu unterstützen?

Das Wandelwerte-Team würde sich riesig freuen, wenn die Leser von vegan.eu auf unserer Startnext-Plattform das „Fan werden“-Herz anklicken, ganz unten auf der Seite. Das kostet nichts und i
t eine schöne ideelle Unterstützung.

Wenn wir gaaaanz viele Fans bekommen und jeder unterstützt uns zusätzlich mit ein paar Euro, können wir es gemeinsam schaffen: http://www.startnext.de/einsmitderwelt

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