USA: Rinderhalter verlangen Kennzeichnung von Laborfleisch

USA: Rinderhalter verlangen Kennzeichnung von Laborfleisch

In den USA hat der Verband der Rinderhalter (United States Cattlemen's Association, USCA) beim US Landwirtschaftsministerium eine Petition eingereicht, gemäß derer künftig Rindfleisch, was aus Laborzüchtung stammt, klar verschieden deklariert werden solle als Rindfleisch, was aus der Haltung und Tötung von Tieren stammt.

Da die USDA natürlich im Eigeninteresse handelt, geht sie offenbar davon aus, dass die Tötung von Tieren von den Verbrauchern als Qualitätsmerkmal gewertet werden und so das von getöteten Rindern stammende Fleisch weniger gekauft werden würde als das Laborfleisch.

Tatsächlich mag dies durchaus auf einzelne Fleischesser zutreffen, die die Abgründigkeit und Grausamkeit des Tötungsprozesses ausblenden oder als naturgemäß verklären. Insgesamt dürfte sich die USDA aber eher irren. Wenn Laborfleisch tatsächlich in ausreichenden Mengen und zu vertretbaren Preisen zur Verfügung stehen wird, könnte das gewünschte Labelling sich genau umgekehrt auswirken:

Verbrauchen kaufen das Fleisch, welches nicht auf Tiertötung beruht.

Die USDA scheint diese Gefahr durchaus zu ahnen und geht in ihren Kennzeichnungs-Forderungen daher sehr weit. Sie möchte nämlich, dass in vitro Fleisch gar nicht als Rindfleisch oder Fleisch benannt werden darf.

Diese Forderung ist absurd, weil das in vitro Fleisch nun einmal nichts anderes ist als Fleisch. Der Unterschied zum Tötungsprodukt ist lediglich, dass die Haltung und Tötung von Tieren unterbleibt. Eine Kennzeichnung, die die Kennzeichnung von Fleisch als Fleisch verbietet, wird wohl nicht durchsetzbar sein.

Währedn die Tierausbeutungsindustrie durchaus mit Erfolg gegen vegane Alternativen vorgeht, erscheint es unwahrscheinlich, dass es ihr gelingen wird, auch tatsächliches Fleisch von fleischbezogenen Bezeichnungen auszuschließen, zumal bei zunehmender Entwicklung auch hinter dem Laborfleisch mächtige wirtschaftliche Interessen stehen werden.

Sehr gut würden sich demgegenüber Labels eignen, wie „Fleisch ohne Tiertötung". So eine Kennzeichnung würde den Verbrauchern sofort den entscheidenden Unterschied vor Augen führen und würde dadurch die Chancen für eine tierfreundliche Kaufentscheidung erhöhen.

Veganer und Tierschützer haben die wichtige Aufgabe, immer wieder über die moralische Unvertretbarkeit der Nutztierhaltung und der Tiertötung aufzuklären, sodass zu dem Zeitpunkt, an dem Laborfleisch als Alternative zu Verfügung stehen wird, die Verbraucher, die weiterhin Fleisch essen wollen, sich für die tierfreundliche Alternative entscheiden.

Der Veganismus hat zwar in den letzten Jahren einen beachtlichen Aufschwung genommen, nach wie vor erreicht er aber nur ca. 1 % der Bevölkerung, die sich tatsächlich entscheiden, vegan zu leben. Die veganen Ersatzprodukte werden angenommen, aber nur selten entscheiden sich Verbraucher, ihre gesamte Ernährung vegan zu gestalten. Hinzu kommen Abwehrkämpfe der Tierausbeutungsindustrie, die gerade in Frankreich mit dem Verbot von fleisch- und milchähnlichen Bezeichnungen für vegane Produkte, einen Sieg errungen haben. Nachahmer sind zu befürchten.

Global nehmen Fleisch- und Milchkonsum weiter zu. Die Entwicklungsländer folgen dem Modell der Industrieländer und konsumieren mit wachsendem Wohlstand immer mehr Tierprodukte. Als weltweit einziges Land hat China offiziell erklärt, sich diesem Trend, der es selbst ergriffen hat, entgegenstellen und den Fleischkonsum um 50 % reduzieren zu wollen. Derzeit ist die Tragfähigkeit dieser Proklamation aber nicht absehbar.

In Anbetracht dieser aus veganer Perspektive und aus Perspektive der Tiere insgesamt düsteren Entwicklungen kommt der Bereitstellung von Laborfleisch ein womöglich entscheidender Faktor für den künftigen Ausstieg aus der Nutztierhaltung zu. Wenn es gelingt, Fleisch in der gewünschten Form ohne die Haltung und Tötung von Tieren und zu vergleichbaren Preisen zu produzieren, könnte der Ausstieg aus der Nutztierhaltung doch noch in vorhersehbarer Zeit gelingen. Laborfleisch könnte so an die Stelle billionenfachen Tierleides treten.

Indem Veganer immer wieder auf die Unverantwortlichkeit der Nutztierhaltung hinweisen, leisten sie einen wichtigen Beitrag, um den Druck aufrechtzuerhalten und zu erhöhen, der die Entwicklung und Vermarktung von tötungsfreiem Fleisch einstmals ermöglichen könnte.

Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare auf "USA: Rinderhalter verlangen Kennzeichnung von Laborfleisch"

Benachrichtige mich zu:
avatar
Luigi
Gast

Man sollte hoffen das, wenn so weit ist, die Politiker das subventionieren von cruelty-fleisch unterlassen werden. Danach sollte ein kilo cruelty-fleisch sogar ca. 200 euro kosten. Es wendet sich langsam alles im Richtung Empathie und Ende von Grausamkeiten. Mord und Gleichgültigkeit wird kein Zutat mehr von feine Küche.

Drawida
Gast

Für uns braucht kein Laborfleisch hergestellt werden, wir werden Fleisch nie wieder im Leben verzehren, weil sowieso der Mensch von Natur aus frugivor veranlagt ist und Tierisches ihm nicht gut tut. Und zwar nicht nur körperlich, sondern auch seelisch-geistig. Ich hoffe aber, dass es dann auch wirklich dazu dient, die Tierhölle zu verkleinern. Es gibt ja in den perversen Hirnen der Tierausbeuter noch viele andere Tier- Verzweckungs-Ziele.

wpDiscuz

Menü
Schlagwort-Suche