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Vegane Ernährung von Hunden und Katzen

(Kommentare: 23)

Müssen Hunde Fleisch essen?

Vegetarisch oder vegan lebende Menschen, die Hunde oder Katzen vegetarisch oder vegan ernähren, stoßen meistens auf Unverständis und Ablehnung ihrer fleischessenden Umgebung. Während selbst unter Veganern keineswegs eine einheitliche Praxis der Ernährung eigentlich fleischessender Tiere herrscht, neigen fleischessende Menschen, aber auch einige Vegetarier, rasch zu dem Vorwurf der Tierquälerei.

 

Wie lässt sich die Thematik aus dem Blickwinkel der veganen Motivation, Leid so weit als möglich zu vermindern, beleuchten?

 

Natürlich versus unnatürlich

 

Eines der Hauptargumente gegen eine vegetarische Ernährung von eigentlich fleischessenden Tieren ist, dass dies nicht natürlich sei. Fleischessende Tiere, wie Hunde oder Katzen, würden sich in der Natur von Fleisch ernähren, entsprechend sei es gegen die Natur, dies in der Haustierhaltung anders zu handhaben.

 

Die Feststellung, dass es unnatürlich sei, dass Katzen und Hunde kein Fleisch essen, ist korrekt, aber das Argument ist einseitig:

 

Es wird unberücksichtigt gelassen, dass es ebenso unnatürlich ist, wenn Hunde und Katzen in Wohnungen leben und nicht das Haus verlassen können, wenn sie kastriert, sterilisiert oder euthanasiert werden, obgleich sich doch gegen diese Praktiken in der Regel kein Widerspruch von gleicher Seite rührt.

 

Außerdem jagen Katzen in der Natur keine Rinder, Schweine oder Hühner, essen auch keine zermatschten Hühnerküken, die als männliche Küken soeben im Akkord ausgelesen wurden, und sie tragen sicherlich naturgemäß auch nicht zur Entfischung unserer Weltmeere bei.

 

Die Argumentation des Unnatürlichen blendet vielfältige Aspekte von Unnatürlichkeit aus, um sich sodann auf den einen in der Tat nicht natürlichen Aspekt der fleischlosen Ernährung zu stürzen.

 

Tierquälerei

 

Gemeinsam mit dem Hinweis auf die Unnatürlichkeit einer vegetarischen oder veganen Ernährung für Hunde und Katzen, erfolgt oftmals der erhobene Zeigefinger: „Ihr seid Tierquäler!“. Vorausgesetzt wird, dass die fleischlos ernährten Hunde und Katzen leiden, wobei meistens allerdings bereits der Hinweis auf die Unnatürlichkeit als Beweis für dieses Leiden genügt.

 

Erneut haben wir es hier mit einer einseitigen Sichtweise zu tun, die nämlich alles auf das eine Haustier des Menschen fokussiert und dabei gleichzeitig die Interessen der durch dieses Haustier konsumierten Nutztiere außen vor lässt. Nicht nur aber leben die Nutztiere in einer völlig unnatürlichen Konstellation, in der – ob bio oder konventionell – ihr Leben gänzlich auf die Erzeugung von Milch, Eiern und Fleisch ausgerichtet ist, sondern diese Konstellation ist zudem fraglos mit enormen Leid verbunden, welches die Tiere von der Haltung bis zum Transport zum Schlachthof zu verschiedenen Zeitpunkten - mehr oder weniger stark ausgeprägt - begleitet.

 

Würden – selbst wenn die Maßgaben der Biohaltung zugrunde gelegt werden -  Katzen oder Hunde so gehalten und geschlachtet wie unsere Nutztiere, das Geschrei „Tierquälerei!“ wäre nicht mehr zu überhören.

 

Zu diskutieren ist insofern eigentlich, was das größere Leid ist, die vegetarische oder vegane Ernährung von Katzen und Hunden mit Produkten, die versuchen, eine hinreichende Nährstoffzusammensetzung zu bieten, oder die Ernährung mit Produkten, die auf der Basis gequälter und getöteter anderer Tiere gewonnen werden? 

 

Ein Argument für die Fleischernährung von Katzen und Hunden könnte sein, dass den Haustieren nur die Fleischabfälle verfüttert werden, sie insofern nicht direkt zu der menschlich betriebenen Tierausbeutungs- und Tiertötungsmaschinerie beitragen. Wenn sie das menschenerzeugte Tierleid nicht direkt fördert, dann könnte eine Fleischernährung auf Basis konventioneller Tierabfallprodukte das kleinere Übel sein, als dem Hund oder der Katze die von ihm/ihr wohl eigentlich präferierte Fleisch-Nahrung vorzuenthalten.

 

Jedoch ist das Argument nicht zu Ende gedacht:  Es ist richtig, dass für die Tierfutterindustrie Fleischabfälle verbraucht werden, die Körperteile einschließen, die der Mensch nicht verzehren möchte, aber auch beispielsweise kranke Tiere, die für den menschlichen Verzehr als nicht mehr geeignet bewertet werden. Es ist aber falsch, zu schließen, dass dadurch die Tiernahrung nicht direkt zur Förderung der Tierausbeutung-  und Tiertötungsindustrie betrüge. Denn der Verkauf ihrer Abfälle bringt den Fleischproduzenten Gewinn, wo sonst nur Kosten zu ihrer Beseitigung entstünden. Die Produktion von fleischbasiertem Tierfutter trägt damit ebenso direkt zur Aufrechterhaltung  der Nutztierhaltungs-Industrie bei wie der Fleischkonsum durch den Menschen. Auch wäre ein Ende der Tiertötungsindustrie niemals denkbar, wenn wir für immer fortfahren würden, unsere Haustiere mit anderen Tieren zu füttern.

 

Dass der Konsum von Seefisch durch Katzen dabei mittlerweile sogar ein global bedeutsames Ausmaß erreicht hat, geht aus der Stellungnahme der Sea Shepherd zu dieser Thematik hervor.

 

Inwiefern vegetarisch oder vegan ernährten Hunden und Katzen tatsächlich eine auch subjektiv als leidbesetzt erlebte Verzichtleistung durch den Menschen aufgezwungen wird oder nicht, ist unbekannt. Ansehen kann man nach einer Umstellphase dies den Hunden oder Katzen jedenfalls nicht, wie beispielsweise auch von einem US-amerikanischen Tierheim berichtet wird, welches die gesamte Ernährung ihrer Hunde und Katzen auf vegan umgestellt hat.

 

Auch wenn eine vegane oder vegetarische Ernährung Hunde und Katzen nicht am Toben hindert und durch ihre "Halter" nicht als Leid bemerkbar ist, schließt dies objektiv betrachtet nicht aus, dass doch ein gewisser Verzicht erlebt wird. Demgegenüber ist aber das Leid der Nutztiere sicher gegeben, direkt beobachtbar und von seinem Ausmaß aus betrachtet immens.

 

Aus einer veganen Sichtweise, die Tiere nicht gegen Tiere ausspielt, ist es letztlich nicht begründbar, warum das sichere und immense Leid der Nutztiere in Kauf genommen werden sollte, um ein mögliches moderates Leid der eigenen Haustiere zu verhindern?

 

Freiheit und Menschlicher Zwang gegen Tiere

 

Verursachung von Unnatürlichkeit und erzeugtem Leid wird Menschen vorgeworfen, die ihre Hunde oder Katzen vegetarisch oder vegan ernähren. Ein weiterer, damit in Zusammenhang stehender Vorwurf, lautet: „Zwang“. Der vegane Mensch solle für sich selbst entscheiden, was  er wolle, aber er übe Zwang über seine Tiere aus, wenn er sie ebenfalls vegetarisch oder vegan ernähre.

 

Aus einer Sichtweise, die die ethische Begründung der veganen Lebensweise ausklammert und diese lediglich als eine individuelle Geschmackspräferenz wie jede andere definiert, ist dieser Vorwurf fraglos zutreffend. Wer aus ästhetischen, fitnessbasierten oder sozial konformistischen (Anpassung an Freunde) Gründen vegan lebt, der täte nichts anderes, als seinen eigenen Willen den Tieren auszuzwingen, wenn er sie an dieser Lebensweise per seiner Entscheidung teilhaben ließe.

 

Bei einem ethisch motiviert handelnden Veganer trifft der Vorwurf jedoch nicht: Übersehen wird, dass der Mensch ständig Zwang über das Haustier ausübt, indem er dessen Leben -  oftmals bis zur Entscheidung über den Tod -  reguliert. So entscheidet der Mensch, wo das Tier lebt, ob es bei Umzügen mitkommt oder abgegeben wird, ob es sich vermehren darf oder ob es kastriert/sterilisiert wird, ebenso wie der Mensch entscheidet, was das Tier isst.

 

Der beklagte „Zwangscharakter“ entsteht nicht durch die vegetarische oder vegane Ernährung, sondern er ergibt sich aus der Haustierhaltung an sich. Schon der Begriff der „Haltung“ macht den Zwangscharakter deutlich. Wir sagen „Hundehaltung“, „Katzenhaltung“, „Vogelhaltung“, würden wir auch sagen „Menschenhaltung, „Partnerhaltung“ oder „Freundeshaltung“? Wollen wir von unseren Freunden und Partnern gehalten werden?

 

Das Thema der Haustierhaltung ist auch bei vegan lebenden Menschen kontrovers. Insgesamt scheinen aber die meisten Veganer eine kritische Einstellung zur Haustierhaltung aufzuweisen, weil sie den tatsächlich bestehenden Zwangscharakter der Haustierhaltung erkennen und befürchten, dass hieraus – sicherlich tierart- und haltungsbezogen mehr oder weniger stark ausgeprägt – Leid, mindestens im Sinne erlebter Beschränkung, entsteht.

 

Anders als die meisten Katzen- und Hundefreunde sind viele Veganer allerdings nicht bereit, den weitaus höheren und vor allem im Regelfall stärker leidbesetzten Zwang zu akzeptieren, dem die sogenannten Nutztiere ausgesetzt sind. Sie bewerten daher eine vegetarische oder vegane Ernährung von Hunden und Katzen als weniger Zwang als deren Ernährung mit Fleisch von Tieren, deren Leben kaum etwas anderes als einen einzigartigen Zwangscharakter aufweist und dessen Zwang sie nicht durch den Kauf der daraus resultieren Produkte fördern und unterstützen möchten. 

 

Gesundheit und Krankheit

 

Grundsätzlich benötigt ein Organismus für seine Gesundheit - artspezifisch variierend - bestimmte Nährstoffen bzw. Nährstoffzusammensetzungen. Sofern ein Organismus diese Nährstoffe erhält, kann er Gesundheit erreichen, wobei nicht die ursprüngliche Quelle der Nährstoffe, sondern das Vorhandensein der Nährstoffe maßgeblich ist. Ein gutes Beispiel für den menschlichen Bereich ist die Speisesalzjodierung. In bestimmten Gegenden ist in der Tat eine ausreichende Versorgung nicht gewährleistet, aber die Einnahme jodierten Speisesalzes ist dann hinreichend, um gesund leben zu können. Veganer sind ein weiteres Beispiel: Veganer müssen Vitamin B12 substituieren, können aber, wenn sie dies tun, eine sehr gute Gesundheit erreichen und sogar gesundheitliche Vorteile genießen. Menschen im Koma werden oft jahrelang, sogar jahrzehntelang, parenteral ernährt. Basis ist im Regelfall eine Soja-Wasser-Emulsion, die mit Nährstoffen angereichert wird. Die enormen Schwierigkeiten einer parenteralen Ernährung sollen hier nicht unterschätzt werden, deutlich gemacht werden soll nur, dass der entscheidende Aspekt das Vorhandensein von Nährstoffen und nicht deren Quelle betrifft.  Technologie mag zum Schlechten für Waffen und Umweltzerstörung verwandt werden, sie kann aber auch zum Guten führen und zu Ernährungslösungen beitragen, die Töten ersetzen.

 

Sofern also eine vegetarische oder vegane Nahrung für Hunde und Katzen produziert wird, die alle Nährstoffe aufnahmefähig enthält, können sie grundsätzlich auch gesund leben. Das Problem der Nährstoffe betrifft dabei keineswegs nur vegetarische oder vegane Tierfuttermittel, jedenfalls sind nahezu alle fleischbasierten Hunde- und Katzenfutter ebenfalls mit Nährstoffen angereichert und bei Trockenfutter mit Fleischanteil können grundsätzlich  vergleichbare Probleme entstehen wie bei Trockenfutter ohne Fleischanteil. 

 

Die kritische Fragestellung ist also nicht, ob in der Hundenahrung oder Katzennahrung Fleisch enthalten ist oder nicht, sondern ob der Nährstoffbedarf der Tiere gedeckt wird oder nicht. Einerseits wäre dies produktweise zu prüfen, wobei es hier durchaus zu Problemen kommen kann, andererseits ergibt sich auf der Makroebene vor allem die Frage nach dem Vergleich der Gesundheit von vegetarisch oder vegan ernährten Hunden und Katzen im Vergleich zu nicht vegetarisch oder nicht vegan ernährten Hunden und Katzen.

 

Für Hunde liegen mittlerweile Untersuchungen vor, die deutlich machen, dass eine vegetarische und auch vegane Ernährung offenbar möglich ist. Eine Untersuchung von Clapper et. al (2001) weist darauf hin, dass Sojaprotein eine gute Alternative zu tierischem Protein für Hunde darstellt. Sogar eine Lebensverlängerung wird diskutiert, zumal einer der ältesten Hunde der Welt vegetarisch ernährt wurde. Zusätzliche gibt es unzählige Einzelfallberichte, die auf die gleiche Schlussfolgerung hinweisen. Es wird außerdem wohl kaum einen vegan lebenden Menchen geben, der nicht ebenfalls vegan ernährte gesunde junge und alte Hunde kennt, die sich ganz offensichtlich bester Gesundheit erfreuend und im Regelfall besonders liebevoll betreut werden.

 

Komplizierter und vor allem dünner scheint die Befundlage allerdings bei Katzen zu sein, die übrigens auch anders als Hunde als reine Carnivoren zu betrachten sind. Bekannt ist, dass bei der vegetarischen oder veganen Katzenernährung besonders auf die Nährstoffzusammensetzung zu achten ist, der Nahrung unbedingt z.B. Taurin in ausreichenden Mengen beigefügt sein muss, und der Urin und Nierenfunktion regelmäßig untersucht werden sollte.

 

Der Großteil der geäußerten Bedenken gegen eine vegetarische oder vegane Katzenernährung ergibt sich aus Erwägungen aufgrund ihres eindeutigen Status als Carnivoren mit daraus resultierenden sich von Hunden unterscheidenden Ernährungsbedürfnisssen. Immerhin eine, leider sehr kleine und sicher vorläufige Vergleichsuntersuchung vegetarisch oder vegan lebender Katzen mit fleischessenden Katzen liegt vor, die keinen Unterschied in Gesundheits- bzw. Krankheitsparametern zwischen beiden Gruppen finden konnte. Auch Einzelfallberichte, einschließlich der Erfahrungen des oben bereits genannten Tierheimes in den USA, deuten in diese Richtung. Ebenso ist aber klar, dass Anzeichen für mögliche gesundheitliche Probleme engmaschig beobachtet werden müssen. Das gilt aber auch für andere Katzen, von denen mittlerweile immer mehr an Übergewicht und dadurch bedingten Erkrankungen leiden. Übergewicht ist derzeit die häufigste ernährungsbedingte Störung von Katzen, wobei beispielsweise in Großbritannien mittlerweile ca. ein Viertel aller Katzen krankhaftes Übergewicht aufweisen. Man sollte nicht das eine gegen das andere aufrechnen, aber merkwürdig ist schon, dass hier Tierquälerei-Vorwürfe kaum erhoben werden.

 

Bisher scheinen die vorliegenden Beobachtungen darauf hinzuweisen, dass eine vegane oder vegetarische Katzenernährung möglich ist, was aber sicherlich nur auf gut geplante und auch im Verlauf durch Gesundheitsuntersuchungen regelmäßig begleitete Ernährungsweisen generalisiert werden sollte. Hier ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem Tierarzt erforderlich. Dass hierzu ein hoher Aufwand notwendig ist, ist nicht bestreitbar.

 

In der Bilanz ist eine gesunde vegetarische oder vegane Ernährung von Hunden relativ komplikationslos möglich, während bei Katzen eine ganz besonders gute Planung erforderlich ist und übrigens zudem zu berücksichtigen ist, dass Katzen oftmals sehr wählerisch sind und eine behutsame Umstellung in jedem Fall notwendig sein wird. Dabei stellt sich das Problem bei frei herumlaufenden Katzen sicherlich ganz anders dar als bei Katzen, für die Menschen entscheiden, dass sie sich ausschließlich in einer Wohnung aufhalten sollen.

 

Diejenigen, die ihre Hunde oder Katzen vegan ernähren, streiten nicht ab, dass mit Haustierhaltung und entsprechend auch mit der Ernährung von Haustieren, Probleme verbunden sind, sie weisen aber daraufhin, dass die Gesundheit und das Leben der Nutztiere, die durch Schlachtung geopfert werden, in jedem Fall ruiniert werden. Sie wollen eine Industrie weder finanziell unterstützen noch von ihr profitieren, deren tägliches Geschäft die Grausamkeit gegenüber Tieren ist. Demgegenüber können mit Obacht und guter Planung vegetarisch oder vegan ernährte Hunde und Katzen ein langes und nach aller Beobachtung bei weitem glücklicheres Leben führen als es den Nutztieren zugedacht wird. Nicht um Leid und Zwang auszuüben, sondern um Leid zu mindern, entscheiden sich deshalb Menschen für eine vegetarische oder vegane Ernährung ihrer Haustiere.

 

Haustierhaltung beenden?

 

Das Problem der vegetarischen oder veganen Ernährung von Hunden und Katzen ergibt sich daraus, dass Menschen Hunde und Katzen als Haustiere halten. Aus veganer Sichtweise ist die Haustierhaltung kritisch zu betrachten, aber Tatsache ist dennoch, dass es Tiere gibt, die aufgenommen und denen geholfen werden muss. Dies betrifft ebenfalls Tiere, die naturgemäß Fleisch essen.

 

Während viele Veganer die Züchtung und den Verkauf von Haustieren ablehnen, können sie sich der Not der einzelnen Tiere nicht verschließen. Zielstellung ist aber eine Gesellschaft, in der der Mensch aufhört zu seinem Vergnügen Tiere zu instrumentalisieren.

 

Der Fokus von Veganern liegt typischerweise auf Fleischkonsum und Nutztierhaltung, weil hier das größte Leid entsteht, aber auch die Haustierhaltung ist in dieser Form wohl als unvereinbar mit dem Veganismus zu bewerten. Auch in einer veganen Gesellschaft werden Menschen kranke und verletzte Tiere aufnehmen, sie werden aber Tiere nicht mehr züchten, damit sie dem Menschen als Freizeitunterhaltung zur Verfügung stehen.

 

Mehrheitlich ist die Haustierhaltung eine selektive Form der Tierliebe. Wir lieben unsere Haustiere, vor allem aber lieben wir uns selbst, wenn wir Haustiere halten. Deutlich wird dies auch in den schnellen Vorwürfen der Tierquälerei, die viele Haustierhalter gegen Menschen erheben, die eine ethische Problematik darin sehen, Nutztieren für Haustiere Leid und Tod zuzufügen und sich deshalb um einen faireren, allen Seiten gerechter werdenden, daher für niemanden perfekten, aber leidmindernden Weg bemühen.

 

In Verkehrung der Wirklichkeit erheben oft ausgerechnet diejenigen Tierquälerei-Vorwürfe, die für ihre eigene Ernährung und Bekleidung wie auch für die Ernährung derjenigen Tiere, die ihnen Freunde bringen, bereit sind, eine ebenso grausame wie skrupellose Tiertötungsmaschinerie zu finanzieren, die gleichzeitig unsere Natur ruiniert, das Klima zerstört und die Welt-Meere - könnten sie brennen, man würde sagen in Schutt und Asche legt.

 

Und was sollen wir nun tun?

 

Die Probleme, mit denen wir bei der Fragestellung der vegetarischen oder veganen Ernährung von Haustieren konfrontiert werden, ergeben sich aus dem Geist einer tierausbeutenden Gesellschaft, die Tiere in Gänze für den Menschen instrumentalisiert, sie in Umgebungen hält, wo sie zu ihrer Ernährung auf den Menschen angewiesen sind und das Leben von Tieren gegen das Leben anderer Tiere in Abhängigkeit von den eigenen menschlichen Präferenzen und Sympathien ausspielt.

 

Vegan lebende Menschen haben dies Problem nicht geschaffen, sie versuchen aber zu einer Lösung zu finden, indem sie sich um Tiere, die der Hilfe und Aufnahme bedürfen, kümmern,  ohne aber hierfür anderen Tieren das Leben zu nehmen. Eine ideale Lösung gibt es nicht, aber so wie es scheint ist der einfachste und für viele selbstverständliche Weg in Wirklichkeit der schlechtere Weg, wenn in einer Gesamtbilanz auch die Interessen der sogenannten Nutztiere mitberücksichtigt werden, was aus vegane Sichtweise unverzichtbar ist. 

 

Quelle:

Clapper, G. M., Grieshop, C. M., Merchen, N. R., Russett,  J.C., Brent,  J.L., & Fahey, G: C. (2001). Ileal and total tract nutrient digestibilities and fecal characteristics of dogs as affected by soybean protein inclusion in dry, extruded diets,  Journal Of Animal Science, 79: 1523-32.

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Kommentar von Gabriela Kovacevic |

Alle Achtung! Ein so ausfuehrlicher und aufklaerender Text. Ich hoffe dass ihn viele Leute lesen werde, werde ihn auf jeden im Facebook verteilen. Unser Haushalt lebt vegan, Menschen und Tiere, alle gesuender als nie zuvor. :-) Sie koennen mir gerne immer Texte per Mail schicken. Viele Gruesse, Gabi

Kommentar von Fritzi |

Ich finde, ihr Bericht "hinkt" und ist auch nicht objektiv und teilweise falsch! z.B. hat "jodiertes Speisesalz" keinerlei Bioverfügbarkeit, da das zugesetzte Jod vom Körper nicht verwertet werden kann!

Kommentar von Vegan.eu |

@ Fritzi Wir verstehen die Kritik nicht. Es ist unseres Wissens unrichtig, dass jodiertes Speisesalz nicht verwertet wird, denn es übt ganz offensichtlich sehr deutliche Effekte aus: http://www.jodmangel.de/wissenschaft_und_praxis/ausgewogen.php Ansonsten wird ja nur gesagt, der Bericht hinke und sei falsch, inwiefern können wir nicht entnehmen. Wir denken, der Bericht hinkt nicht.

Kommentar von Snjezana |

Danke für diesen ausührlichen Bericht, den ich immer wieder sehr gerne in Facebook poste. Mein Hund lebt seit Mai Vegan und ist topfit, VG Snjezana

Kommentar von Ingrid Hawel |

Freue mich Euch, durch die Empfehlung von PD V Dokulil kennenzulernen. Ich habe eine Katze (aus Kurdistan) von 4,5 Jahren und einen kleinen Hund (aus einer Tötung in Ungarn). Beide haben bis dato Mischkost bekommen.
Doch da ich überwiegend vegan lebe, möchte ich das auch für meine Tiere erreichen.
Danke und viele Grüße, Ingrid Hawel

Kommentar von Ronald Wilczynski |

Herzlichen Dank für diesen hervorragenden Beitrag!
Wir haben seit vielen Jahren Hunde aus Tierheimen und Tötungen, die wir weitestgehend vegetarisch ernähren. Damit machen wir nur positive Erfahrungen: Ekzeme und Allergien verschwinden, Übergewicht kennen unsere Hunde nicht, sie sind, bis auf die mitgebrachten Krankheiten, topfit und gesund. Dies wird auch von anderen Tierhaltern und Tierärzten attestiert, jedoch sofort in Zweifel gezogen, wenn wir erklären, daß die Hunde vegetarisch ernährt werden. Was nicht sein darf, kann ja nicht sein!
Wir bleiben jedenfalls dabei und können es nur allen verantwortungsvollen Hundehaltern empfehlen. Mit ein wenig Fantasie und nur etwas mehr Aufwand läßt sich eine leckere und gesunde vegetarische/vegane Mahlzeit für Hunde zubereiten, auch ohne Tierleid!

Kommentar von Walter Schultze |

Meine Frau und ich leben seit 25 Jahren vegetarisch, seit ca. 6 Monaten, nach der Lektüre "Tiere essen" (fast) vegan.
Seit 30 Jahren sind wir Katzenhalter und haben unreflektiert die Meinung vertreten, Hunde und Katzen müßten zumindest zu einem bestimmten Anteil Fleisch essen, alles andere ginge nicht.
Ihr Text hat mich jetzt endgültig überzeugt, dass ich irrte. Danke für die Argumente!
Mal sehen, wie die aktuelle Katze reagiert ;-)

Kommentar von Achim |

Siehe auch http://govegan.de/veganehundeundkatzen .

Kommentar von Birgitt |

Habe nur ein einziges Mal einen größeren Mist als Ihren Artikel gelesen - und zwar einen von Dr.Ernst Walter Henrich.

Es steht jedem Menschen frei, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren - Hunde und Katzen sind jedoch nicht dafür geschaffen, das ist alleine schon am Gebiß sowie am Verdauungstrakt zu erkennen. Wenn Leute wie Sie, Tiere vegan ernähren möchten, dann empfehle ich Ihnen, sich Kaninchen oder Häschen anzuschaffen, aber lassen Sie bitte die Fleischfresser außen vor - das ist Tierquälerei!!
Was passiert, wenn Leute Fleischfresser vegan ernähren, kann man hier mal wieder bestens sehen:
http://www.humanist-news.com/katzchen-stirbt-beinahe-nach-veganer-zwangsernahrung-durch-besitzer/?fb_comment_id=fbc_630454986974247_6907613_630873523599060#f11fe008f

Kommentar von Michael |

Danke für diesen schönen Beitrag.
Meiner Meinung nach sollte der Mensch ganz auf Fleisch verzichten, da er sowieso anatomisch gesehen nichts damit anfangen kann. Aber was ist mit Raubtieren? Anatomisch gesehen ist der Hund ein Raubtier auf Groß- und Kleinwild also ein Fleischfresser, das mag man nicht abstreiten. Aber auch bestimmte Entzyme braucht er aus der Pflanze. Ein Hund frisst immer das gesamte Tier in der Natur. Aber was ist denn Trockenfutter? Was soll das sein, auf pflanzlicher Basis? Auf tierischer Basis? Schaut man sich den Trocknungsprozess an, was bleibt da wirklich über, und warum haben wir so viele Allergien beim Hund, erheblichen Fellverlust, Diabetis, Nierenversagen, immer neue Krebsarten. Unsere Hündin ging es augenscheinlich hervorragend, sie hatte ein glänzendes Fell, war top fit. Sie starb mit 4 Jahren an Nierenversagen. Zu mir kommen die Hunde und Katzenhalter leider erst, wenn der Tierarzt schon nichts mehr machen kann. Wir stellen sie auf hochwertiges Fleisch und Pflanzenkost um. Und siehe da, die Hunde und Katzen erholen sich wieder. Das ist die Praxis die ich erlebe. Wenn ich ein Trockenfutter gebe, muss der Hund zusätzlich Flüssigkeit aufnehmen. Das normale Wasser ersetzt aber nicht das benötigte Zellwasser aus Frischfleisch.

Wir können uns aussuchen was wir essen, unsere Haustiere nicht.
Katzen würden Mäuse kaufen, Hunde würden selber jagen:-)

Kommentar von Anja |

Erst einmal den Verdauungstrakt und Vorgang von Tieren studieren bevor so ein Artikel geschrieben u.veröffentlicht wird! Alles andere ist unverantwortlich! Diesen Bericht empfinde ich als ungeeignet zur Weiterverbreitung! (und nein, ich bin weder Fleischesser noch Vegetarier sondern Veganerin! )

Antwort von team

Es fehlt deiner Kommentar an inhaltlichen Argumenten. Du findest es also als Veganerin cverantwortlich, für dein Haustier andere Tiere schlachten zu lassen? 

Kommentar von steffi |

super bericht, danke!
und an herrn fritz, bitte nennen sie doch mal die faktoren die ihrer meinung nicht ganz stimmig sind bzw wo es im text hingt?! selbst ein arzt, der dies alles wissen muss ~ stimmt diesem text zu!

Kommentar von Andrea |

Zum Kommentar von Birgitt fällt mir folgende Bemerkung ein: Um keinen Preis darf der Bürger bevormundet werden (Freiheit über alles), aber um jeden Preis darf misshandelt und zerstört werden. Was für einen Preis müssen andere, letztlich wir alle, dafür zahlen, dass in der Marktwirtschaft alles erlaubt ist, was Wachstum und Reibach verspricht! Naja, fast alles.

Kommentar von Maria |

Danke für die ausführliche und gut begründete Klarstellung dieses heiklen Themas. Als Veganer möchte man Tieren helfen ohne damit das Töten anderer Tiere "in Auftrag" zu geben.
Da kann bei Millionen Haustieren bereits das sukzessive Reduzieren des Fleischanteils in der Nahrung eine positive Wende einleiten. Maria

Kommentar von Jürgen |

Was für ein Scheiss wird hier eigentlich geschrieben? Ihr habt doch einen an der Waffel! Sorry, aber Tiere, die natürlicherweise Fleischfresser sind (wie wir Menschen übrigens auch) vegan zu ernähren ist Tierquälerei und gehört bestraft. Von mir aus ernährt euch vegan, ihr werdet euch wundern wie ungesund das auf Dauer ist. Aber lasst die armen Tiere nicht noch wegen eurer Verblendung leiden. Dann schafft euch keine an! Oder nur Meerschweinchen. Die fressen nur Körner.

Kommentar von Team Vegan.eu |

@ Jürgen

Lies einfach einmal den Text durch, damit du verstehst, worum es geht! Es geht darum, dass es nichts mit Tierliebe zu tun hat, andere Tiere zu töten, damit die eigenen Haustiere essen können. Das Problem ist, dass die fleischessenden Haustiere nun einmal da sind (nicht Veganer haben sie gezüchtet) und wir sie daher auch versorgen müssen. Dies dürfen wir aber nicht auf Kosten des Lebens anderer Tiere tun. Das Schwein ist keinen Deut weniger Wert als ein Hund. Der Kompromiss zwischen der sicheren Tötung des einen Tieres und dem Verhungernlassen der fleischessenden Haustiere (beides ist grausam) liegt daher in einer veganen Ernährung für die Hautiere, von der glücklicherweise gezeigt werden konnte, dass sie bei guter Planung möglich ist und die Gesundheit der betreffenden Tiere nicht schädigt.

Kommentar von Alexander |

Der Artikel ist scheinheilig, Katzen, Hunde etc sind freilebende Tiere gewesen bevor sie domestiziert wurden, das ist schon Tierquälerei gewesen, jetzt sie noch gegen ihr Natur fleischlos zu ernähren ist die nächste Grausamkeit.
Die Konsequenz ist keine Haustierhaltung im Sinne des Tierschutz, gestrandete Tiere sollten artgerecht versorgt werden und ausgewildert werden.
Mit den Argumenten wird den völlig verschrobenen Rassevorstellungen der Züchter Vorschub gehalten.

Kommentar von Team Vegan.eu |

@ Alexander Du kannst aber doch die Hunde nicht auswildern. Es ist tatsächlich so, dass diese Tiere domestiziert wurden. Aber sollen wir dafür andere Tiere für sie töten?

Kommentar von aubel, wolfgang |

meine Katzen sind vegan meine Hunde sind vegan und ich seit 20 Jahren auch

Kommentar von kak veganer |

Werfen wir doch vorab mal einen Blick ins Deutsche Tierschutzgesetz, Zweiter Abschnitt – Tierhaltung – § 2. Hier steht: Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, „muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen“, und unter § 3: „… muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.“
Aha, interessant. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob vegetarische Kost für einen Hund eine seinen Bedürfnissen entsprechende Ernährung darstellt. Welche Bedürfnisse hat ein Hund im Zusammenhang mit seiner Ernährung?

Unsere Haushunde stammen vom Wolf ab und sind wie ihre wilden Vorfahren Carnivoren, also Fleischfresser. Da sie auch einen pflanzlichen Anteil mit ihrer Nahrung aufnehmen (z.B. Magen­inhalt der Beutetiere, Kräuter, Beeren), bezeichnet man sie häufig auch als omnivore Carnivoren. Der Hauptbestandteil des Futters unserer Haushunde muss demzufolge tierischer Herkunft sein. Man geht dabei von ca. 80 – 90 % tierischen und 10 – 20 % pflanzlichen Bestandteilen in der Gesamtfuttermenge aus. Mit diesem Wissen im Hinterkopf sollte eigentlich jedem klar sein, dass die vegetarische Ernährung von Hunden alles andere als artgerecht ist. Ich persönlich bin der Meinung, dass sie einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt und Tierquälerei ist. Das Argument der Massentierhaltung ist dem Hund egal. Er fragt nicht nach der Quelle.

Kommentar von Pandasan |

Was ich nicht verstehe wieso sich diese radikalen Veganer fleischfressende Tiere ins Haus holen? Wenn ihr Probleme habt mit den Fleischessen, dann kauft Euch lieber Kaninchen und Hamster und lasst die Hunde und Katzen in ruhe!

Kommentar von Peter Schmidt |

Danke für die ausführliche Beleuchtung des Themas. Allerdings ist der Punkt "Hautierhaltung beenden?" nicht wirklich argumentativ schlüssig. Man hätte sich dort radikal gegen die Haltung von Tieren die Fleisch fressen aussprechen können, belässt es aber bei der Anmerkung "Aus veganer Sichtweise ist die Haustierhaltung kritisch zu betrachten, aber Tatsache ist dennoch, dass es Tiere gibt, die aufgenommen und denen geholfen werden muss. "

Wir setzen uns auf unserer Seite gegen rücksichtslose Hundehalter ein, und haben heute bewusst provozierende Photos und einen Text gepostet, der sich kritisch mit dem Thema Hundehaltung und Tiermord für Hundefutter auseinandersetzt. https://www.facebook.com/kotundkoeter

Kommentar von Hans Lhotka |

Liebe Mitmenschen,
ich habe diesen Beitrag und einige Kommentare gelesen, verstehe einiges von der menschlichen Ernährung. Hier weiß ich, dass das tierische Eiweiß für den Menschen nicht so ganz abbaubar ist und hieraus Krankheiten entstehen, die dann auch als sogenannte Zivilisationskrankheiten erklärt werden... Gerne würde ich als Fast-Veganer auch meinen Hund vegan ernähren, um das unsägliche Leid der "Schlachttiere" zu mindern. Das tue ich aber nicht, solange nicht die Sicherheit für mich erkennbar ist, dass das für den Hund wirklich eine vollwertige Ernährung ist. Der Hund als Raubtier hat wohl eine ca. 2° höhere Körpertemperatur als wir Menschen und kann das tierische Eiweiß somit ganz verwerten? Mir würde also sehr helfen, wenn mir jemand, wissenschaftlich erforschte tierisch Eiweiß-freie Ernährung für den Hund verständlich machen würde. Liebe Grüße in die "Runde",

Hans Lhotka