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Fleischesser verändern – was wirkt?

(Kommentare: 6)

Eine Studie, die soeben im Fachjournal Social Science and Medicine veröffentlicht worden ist, hat untersucht, wie es gelingen kann, Menschen tatsächlich zu einer Reduktion ihres Konsums von Rindfleisch zu bewegen. Die Studienergebnisse geben aber über diese sehr isolierte Fragestellung hinaus wichtige psychologische Aufschlüsse, was getan werden kann, um Fleischessern zu einer Beendigung ihres Fleischkonsums zu verhelfen. Leser und Leserinnen von vegan.eu sind eingeladen, dies bei ihren Freunden und Bekannten auszuprobieren!


Ergebnisse der Studie 

Veränderungen von Einstellungen 

 

  • Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken: Menschen reduzieren am ehesten ihren Fleischkonsum, wenn sie sich dies zutrauen. In der Psychologie spricht man von Selbsteffizienzerwartungen. Menschen beginnen nur dann, etwas zu tun, wenn sie auch der Meinung sind, dies zu können. So würde kaum jemand ein Flugzeug fliegen, der keine Ahnung hat, wie dies geht. Genau so ist es beim Fleischverzicht. In der Studie entwickelten vorwiegend solche Teilnehmer eine Intention zur Fleischreduktion, die davon überzeugt waren, dass sie dies auch schaffen würden. Menschen ermutigen, ihnen die eigenen Erfahrungen schildern und ihnen konkrete Tipps geben, ist wichtig, um die Selbsteffizienzerwartungen zu stärken. „Ich kann auf Fleisch verzichten“, wer dies sagt, hat gute Aussichten, es auch zu tun.
  • Positive Gefühle aufbauen: Je positiver Fleischverzicht gefühlsmäßig in der Studie wahrgenommen wurde, desto eher entwickelten die Teilnehmer auch die Intention zur Fleischreduktion. Positive Anreize sind ein zentraler Faktor des menschlichen und tierischen Verhaltens. Wir tun lieber Dinge, die mit positiven Gefühlen verbunden sind, als Dinge, die mit negativen Gefühlen verbunden sind. Wirksame Strategien sind daher: Die befreiende Wirkung des Fleischverzichts vermitteln. Die Friedfertigkeit und das gute Gewissen, die mit einer pflanzlichen Ernährung verbunden sind, betonen. Wenn sich Fleischverzicht emotional gut anfühlt, wird er eher in die Tat umgesetzt.
  • Selbstvertrauen stärken: Wenn wir uns etwas nicht zutrauen, tun wir es auch nicht. Wer würde ohne Training ein Flugzeug fliegen? Genau so geht es vielen Fleischessern. "Ich schaffe es nicht", welcher Veganer kennt diese oder ähnliche Äußerungen seiner fleischessenden Mitmenschen nicht? In der Psychologie spricht von Selbsteffizienzerwartungen. Nur wenn positive Selbsteffizienzerwartungen vorliegen, wird ein Verhalten begonnen. Genau so zeigte es sich auch in der Studie. Je stärker sich die Teilnehmer eine Fleischredutkion zutrauten, desto eher waren sie zu ihr bereit. Die Angst vor der Veränderung nehmen. Die vielen Möglichkeiten veganer Ernährung aufzeigen. Konkrete Hilfe und Unterstützung geben. Auf die Beispiele eingefleischter vorheriger Fleischesser zu verweisen, die heute vegan leben. All dies kann helfen, um Menschen genug Selbstvertrauen für den Schritt zum Fleischverzicht zu geben.
  • Den Nutzen darstellen: Wir tun etwas, wenn wir glauben, es lohne sich für uns. Je stärker die Teilnehmenden in der Studie vom Nutzen der Fleischreduktion überzeugt waren, desto eher waren sie zum Fleischreduktion bereit. Überzeugende Gründe sprechen für die vegane Lebensweise. Wer will Tieren Leid zufügen? Wer will die Umwelt stark belasten? Wer will seine eigene Gesundheit schädigen? Schildert die Möglichkeit, sich ohne Töten zu ernähren, die positiven Auswirkungen auf die Umwelt und die eigene Gesundheit der veganen Ernährung. Vermittelt Fleischverzicht als Herausforderung, an der ein Mensch wachsen kann.
  • Fleischesser-Identität aufbrechen: Menschen identifizieren sich mit ihrer Lebensweise. „Ich bin ein Fleischesser“, welcher Veganer kennt diesen Spruch nicht? In der Studie waren Teilnehmer umso weniger zum Fleischreduktion bereit, je mehr sie sich als Fleischesser identifizierten. Die unnötige Reduktion der eigenen Person auf den Konsum von Tieren hinterfragen. Zur Reflexion anregen. Beispiele von früheren Fleischessern geben, die heute vegan leben. Vitalität und Gesundheitswert der veganen Ernährung betonen. So könnt ihr Menschen dabei unterstützen, ihre Fleischesseridentität zu verändern.

 

 Externe Unterstützungs-Anker setzen 


Die Studienautoren stellten noch ein Ergebnis fest: Eine einfacher aufmunternde und erinnernde SMS pro Tag genügte, um die Umsetzung der Fleischreduktion signifikant zu verbessern.

Es genügt nicht, Einstellungen zu verändern, sondern Menschen brauchen Begleitung und Unterstützung, wenn sie auf Fleisch verzichten und vegan leben wollen. Wir sollten sie nicht allein lassen, damit sie nicht zurückfallen. Die modernen Kommunikationsmethoden lassen sich zum Positiven nutzen, um denjenigen zur Seite zustehen, die sich ändern wollen.

Es gibt viel zu tun, bleiben wir dran!

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Kommentar von Gabriele Mayen |

Hallo, leider kenne ich einige Fleischesser in der Verwandtschaft, die auf keinen Fall ihren Fleischkonsum einschränken würden. Sie sind auch nicht für irgendwelche Argumente offen. Ihr Motto lautet: mir geht es gut, wenn nicht, hat es nichts mit Fleisch zu tun, und Menschen brauchen Fleisch. Schade, dass sie so unkritisch und so unbewußt sind.

Kommentar von Jörg |

Veganer sind also doch auf einer Mission.

Kommentar von Hans Gschwender |

Bitte weniger Fundmentalismus. Auch Fleischesser sind Menschen. Ich habe Blutgruppe NULL. Ich werde also weiterhin Fleisch essen um gesund zu bleiben. Da lobe ich mir die Argentiner: "alles was am oder unter dem Boden wächst, IST FÜR TIERE!" Warum wollt ihr Veganer den Tieren ihr Futter wegfressen? Außerdem erst durch Essen von gekochtem und gebratenen Fleisch hat sich beim Menschen das Gehirn besonders das Großhirn entwickelt! Ich weiß nicht ob das auch für Veganer zutrifft.

Kommentar von Ida |

Lieber Hans, ich möchte dir nichts vorwerfen, da du vielleicht die ein oder andere wichtige Information nicht bekommen hast. Niemand möchte irgendwem vorschreiben, was er zu essen hat. Dennoch kann man ja den Menschen in seinem Umfeld zu Liebe darauf aufmerksam machen dass die Wahrscheinlichkeit Krebs, Herzkrankheiten, Übergewicht und viele weitere unerfreuliche Krankheiten zu bekommen erheblich senkt wenn man sich vegan ernährt. Ich selber habe mir dazu mehrere Studien angesehen und du könntest das ja auch machen, wenn dich die Thematik interessiert. Zu dem Aspekt mit dem Futter: Es ist leider andersrum. Die Tiere essen den Menschen das Essen weg. In Brasilien wird immer mehr Regenwald abgeholzt wegen der massiven Sojaproduktion von dem 90% an die Nutztierhaltung gehen. Und da die Nachfrage an Fleischproduktion global steigt, muss natürlich auch immer mehr Futter her und jede Sekunde wird eine weitere Fläche Regenwald abgeholzt, so dass es nicht unrealistisch wäre, dass er in ein paar Jahren garnicht mehr da ist. Diese riesigen Sojafelder gehören zu großen Konzernen, die den kleinen Bauern wortwörtlicher Land wegnehmen, sodass man einen direkten Einfluss von Fleischkonsum auf das Leben anderer Menschen beobachten kann, die nicht mehr ihre Familie mit ihrem selbstangebautem Essen versorgen können. Anstatt andere zu beleidigen (Veganer hätten kein Großhirn) kann man sich doch sachlich unterhalten, am besten wenn man sich auf aktuelle Fakten beruht. Man muss ja auch nicht nie wieder in seinem Leben ein tierisches Produkt essen, nur es wäre schön, wenn diese Problematik in unserer Gesellschaft einen Platz fände. Alles was in der Gesellschaft als fremd erscheint stößt erstmals auf Unverständnis (Religion, Homosexualität, Frauenwahlrecht...), aber wenn man sich auf respektvolle Art miteinander unterhält, kann doch viel dabei rumkommen. Ich hoffe, ich konnte dir helfen und freue mich auf eine differenzierte Antwort. :)

Kommentar von Klaus Grünseich |

@Gschwender: „Warum wollt ihr Veganer den Tieren ihr Futter wegfressen?“

In NUR etwa 40 Jahren - einem erdgeschichtlichem „Wimpernschlag“ - wurden bereits mehr als etwa 80% der ursprünglichen Regenwälder unwiederbringlich abgeholzt/vernichtet/zerstört und in Monoplantagen (um Futter-> Soja [GVO], Mais und andere Getreide für Milliarden geschundene nichtmenschliche Kinder und Säuglinge zu erzeugen) und Weideland verwandelt, um „Nahrung“ tierlichen Ursprungs - jedweder Art - zu „produzieren“ (fühlende Lebewesen... „produzieren“?)!

Gerne gebe ich Ihnen im Folgenden mal einige Zahlen zur Effizienz von „Lebensmittel“-„Produktion“ tierlichen Ursprungs an die Hand:

Von 100 pflanzlichen Kalorien, bleiben...

a) Geflügel: 13 tierliche Kalorien über! Verlust: 87% (S I E B E N U N D A C H T Z I G)!!!

b) Schwein: 10 tierliche Kalorien über! Verlust: 90% (N E U N Z I G)!!!

c) Rind: 3 tierliche Kalorien über! Verlust: 97% (S I E B E N U N D N E U Z I G)!!!

Diese Zahlen sind in variabler Größe auf die „Produktion“ jegliche „Nahrung“ tierlichen Ursprungs übertragbar!

Um nun zu begreifen, das nicht irgendwelchen Tieren das Futter weggefressen wird, sondern aufgrund omnivorer Ernährung/Lebensweise ALLE Lebensgrundlagen ALLEN Lebens auf diesem Planeten vernichtet werden, bedarf es kein Großhirn, sondern allenfalls eine einzige Hirnzelle!

Nun stellt sich die - ernsthafte & berechtige - Frage: hat sich tatsächlich bei jedem Menschen(!) ein Hirn entwickelt, welches über mehr, oder aber eher über weniger als eine Zelle verfügt?

Kommentar von horsche |

Zu diesem Thema befinde, besser befand, ich mich im
Forum selbstvers.org im thread Gesunderhaltung unter o.g. username. Befand deshalb, weil ich die Diskussion als unzumutbar, ähnliche “Argumentation“ wie Herr Gschw., abbreche. Wenn man im genannten Forum an anderer Stelle weiter liest wird man feststellen, daß es durchaus vernünftig denkende Leute sind und begrenzte Zusammenhänge, meist auch mehr, erfassen, aber was in Angelegenheit vegan geboten wird ist unerträglich.
Vermute, daß man sich sein kleines, großes Glück unter allen Unständen erhalten will gepaart natürlich durch Erlebnisse aus der Sozialisation und der Bedenken vor Vereinsamung, den Herdentrieb befolgend.
Alle diese Kriterien sind effizient nicht vom einzelnen nobody-veganer am Nächsten auszuhebeln. Auch “Unfälle“wie Rinderwahn oder sonst. Seuchen haben keinen nachhaltigen Erfolg gegen fleisch ist ein stück lebenskraft. Fleisch muß inakzeptabel in der Gesellschaft werden. Wie aber kann dabei die Akzeptanz für die Tiere erhalten werden?