Fragebogenstudie: Fleischesser sind gegen Tierrechte

Fragebogenstudie: Fleischesser sind gegen Tierrechte

Eine Fragebogenstudie befragte Fleischesser, Vegetarier und vegan lebende Personen zu ihren ethsichen Einstellungen zum Umgang mit Tieren. An der Studie beteiligten sich 166 Fleischesser, 111 Vegetarier und 79 Veganer.

In der Ergebnisauswertung zeigte sich, dass Fleischesser am wenigsten geneigt sind, Tieren Rechte auf Leben und Leidfreiheit zuzuweisen. Stattdessen betonen Fleischesser mehrheitlich eine Form der utilitaristischen Ethik, bei der die Position der Tiere zwar auch berücksichtigt werden soll, ihre Nutzung, Tötung und auch daraus folgende Leidzufügung aber dennoch als verantwortbar angesehen werden. Diese Auffassung korrespondiert mit einem klassischen Tierschutzgedanken, der sich gegen Exzesse, nicht aber gegen Leid und Tötung an sich wendet. Es istdurchaus der Gedanke der Tierschutzvereine, die ihre Tierschutzfeste nach wie vor viel zu häufig mit Buletten und Schnitzel aus Fleisch feiern.

Häufiger als Veganer und Vegetarier vertraten die befragten Fleischesser aber ebenfalls ethische Positionen, gemäß derer Interessen der Tiere überhaupt nicht berücksichtigt zu werden brauchen. Entsprechende Positionen setzen Tiere quasi mit Sachen gleich und werden von Vegetariern oder Veganern nahezu niemals vertreten.

Vegetariern zwischen Flesichessern und Veganern

Interessanterweise befinden sich Vegetarier in ihren Positionen zwischen Fleischessern und Veganern:

Einerseits werden Tierrechte deutlich häufiger bejaht als von Fleischessern, andererseits wird die Verantwortbarkeit einer Nutzung von Tieren aber ebenfalls häufiger bejaht als dies von Veganern getan wird. Vegetarier versuchen insofern, die Bejahung von Tierrechten mit einer Bejahung einer verantwortungsvollen Nutzung zu verbinden.

Mit einer solchen Position müssen sich Vegetarier aber in kognitiver Dissonanz befinden, da die Zuweisung eines Rechts auf Leben und Leidfreiheit (soweit es durch Menschen zugefügtes Leid betrifft) tatsächlich in der Realität – dies betrifft auch die Bio-Landwirtschaft - nicht mit der postulierten verantwortungsvollen Nutzung vereinbar ist.

Dieser aktuelle Studienbefund entspricht einem unserer Umfrageergebnisse, über welches wir bereits ausführlich berichteten:

Einige Vegetarier neigen dazu, den Kauf von Tierprodukten dann als legitim anzusehen, wenn diese Produkte aus Bio-Haltung stammen. Genau diese Ansicht kann wiederum nach unseren Umfrageergebnissen die Entwicklung einer Intention verhindern, künftig zur veganen Lebensweise zu wechseln.

Vegetarier sind auf dem Weg

Die allermeisten Veganer waren zunächst Vegetarier, bevor sie zur veganen Lebensweise wechselten. Vegetarier haben bereits einen wesentlichen Schritt in die Richtung einer veganen Lebensweise getan, halten aber, wie die Studienbefunde und auch unsere Umfrage zeigen, teilweise noch an der Illusion der Möglichkeit einer verantwortungsvollen Nutzung von Tieren fest.

An diesem Widerspruch können Veganer in Diskussionen mit Vegetariern anknüpfen, um diese zu einer Reflektion ihrer nach wie vor auf Tierausbeutung beruhenden Lebensweise und einer positiven Verhaltensänderung zu bewegen.

Dabei sollten Vegetarier nicht mit Fleischessern gleichgesetzt oder als Gegner angesehen werden, sondern als Personen, die bereits in erheblich größerem Ausmaß als die Durchschnittsbevölkerung das Problem der Tierausbeutung erkannt haben und daraus erste, wenn auch noch unzureichende Konsequenzen gezogen haben.

Für Vegetarier ist der Weg zur veganen Lebensweise nicht mehr weit und heute einfacher als jemals zuvor. Wollen wir ernsthafte Fortschritte in Richtung einer tierausbeutungsfreien Welt machen, ist es die Aufgabe jedes einzelnen vegan lebenden Menschens, Vegetariern dies zu vermitteln und sie so für die in Wirklichkeit gemeinsame Sache einer gerechteren, leidärmereren und friedfertigeren Welt zu gewinnen.

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