Vegan verhindert Bluthochdruck

Vegan verhindert Bluthochdruck

Pettersen et al. (2012) erfassten bei 500 Mitgliedern der Sieben Tages Adventisten, einer christlichen Religionsgemeinschaft, die großen Wert auf die Erhaltung der Gesundheit legt, den systolischen und den diastolischen Blutdruck. Zusätzlich erfolgte eine Klassifikation der Teilnehmer gemäß ihrer Ernährungsweisen als vegan, vegetarisch, semi-vegetarisch (teilweise vegetarisch, sogenannte Flexitarier) und Mischköstler (Omnivoren).

Die untersuchten Siebes-Tages-Adventisten sind eine besonders gut geeignete Untersuchungsgruppe für Diät-Vergleiche, weil Mitglieder der Sieben-Tages-Adventisten ansonsten ein vergleichbares Gesundheitsverhalten zeigen. So können bei dieser Stichprobe die Effekte der Ernährungsformen an sich in reinerer Art und Weise erfasst werden, als wenn Personen verglichen werden, die sich nicht nur in der Ernährung, sondern ebenfalls in anderen Parametern des Gesundheitsverhaltens gravierend unterscheiden.

Wie lauten die Ergebnisse?

Die Datenauswertung zeigt, dass Bluthochdruck besonders selten bei den vegan lebenden Personen auftrat. Spezifisch wurde bei den veganen Teilnehmern eine im Vergleich zu den Mischköstlern um 63% erniedrige Auftretenswahrscheinlichkeit von Bluthochdruck beobachtet.

Vegetarier, die noch Milch und Eier verzehrten, zeigten eine um 43% geringere Auftretenswahrscheinlichkeit von Bluthochdruck.

Demgegenüber betrug die Risikoreduktion bei den Semi-Vegetariern (Teilzeit-Vegetarier) lediglich 8% und verfehlte damit die statistische Signifikanz. Das höchste Risiko trat deskriptiv bei den Mischköstlern (Fleischessern) auf.

Die deutliche Risikosenkung durch die vegane Ernährung und die geringere Risikosenkung durch eine vegetarische Ernährung ließen sich teilweise, aber nicht ausschließlich, durch den Body Maß Index erklären, der bei vegan und vegetarisch lebenden Personen geringer ausfällt als bei Teilzeitvegetariern und Fleischessern.

Wie sind Befunde zu bewerten?

Bluthochdruck ist ein weltweit bedeutsames Gesundheitsrisiko, wobei sich bei bestehendem Bluthochdruck beispielsweise die Wahrscheinlichkeit für Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzmuskelschwäche, Schlaganfall, Einschränkung der Nierenfunktion oder Durchblutungsstörungen der Beine erhöht.

Die Befunde von Pettersen et al. )2012) sprechen für eine Schutzwirkung insbesondere der veganen Ernährung bezüglich der Herausbildung eines die Gesundheit gefährdenden Bluthochdruckes. Reine Fleischreduktion reicht demgegenüber nicht aus, wie sich anhand der Teilstichprobe der Teilzeit-Vegetarier erkennen lässt, die keine statistische signifikante Risikominderung erreichten.

Die neuen Befunde zur Schutzwirkung einer veganen Ernährung vor Bluthochdruck konvergieren mit Untersuchungen, die ein besonders geringes Risiko für Herzerkrankungen für fleischlos lebende Personen berichten. Untersuchungen weisen aber auch noch auf zusätzliche Schutzeffekte der veganen Ernährung hin, die offenbar außerdem die Wahrscheinlichkeit von Krebserkrankungen zu reduzieren vermag.

Auch aus Gesundheitsgründen "besser vegan"

Die stärkste Motivation für eine vegane Ernährung sind typischerweise ethische Überlegungen. Immer mehr stützen neue Untersuchungsbefunde aber zusätzlich eine gesundheitliche Motivation, da die vegane Lebensweise - offenbar noch über den ovo-lacto-Vegetarismus hinausgehend - die Erhaltung der menschlichen Gesundheit unterstützt.

Bereits jetzt ist Menschen mit Bluthochdruck oder Personen, die ein Risiko für Bluthochdruck aufweisen, dringend zu empfehlen, auf eine vegane Ernährung umzustellen.

Quelle:

Pettersen, B.J., Anousheh, R., Fan, J., Jaceldo-Siegl, K., [&] Fraser, G.E. (2012). Vegetarian diets and blood pressure among white subjects: results from the Adventist Health Study-2 (AHS-2), Public Health Nutrition, 15 (10): 1909-1916.

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