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Landwirtschaftsminister Schmidt plant Verbot „veganer Currywurst“

(Kommentare: 16)

CDU-Minister Schmidt

Wir berichteten bereits über das Anliegen des Deutschen Fleischerverbandes (DFV) und des Deutschen Bauernverbandes, dass vegane Alternativen für Wurst und Schnitzel nicht mehr als solche bezeichnet werden sollten. Dies sei nämlich eine Verbrauchertäuschung.

 

Nunmehr hat Landwirtschaftsminister Schmidt sich in einem Interview mit der Bild Zeitung hinter die Fleischlobby gestellt. Dabei äußerte er, dass Begriffe wie vegetarisches Schnitzel oder vegane Currywurst komplett irreführend seien und die Verbraucher verunsicherten. Er setze sich dafür ein, dass sie im Sinne einer klaren Verbraucherkennzeichnung verboten würden.

 

Aus veganer Sichtweise handelt es sich hier um einen konzertierten Angriff der Fleischlobby auf vegane Produkte, zu deren Erfüllungsgehilfen sich Schmidt macht:

 

Vegane Fleischalternativen machen mit ihren großen Vegan-Labels sofort erkennbar, dass sie kein Fleisch und keine Tierprodukte enthalten. Eine Verbrauchertäuschung ist ausgeschlossen. Im Gegenteil beenden solche veganen Produkte eine andere Verbrauchertäuschung: Sie machen sofort für jeden Verbraucher erkennbar, dass es eine vegane Alternative zu Tiertötung und Blutvergießen gibt. Deshalb möchte die Fleischwirtschaft den veganen Fleischnamen nunmehr den Garaus ausmachen.

 

Die veganen Fleischbezeichnungen geben den Verbrauchern eine unmittelbare Information über die Zubereitungsart, den Geschmack und die Konsistenz eines Produktes. Jeder weiß, worauf er sich bei einem „Schnitzel“ gefasst machen kann, bei einem „Bratstück“ weiß dies niemand. Es ist zu befürchten, dass bisher fleischessende Personen wohl ein „veganes Schnitzel“, nicht aber ein „veganes Bratstück“ kaufen würden.

 

Wenn vegane Produkte nicht mehr die Namen der Fleischprodukte tragen dürfen, die vielen Verbrauchern bekannt sind, wird dem Verbraucher suggeriert, dass es zu den Produkten, die er wohl bereits ein Leben lang gegessen hat, keine Alternativen gibt. Menschen neigen oft dazu, am Vertrauten festzuhalten. Der Wegfall der veganen Fleischbezeichnungen droht daher, auch ein Festhalten am Fleischkonsum zu fördern.

 

Wenn es Minister Schmidt und der Fleischlobby wirklich um Verbraucherinformation ginge, könnten sie sich mit einem großen, gerne bunten und eindeutigem Vegan-Logo begnügen. Genau dies aber wollen sie nicht, weil dadurch die Assoziation zwischen diesen Lebensmittelarten und Fleisch aufgebrochen werden würde.

 

Minister Schmidt will eine gesetzliche Kennzeichnung veganer Produkte, was auch richtig ist. Völlig inakzeptabel ist aber, dass sich die Bezeichnungen der Produkte nicht mehr an traditionellen Bezeichnungen orientieren sollen dürfen. Dies soll Veganer angeblich den Einkauf erleichtern. Tatsächlich ergeben sich zwei ganz andere Effekte:

 

  • Veganer können nicht mehr auf den ersten Blick abschätzen, was sich hinter einem Lebensmittel an Geschmack, Konsistenz und Zubereitungsart verbirgt
  • Fleischesser haben noch weniger Informationen als Veganer und werden sich eher an den ihnen vertrauten Produktbezeichnungen orientieren.

 

Wer meint, dass es ein Zufall sei, dass sich ausgerechnet die Fleischlobby nunmehr für die „Information der Verbraucher“ einsetze, der denkt naiv. Der Fleischindustrie geht es nicht um die Information der Verbraucher. Es geht ihr ausschließlich um ihre Milliardengewinne mit Produkten, für deren Herstellung jeden Tag Tiere sterben. Gemeinsam mit Ernährungsminister Schmidt will sie verhindern, dass immer mehr Verbrauchern klar wird, dass die Tötung von Tieren für ein Schnitzel völlig unnötig ist.

 

Ernährungsminister Schmidt ist übrigens für seine veganfeindlichen Haltungen bekannt. Ebenfalls in einem Interveiw mit der Bildzeitung ließ er früher verlauten, dass die vegane Ernährung einseitig sei und bei Kindern und Jugendlichen zu einer gefährlichen Mangelernährung führen könne. Er sei im Übrigen ein absoluter Gegner von Ernährungsverboten und Essens-Ideologien – jeder solle essen, was ihn glücklich mache und ihm schmecke. Schmidt steht als Landwirtschaftsminister für die Verwaltung und Förderung der tierquälerischen und umweltschädigenden Massentierhaltung. Dass er damit selbst eine Ernährungsideologie vertritt, scheint er nicht zu bemerken.

 

Minister Schmidt will es gesetzlich verbieten lassen, dass vegane Schnitzel verkauft und gegessen werden. Damit startet er im Interesse von Fleischindustrie und Tierausbeutung einen konzertierten Angriff auf den Veganismus. Es ist zu hoffen, dass Vegetarier, Veganer und Tierschützer gemeinsam Widerstand gegen einen politischen Plan leisten werden, dessen einziges Ziel darin besteht, die Interessen der Fleischindustrie zu schützen.

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Kommentar von Maria Adriana Albu |

Hallo, ich finde es völlig inakzeptabel, dass die Regierung wieder mal vor den Massenmördern der Fleisch- und Milchindustrie einknickt. Schlimm genug, dass Sojamilch nicht Milch heißen darf. Wenn sich die Politik in Sachen Klimaschutz und Tierschutz nützlich machen wollen, dann sollten ein für alle mal die Massentierhaltung verboten werden und sämtliche Subventionen für solche Mörderanlagen gestoppt werden!

Kommentar von DCR |

Oje, wie nenn ich dann mein Sellerieschnitzel?!?

Kommentar von Gaby |

Sollte das Gesetzt kommen wäre zu überprüfen, wie die rechtliche Grundlage aussieht die Gerichte ggf. so zu benennen wie z. B. Veganbratstück nach Schnitzel-Art, Currywurst-Art oder Garnelen-Art. Bei speziellen Fleischprodukten wie Wiener Schnitzel => Schnitzel Wiener Art oder Züricher Geschnetzeltes => Geschnetzeltes Züricher Art wird das doch auch so gehandhabt, wenn nicht der selbe "Grundwerkstoff" wie beim Original verwendet wird.

Kommentar von Gschwender, Dr. med. Hans |

Das hat mich auch schon immer gestört! Was ist der Sinn vegane Kost das Aussehen von Fleisch und Wurst zu geben? Einem echten Veganer müßte es doch bei solchem Anblick sofort kotzübel werden.
Als "Fleischfresser" verzichte ich gerne auf solche Plagiate und ich gebe. dem Minister völlig recht. Solcher Unsinn hat sofort zu verschwinden.

Kommentar von Dirk Franz |

Ich finde es unmöglich. Punkt.
Was ist Herr Schmidt für ein stehengebliebener Mensch.
Er sollte sich mal in den Schlachthöfen umschauen und einer Schlachtung beiwohnen. Außerdem sollte er mal wie die Tiere ein paar Monate auf engstem Raum vor sich hin vegetieren.....
Aber wir Menschen sorgen ja dafür, dass es den Tieren gut geht. Irony off.

Ich finde der Herr sollte sich mehr dafür einsetzen, dass alle Inhaltsstoffe von Speisen und verzehrbaren Produkten ausnahmslos und vollständig gekennzeichnet werden. Aber auch hier passiert nichts bzw. wenig, denn Lobbyismus gefällt!

Kommentar von Thula |

"Dass er damit ebenfalls eine Ernährungsideologie vertritt, scheint er nicht zu bemerken" - was hat in diesem Satz das Wort "ebenfalls" verloren?
danke fürs Rauslöschen desselben.

ich kann mir nicht vorstellen, dass es zu einer solchen gesetzlichen Regelung kommt.

wenn doch, schlage ich den Herstellern veganer "Bratstücke" vor, hinter der Bezeichnung "Bratstück" auch die Aussprache abzudrucken; das sähe dann folgendermaßen aus:
"BratStück (sprich: Schnitzel)"

genauso wünsch ich mir das in der Sache von PflanzenMilch:
"DinkelDrink (sprich: Milch)".
selbstverständlich ist PflanzenMilch Milch. Milch bezeichnet eine weiß getrübte Flüssigkeit wie zB WolfsMilch, KokosMilch. lassen wir uns den Mund verbieten? ich denke nein. wie albern.

längerfristig muss per VolksBegehren die einfache Sprache zurückerobert werden, auch für die Aufschrift von Verpackungen. bis dahin gehts aber auch mündlich.

Kommentar von vegansonstnix |

Offensichtlich hat unser Fleischerzeugerminister ganz schön Druck von der Fleischlobby bekommen. Anstatt sich um die wirklichen Probleme seines Ressorts zu kümmern (z. B. Massentötung von Millionen männlichen Küken oder die Nitratgehalte der Böden oder gar der Einfluss von Glyphosat - leistet er mit seinem Vorschlag einen weiteren Beitrag zur Verbraucherverunsicherung. Immerhin kann man nun un-vegane Politiker, die im Dienste der Fleischindustrie-Lobby stehe, nun getrost als "HansWURST bezeichnen...

Kommentar von Jessica |

Ich hoffe nur dass sich das nicht durchsetzt, dieser Mann scheint ein weinig Geldgierig zu sein :(

Kommentar von Martin |

Es spricht ebenfalls Bände, warum der Wurstminister Schmidt gerade der Bild-Zeitung seine Interviews gibt. Man denke etwa an das Bildungsniveau und die Manipulierbarkeit der Leser.

Kommentar von Fabian B. |

Es ist bewundernswert wenn Veganer und Tierschützer trotz aller Feindseligkeiten und solcher Menschen noch in der Lage sind, sich gefasst und höflich zu verhalten.

Ich kann's nicht und würde solchen "Menschen" am liebsten das Leben rausprügeln mit der gleichen brutalität die sie den Tieren entgegenbringen.
Ist schon schlimm genug das soviele Idioten in Regierungs/Machtpositionen sind und dann noch sowas...

Kommentar von Schorsch |

Der "Gewöhnliche Fachidiot" zeichnet sich dadurch aus, dass er den Blick fürs Ganze verloren hat, oder nie besaß.
Nach dem Motto:
Zerstört die Lebensgrundlage, aber rettet das Neandertal!

Kommentar von G. Weingart |

Hallo Herr Gschwender, der Sinn von fleischähnlichen Produkten ist der, dass Fleischesser wie Sie darauf aufmerksam gemacht werden, dass es überhaupt Alternativen zu Fleisch gibt. Ich mag weder die Bezeichnungen noch diese Dinger, die an Fleisch erinnern, wirklich gern. Trotzdem schmeckt ein Soja-Geschnetzeltes in dunkelbrauner Soße mit geschmorten Zwiebeln, Paprika und Pilzen unglaublich gut und sieht aus wie Gulasch vom Oma. Also gibt`s bei uns Omas Gulasch, ohne dass da Oma drin wäre. Oder Fleisch. Und ich muss beim Essen nicht innerlich alle Gedanken an gequälte und getötete Tiere unterdrücken. Nicht an die riesigen Felder, die für die Sojagewinnung zur Herstellung, sprich Fütterung Ihres toten Fleischstückes nötig sind (statt das Soja ohne Gen-Manipulation direkt auf Ihren Teller in Form eines gepressten Formschnitzels (warum dürfen diese Dinger eigentlich so heißen, wo doch kaum Fleisch drin ist?) zu packen.

Hören Sie eigentlich die Schreie der Tiere beim Essen? Sehen sie die angsterfüllten Augen???

Guten Appetit.

Kommentar von Andrea Eggert |

Ich finde, der Fleisch- und Wurst-Minister hat recht: wo kommen wir denn da hin, wenn durch so ein Wort wie Soja-Schnitzel kein Mensch mehr sofort versteht, dass das normale Schnitzel vom Schnitzeltier stammt und aus ihm rausgeschnitten wird, ohne dass dem Tier 'was passiert. Oder war das doch anders: das Schnitzel wächst auf dem Schnitzelbaum, der ständig Schnitzel abwirft, weil ihm neue wachsen. Oder war es ganz anders: das Schnitzel heisst so, weil es 'was geschnittenes ist.
Herr, wenn es Dich denn gibt, lass Hirn regnen, damit ich dieses Rätsel lösen kann.

Kommentar von Klaus Grünseich |

Und der ewiggestrige, nichts, aber auch überhaupt nichts begreifende Herr Gschwender, faselt selbstverständlich wiedermal "geistreichen" Unsinn!

@Gschwender: lesen Sie vielleicht bitte mal die Kommentare zu Ihrem kleinkindlichen Unsinn, welchen Sie immer wieder (wie erneut auch hier - warum auch immer) zurechtfabulieren, hier: http://www.vegan.eu/index.php/meldung-komplett/items/tier-in-geldscheinen.html

Aufgrund Ihres womöglichen sehr bedenklichen Gesundheitszustandes, gebe ich Ihnen gerne einen Tipp mit auf den Weg! Schauen Sie sich mal auf folgender Seite um: http://demenz.behandeln.de

Vielleicht kann man Ihnen dort helfen! HIER auf dieser Seite eher nicht (mehr), da Sie wohl (leider) schon zu gravierende - um die Artikel (incl. der Kommentare) hier zu begreifen - Defizite aufweisen! Wünsche Ihnen, auch im Namen der Autoren und aller anderen Leser & Kommentatoren, alles Gute, vor allem Besserung!

Kommentar von Antje Göttert |

Wie sieht`s dann aus mit "Hot Dogs" und "Kinderschokolade"? Begriffe mit irreführender Verbrauchertäuschung!

Kommentar von G.R.Wilms |

Astarax über „Verbot veganer Currywurst“ vegan.eu im Dez. 2016
Wurst oder Wurscht, das ist keine geschützte Bezeichnung! Was der Erfüllungsgehilfe der Gulaschindustrie, der Minister…wie heißt er…ach der ist mir wurst, ich meinte der isst ja wurscht. Er sieht aus, als hätte er zu viel davon gegessen. Klaus, du hast mit deiner Ausführung im Kommentar nicht übertrieben. Leider wird keiner der Dementen zum Veganismus gelangen, ebenso wenig wie Hirnamputierte … Nun könnte die Gularschindustrie ja ihre eigenen Bezeichnungen verwenden und uns unsere vegane Erbswurst, so wie alle anderen Bezeichnungen lassen. Hier ein paar Beispiele für die Gulaschvertreiber, die mir gerade eingefallen sind und die dazu angetan wären, in den Köpfen und Herzen was zu bewirken, wenn da noch was ist :
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Eier aus dem Hühnerknast
Preise erfahren sie im Seziersaal.

Denken ist uns wurst, ebenso das Mitgefühl mit lebenden Dingen.
Nicht ganz wahr: Wir Tierfreunde lieben unsere Katzen und Hunde.
Jaja, die Chinesen…blah…
HaHa Witz mit vollem Ernst. Gulaschkanonen, ade.